Wenn ein Ehepartner ungläubig ist: was die Bibel sagt

Eine der schwierigsten Lagen im christlichen Leben: glauben, während der Mensch, mit dem man sein Leben teilt, noch nicht glaubt. Die Bibel hat eine ernste, hoffnungsvolle Antwort. Andacht des Tages 223 vom Plan Bibel in einem Jahr.

Der Vers

„Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durchs Weib, und das ungläubige Weib ist geheiligt durch den Mann. Sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig.“1. Korinther 7:14 (Luther 1912)

Und Petri Anweisung an die christliche Frau eines ungläubigen Mannes:

„Desgleichen sollen die Weiber ihren Männern untertan sein, auf daß auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel ohne Wort gewonnen werden, wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht.“1. Petrus 3:1-2 (Luther 1912)

Kontext

1. Korinther 7 behandelt die Ehe in einer Welt, in der Bekehrungen Familien spalteten. Ein Mann oder eine Frau wurde Christ; der Ehepartner blieb heidnisch. Was tun? Sollte der Christ den Ehepartner verlassen, um geistlich rein zu bleiben? Paulus antwortet entschieden: nein. Wenn der Ungläubige bereit ist, in der Ehe zu bleiben, bleibt der Glaubende. Die Bekehrung des einen löst die Ehe nicht auf.

Das Schlüsselwort ist geheiligt. Es bedeutet hier nicht „errettet“. Paulus klärt sofort in Vers 16: „Was weißt du aber, du Weib, ob du den Mann selig machen werdest?“ Geheiligt bedeutet: in einem segnenden, bündischen Beziehungsraum, wo das Heil nahe kommen kann.

Bedeutung

Die Bibel gibt drei Anweisungen für den Christen mit einem ungläubigen Ehepartner.

Erstens: bleibe. 1. Korinther 7:13. Wenn der Ungläubige bereit ist zu bleiben, bleibe auch du. Liebe ihn. Erfülle deine Ehepflichten. Die Ehe ist ein Bund, kein Vertrag mit Ausstiegsklausel.

Zweitens: gewinne durch Wandel. 1. Petrus 3:1-2. Petrus rät der Frau, „ohne Wort“ zu gewinnen - nicht durch Predigt, sondern durch sichtbares christliches Leben. Stille Treue, Würde, Gebet. Das Gleiche gilt umgekehrt für den christlichen Mann mit einer ungläubigen Frau.

Drittens: lass den Frieden walten. 1. Korinther 7:15. Wenn der Ungläubige gehen will, „so scheide er sich. Der Bruder oder die Schwester ist nicht gefangen in solchen Fällen. Zum Frieden hat uns Gott berufen.“ Du bist nicht verpflichtet, jemanden zu binden, der gehen will.

Und es gibt eine wichtige Vorschrift für die unverheirateten Christen. 2. Korinther 6:14: Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Die Bibel rät vom Eingehen einer gemischtglaeubigen Ehe ab. Wer noch nicht verheiratet ist, sollte einen Christen suchen. Diese Vorschrift schützt dich vor unnötiger Last - viele der heutigen Tränen gemischter Ehen wären erspart geblieben durch Gehorsam an dieser Stelle.

Aber wer bereits verheiratet ist und dessen Partner später ungläubig wird oder von Anfang an ungläubig war: für ihn gilt 1. Korinther 7. Bleibe. Liebe. Bete. Und vertraue: die ungläubige Frau oder der ungläubige Mann ist nicht außerhalb der Reichweite Gottes. Viele Augustins haben Mütter wie Monika gehabt - die jahrzehntelang gebetet hat.

Wie es anzuwenden ist

  1. Bleibe und liebe. Die Ehe ist Bund. Der ungläubige Partner ist Mensch, nicht Mission im engeren Sinn.
  2. Bete täglich für ihn oder sie. Konkret. Mit Namen. Über Jahre.
  3. Lebe das Evangelium sichtbar. 1. Petrus 3:1-2. Was er sieht ist überzeugender als was du sagst.
  4. Such christliche Gemeinschaft. Hebräer 10:25. Du bist nicht allein in deinem Glauben - selbst wenn du allein bist im Haushalt.
  5. Wenn er gehen will, lass gehen mit Frieden. 1. Korinther 7:15. Du bist nicht für seinen Bleibe verantwortlich.

Verwandte Verse

Reflexion

Wenn dein Ehepartner noch nicht glaubt, hat Gott deine Ehe nicht vergessen. Er ruft dich, zu bleiben, zu lieben, zu beten und sichtbar zu leben. Vielleicht wird, wie Augustinus durch Monika, dein Partner in zwanzig Jahren bekehrt - und du wirst zurückblicken auf die Tage, in denen du nicht aufgegeben hast.

Häufige Fragen

Was sagt die Bibel über gemischtgläubige Ehe?

1. Korinther 7:12-14: wenn ein Ehepartner während der Ehe Christ wird und der andere zustimmt zu bleiben, soll die Ehe nicht aufgehoben werden. Der ungläubige wird durch den gläubigen „geheiligt“, das heißt: er steht in einem segnenden Bund.

Soll ich meinen ungläubigen Partner verlassen?

Nein, wenn er bleiben will. 1. Korinther 7:13: wenn ihr Mann zustimmt zu bleiben, „so soll sie sich von ihm nicht scheiden“. Bleibe und liebe; durch dein Leben kann er gewonnen werden (1. Petrus 3:1).

Wie kann ich meinen Ehepartner zu Christus führen?

1. Petrus 3:1: „durch der Weiber Wandel ohne Wort gewonnen werden, wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht“. Stille Treue, sichtbare Heiligkeit und Gebet sind die Hauptmittel - nicht Predigen oder Druck.

Was wenn der ungläubige Partner gehen will?

1. Korinther 7:15: „so scheide er sich. Der Bruder oder die Schwester ist nicht gefangen in solchen Fällen“. Wenn der Ungläubige gehen will, ist der Gläubige frei. Frieden ist das übergeordnete Ziel.

Soll ich einen Ungläubigen heiraten?

Nein. 2. Korinther 6:14: „Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen“. Die Bibel rät ab vom Eingehen einer gemischtgläubigen Ehe. Aber wenn man bereits in einer ist, gilt 1. Korinther 7.