Tag 229

Freude an Gott

Weisheit Psalm 98,1–9
Neues Testament 1. Korinther 11,2–34
Altes Testament 2. Chronik 7,11–9,31

Einführung

Wir sind dazu geschaffen, Gott anzubeten. Aber warum sollte Gott den Menschen erschaffen, damit dieser Ihn anbetet? Ist das nicht, wie einige nahelegen, pure Eitelkeit?

Es ist jetzt viele Jahre her, als mir C.S. Lewis‘ Erklärung der Psalmen, Das Gespräch mit Gott. Gedanken zu den Psalmen, in dieser Frage weitergeholfen hat.

Er schreibt: „Die offensichtlichste Tatsache über Lobpreis war mir entgangen… Mir war nie aufgefallen, dass alle Freude sich spontan in Lobpreis verwandelt… die Erde ist voller Lob … Spaziergänger, die die Landschaft preisen, Sportler, die ihren Lieblingssport preisen – das Wetter, Weine, Speisen, Schauspieler, Pferde, Kollegen, Länder, historische Persönlichkeiten, Kinder, Blumen, Berge, seltene Briefmarken, seltene Bücher und selbst einige Politiker und Gelehrte werden gelobt…“

„Ich denke, wir preisen, was uns Freude bereitet, weil unser Lob nicht nur Ausdruck sondern Vollendung der Freude darstellt; in ihr vollzieht sie sich erst ganz. Wenn sich Liebende gegenseitig versichern, wie wunderschön sie sind, tun sie das nicht, um ein Kompliment zu machen; die Freude am anderen ist erst vollkommen, wenn sie in Worte gefasst wird.“

Mit anderen Worten, Lobpreis ist die Vollendung der Freude. Unsere Freude ist nicht vollkommen, bis wir ihr nicht im Lobpreis Ausdruck verliehen haben. Gott hat uns aus Liebe zum Lobpreis geschaffen. Im kurzen Westminster Katechismus heißt es, „höchstes Ziel der Menschheit ist die Verherrlichung Gottes und ewige Freude an Ihm“.

Weisheit

Psalm 98,1–9

Freut euch mit uns – Gott hat uns befreit!

1 Ein Lied. Singt dem HERRN ein neues Lied,
  denn er hat Wunder getan!
Der heilige Gott hat den Sieg errungen
  durch seine gewaltige Kraft.
2 Alle Völker konnten sehen, wie der HERR befreit,
  seine Gerechtigkeit hielt er der Welt vor Augen!
3 Er erfüllte das Versprechen,
  seinem Volk gnädig und treu zu sein.
Bis in die fernsten Länder ist die Nachricht gedrungen:
  »Gott hat Israel gerettet!«

4 Jubelt dem HERRN zu, ihr Menschen auf der Erde!
  Preist ihn mit Liedern, singt und jubelt laut vor Freude!
5 Lasst für ihn die Saiten der Harfe erklingen
  und erfreut den HERRN mit eurem Gesang!
6 Trompeten und Hörner sollen für Gott,
  euren König, erschallen!

7 Das Meer mit allem, was in ihm lebt,
  soll zu seiner Ehre brausen und tosen!
  Die ganze Welt soll in Jubel ausbrechen!
8 Ihr Flüsse, klatscht in die Hände;
  ihr Berge, preist unseren HERRN,
9 denn er kommt, um die Welt zu richten.
  Sein Urteil über die Völker ist unbestechlich und gerecht.

Kommentar

Musik und Gesang

Der Psalmist fordert uns auf, Gott mit Musik und Gesang anzubeten: „Singt dem Herrn ein neues Lied…Jubelt dem Herrn zu…Lobt den Herrn … mit schönen Liedern“ (98,1.4-5).

Es ist ein lauter Psalm. Das Volk wird aufgefordert, Gottes Güte auf vielfältige Art und Weise zu feiern. Es soll singen, dem Herrn zujubeln, fröhlich sein, auf Instrumenten spielen:

Jubelt dem Herrn zu, ihr Bewohner der Erde,
| seid fröhlich und lobt ihn laut!
Lobt den Herrn mit der Harfe, mit der Harfe
| und mit schönen Liedern,
mit Trompeten und Hörnern.
| Spielt dem Herrn, eurem König, eine fröhliche Melodie.
Das Meer und alles, was darin ist, soll ihn preisen!
| Die Erde und alles, was auf ihr lebt, juble ihm zu“ (4-7).

Alles als Antwort auf das, was Gott für uns getan hat. Wir sollen den Herrn, unseren Retter und Erlöser (98,1-3), unseren König (4-6) und Richter (7-9) anbeten und feiern.

Wenn wir den Psalm durch die Jesus-Linse lesen, erkennen wir ihn als prophetischen Psalm. Jesus ist der, der an „seiner Rechten [Hand]“ (98,1; LUT) den „großen Sieg errungen“ hat (98,1). Er hat „seinen Sieg verkündet und seine Gerechtigkeit .. allen Völkern gezeigt“ (98,2). (s. auch Römer 3,21).

Der Psalm verbreitet freudige Erwartung auf die Wiederherstellung der ganzen Schöpfung (7-8), wenn der Retter kommt, um die Erde zu richten (98,9). Paulus drückte es so aus: „Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf jenen Tag, an dem Gott offenbar machen wird… die ganze Schöpfung hofft auf den Tag, an dem sie von Tod und Vergänglichkeit befreit wird zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ (Römer 8,19-21).

Der Psalm ist ein Crescendo des Lobes – der anbetenden Gemeinde von Gottes Volk (98,1-3), gerichtet an alle Menschen (4-6) und schließlich an die ganze Schöpfung (7-9).

Gebet

Herr, ich preise Dich. Danke für Deine Liebe und Treue. Danke, dass ich Dir mit fröhlichen Liedern zujubeln, Dich mit Musik und Gesang preisen und anbeten kann. Danke, dass ich zuversichtlich auf Dein gerechtes Urteil hoffen darf – „Dein Urteil über die Völker [wird] unbestechlich und gerecht“ sein (98,9; Hfa).

Neues Testament

1. Korinther 11,2–34

Anweisungen für Frauen und Männer im Gottesdienst

2 Ich kann euch nur loben, weil ihr immer an mich denkt und euch in allem nach dem richtet, was ich euch weitergegeben habe. 3 Ich will aber, dass ihr auch Folgendes wisst: Jeder Mann untersteht Christus, die Frau dem Mann, und Christus untersteht Gott. 4 Ein Mann entehrt Christus, wenn er im Gottesdienst öffentlich betet oder im Auftrag Gottes prophetisch redet und dabei eine Kopfbedeckung trägt. 5 Trägt dagegen eine Frau keine Kopfbedeckung, wenn sie im Gottesdienst betet oder im Auftrag Gottes prophetisch redet, dann entehrt sie ihren Ehemann. Das wäre genauso, als wenn sie kahl geschoren herumliefe. 6 Will eine Frau ihren Kopf nicht bedecken, kann sie sich auch gleich die Haare abschneiden lassen. Aber weil es jede Frau entehrt, wenn ihr das Haar kurz geschnitten oder der Kopf kahl geschoren wurde, soll sie ihren Kopf bedecken.

7 Ein Mann aber soll im Gottesdienst keine Kopfbedeckung tragen, denn er ist nach Gottes Bild geschaffen und spiegelt dessen Herrlichkeit wider. In der Frau dagegen spiegelt sich die Herrlichkeit des Mannes. 8 Denn Adam, der erste Mensch, wurde nicht aus einer Frau erschaffen, aber Eva, die erste Frau, wurde aus dem Mann erschaffen. 9 Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann. 10 Deshalb soll sie im Gottesdienst eine Kopfbedeckung tragen als Zeichen dafür, dass sie dem Mann untersteht. Auch wegen der Engel, die über Gottes Ordnungen wachen, sollte sie dies tun. 11 Vor dem Herrn sind jedoch Mann und Frau gleichermaßen aufeinander angewiesen und füreinander da. 12 Denn obwohl Eva aus Adam geschaffen wurde, so werden doch alle Männer von Frauen geboren. Beide aber, Mann und Frau, sind Geschöpfe Gottes.

13 Urteilt doch selbst: Gehört es sich für eine Frau, ohne Kopfbedeckung öffentlich zu beten? 14 Lehrt euch nicht schon die Natur, dass lange Haare für den Mann eine Schande sind, 15 aber eine Ehre für die Frau? Das lange Haar ist ihr als Schleier gegeben. 16 Doch wer es darüber zum Streit kommen lassen will, dem möchte ich nur sagen: Wir kennen die Sitte nicht, dass Frauen ohne Kopfbedeckung am Gottesdienst teilnehmen, und die anderen Gemeinden Gottes auch nicht.

Wie Christen das Abendmahl feiern sollen

17 Was ich euch jetzt noch zu sagen habe, ist kein Lob. Wie ihr eure Gottesdienste feiert, kann ich wirklich nicht gutheißen. Sie scheinen eurer Gemeinde mehr zu schaden als zu nützen. 18 Zunächst höre ich da von Uneinigkeit bei euren Versammlungen. Etwas Wahres muss wohl daran sein. 19 Allerdings muss es auch zu Spaltungen unter euch kommen, denn nur so wird sichtbar, wer sich im Glauben bewährt hat. 20 Was ihr in euren Gottesdiensten feiert, ist gar nicht das Mahl des Herrn. 21 Denn anstatt miteinander zu teilen, isst und trinkt jeder das, was er selbst mitgebracht hat. So bleibt der eine hungrig und durstig, während der andere sich betrinkt. 22 Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder bedeutet euch Gottes Gemeinde so wenig, dass ihr diejenigen geringschätzig behandelt, die arm sind und kein Essen mitbringen konnten? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch dafür auch noch loben? In diesem Punkt kann ich das ganz gewiss nicht tun!

23 Denn Folgendes habe ich vom Herrn empfangen und euch überliefert: In der Nacht, in der unser Herr Jesus verraten wurde, nahm er ein Brot, 24 dankte Gott dafür, brach es in Stücke und sprach: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich für euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!« 25 Ebenso nahm er nach dem Essen den Kelch mit Wein, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: »Dieser Kelch ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch mein Blut besiegelt wird. Sooft ihr aus diesem Kelch trinkt, denkt an mich und an das, was ich für euch getan habe!« 26 Denn jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr, was der Herr durch seinen Tod für uns getan hat, bis er kommt.

27 Darum wird jeder, der gedankenlos und leichtfertig von diesem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, schuldig am Leib und am Blut unseres Herrn. 28 Jeder soll sich also prüfen und erst dann von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. 29 Denn wer davon nimmt, ohne zu bedenken, dass es hier um den Leib von Christus geht, der liefert sich selbst dem Gericht Gottes aus. 30 Deshalb sind so viele von euch schwach und krank, und nicht wenige sind schon gestorben. 31 Würden wir uns selbst prüfen, dann müsste Gott uns nicht auf diese Weise bestrafen. 32 Straft uns aber der Herr, so will er uns erziehen, damit wir nicht zusammen mit der gottlosen Welt verurteilt werden.

33 Darum, meine Brüder und Schwestern, nehmt aufeinander Rücksicht und teilt das Essen miteinander, wenn ihr zusammen das Abendmahl feiert. 34 Wer hungrig ist, soll vorher zu Hause etwas essen; sonst bringt euch dieses Mahl nicht Gottes Segen, sondern seine Strafe.

Alles andere werde ich regeln, wenn ich bei euch bin.

Kommentar

Ehrfurcht und Danksagung

Zuerst spricht Paulus Ehre und Ehrbarkeit im Gottesdienst an. Dabei sieht er insbesondere auf Rolle und Platz der Frau im Gottesdienst. Es wurde und wird viel darüber diskutiert, was genau diese Verse bedeuten.

Paulus war wichtig, das kein Verhalten dem Evangelium in irgendeiner Weise schadete. Grundsätzlich ist man sich einig, dass vieles einen kulturellen Hintergrund hat – es gibt heute nur wenige Gemeinden, die z.B. von Frauen erwarten, dass sie ihr Haar bedecken.

Offenkundig ist, dass sowohl Männer als auch Frauen im Gottesdienst beteten und weissagten (11,4-5). Auch sind Männer und Frauen gleichberechtigt; es besteht eine wechselseitige Abhängigkeit (11,11-12): „Vor dem Herrn sind jedoch Mann und Frau gleichermaßen füreinander da… Beide aber, Mann und Frau, sind Geschöpfe Gottes“ (11-12; Hfa).

Als nächstes spricht Paulus über das „Abendmahl“ (11,20) bzw. die Eucharistie (das griechische Verb eucharistéin bedeutet „danken“).

Wir lesen hier wahrscheinlich die frühste Erwähnung dieses Gottesdienstelementes, das seit 2.000 Jahren ein wichtiger Bestandteil fast aller christlichen Gemeinden der Welt ist. Auch hierüber wird viel diskutiert; was Paulus denn mit seinen Worten genau meine? Vieles scheint mir in diesem Abschnitt jedoch eindeutig:

  1. Es wird regelmäßig gefeiert
    Paulus scheint zu erwarten, dass sie das Abendmahl miteinander feiern, wenn sie zusammenkommen (11,17.20).

  2. Es ist wichtig
    „Der Herr selbst hat [es] gesagt“ (11,24a). Es nicht ordentlich zu feiern, hat ernste Folgen (11,27ff). „Deshalb solltet ihr euch prüfen, bevor ihr das Brot esst und aus dem Kelch trinkt“ (11,28).

  3. Es ist Teil der Verkündigung (11,26)
    Das Abendmahl ist eine Form, das Evangelium zu verkünden. „Denn jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt“ (11,26).

  4. Mit ihm ist die Erinnerung an Jesus verbunden (11,24-25) und „dass es bei diesem Mahl um den Leib des Herrn geht“ (11,29 NGÜ). Erwarte Jesus zu begegnen, wenn du Brot und Wein empfängst.

  5. Es ist Teilhabe an Christi Leib und Blut (10,14ff)
    An dieser Stelle steht das griechische Wort koinonia, was auch „Teilen“ oder „Gemeinschaft“ bedeutet. Das Abendmahl ist für uns die Möglichkeit, den Gewinn, den wir aus Jesu Tod haben, zu empfangen und zu teilen.

  6. Es ist eine Form des Dankens
    Wir sprechen ein Dankgebet über dem Abendmahlskelch (10,16a; Hfa).

  7. Es ist Ausdruck der Einheit
    „Wir alle essen von einem Laib Brot und zeigen damit, dass wir alle zusammen ein Leib sind“ (10,17). Es ist tragisch, dass ausgerechnet dieses Zeichen für die Einheit in der Geschichte der Kirche zu Spaltungen geführt hat.

  8. Es steht in Erwartung der Rückkehr des Herrn
    „Jedes Mal… verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt“ (11,26).

Brot und Wein sind Leib und Blut Christi (11,24-25). Das Abendmahl ist eine Form, wie wir Seine Gegenwart heute erleben. Wie wir uns das genau vorzustellen haben, ist Gegenstand großer Spekulationen, Diskussionen und Auseinandersetzungen. Eine Annäherungsweise könnte sein, dass wir es als Geheimnis akzeptieren und keine großen Spekulationen darüber anstellen.

Gebet

Herr, bitte hilf mir, Dich in einer guten und angemessenen Art und Weise anzubeten, die Dir gefällt. Hilf mir, dabei auf Jesus zu schauen. Lass mich den wahren Sinn des Gottesdienstes erkennen und Freude in Dir finden.

Altes Testament

2. Chronik 7,11–9,31

Gott spricht mit Salomo

11 So vollendete Salomo den Tempel des HERRN und seinen eigenen Palast. Es war ihm gelungen, alles wie geplant auszuführen. 12 Da erschien ihm eines Nachts der HERR und sprach zu ihm:

»Ich habe dein Gebet erhört und diesen Tempel als Ort erwählt, an dem ihr mir eure Opfer darbringen könnt.

13 Wenn ich es einmal lange Zeit nicht regnen lasse, wenn ich Heuschrecken ins Land schicke, damit sie die Ernte vernichten, oder wenn ich in meinem Volk die Pest ausbrechen lasse 14 und sie rufen zu mir, dann will ich im Himmel ihr Gebet erhören. Wenn dieses Volk, das meinen Namen trägt, sich mir in Demut unterordnet, von seinen falschen Wegen umkehrt und nach mir fragt, dann will ich ihnen vergeben und ihr geplagtes Land wieder heilen. 15 Ich werde jeden beachten, der hier zu mir betet, und meine Ohren nicht vor seinen Bitten verschließen. 16 Denn ich habe diesen Tempel als einen heiligen Ort erwählt, an dem ich selbst für immer wohnen will. Mein Blick wird stets auf ihm ruhen, denn mein Herz hängt an ihm.

17 Und du, Salomo, lebe wie dein Vater David. Befolge alles, was ich dir befohlen habe! Lebe nach meinen Geboten und achte auf meine Weisungen! 18 Dann wird immer ein Nachkomme von David auf dem Thron Israels sitzen. Denn so habe ich es deinem Vater versprochen, als ich einen Bund mit ihm schloss. Ich selbst werde dein Königtum sichern.

19 Doch wenn ihr mir den Rücken kehrt und meine Weisungen und Gebote nicht mehr befolgt, wenn ihr anderen Göttern nachlauft, sie anbetet und ihnen dient, 20 dann werde ich euch aus diesem Land vertreiben, das ich euch gegeben habe. Israels Unglück wird sprichwörtlich sein. Alle Völker werden euch verspotten. Auch von diesem Tempel, den ich jetzt zu einer heiligen Stätte erklärt habe, werde ich mich wieder abwenden. 21 Nur ein Trümmerhaufen wird von ihm übrig bleiben. Wer an ihm vorübergeht, wird verächtlich lachen und zugleich entsetzt sein über das, was er sieht. Erstaunt wird er fragen: ›Warum hat der HERR dieses Land und diesen Tempel so furchtbar zerstört?‹ 22 Und man wird ihm antworten: ›Weil die Israeliten den HERRN, den Gott ihrer Vorfahren, verlassen haben. Er hat sie aus Ägypten herausgeführt, und doch sind sie fremden Göttern nachgelaufen, haben sie angebetet und ihnen gedient. Darum hat der Herr nun dieses Unglück über sie hereinbrechen lassen.‹«

Salomos Amtsführung

8 1 Zwanzig Jahre dauerte es, bis der Tempel des HERRN und der Königspalast fertig waren. 2 Danach ließ Salomo die Städte ausbauen, die Hiram ihm gegeben hatte, und siedelte Israeliten darin an. 3 Er unternahm einen Feldzug gegen die Stadt Hamat-Zoba und eroberte sie. 4 Außerdem baute er große Lagerhallen in der Gegend von Hamat; er erweiterte die Wüstenstadt Tadmor, 5-6 das obere und das untere Bet-Horon und Baalat zu befestigten Städten mit hohen Mauern und verriegelbaren Toren. Er ließ Städte bauen, in denen Vorratshallen, Hallen für die Streitwagen und Pferdeställe untergebracht wurden. Alles, was Salomo bauen wollte, sei es in Jerusalem, im Libanon oder sonst irgendwo in seinem Reich, ließ er durch Fronarbeiter errichten.

7-8 Sie waren keine Israeliten, sondern die Nachkommen der Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, die früher das Land Israel bewohnt hatten. Bei der Eroberung des Landes hatten die Israeliten diese Völker nicht völlig vernichtet. Bis heute müssen ihre Nachkommen für Israel Fronarbeit leisten. 9 Die Israeliten selbst aber blieben davon verschont. Sie dienten Salomo als Soldaten, Offiziere und Befehlshaber über die Streitwagen und Reitertruppen. 10 Salomo setzte in ganz Israel 250 Männer als Oberaufseher über die Fronarbeiter ein, die ihrerseits den Bezirksverwaltern unterstanden.

11 Salomo hatte eine Tochter des Pharaos geheiratet. Er ließ einen Palast für sie bauen, weil er nicht wollte, dass sie in der »Stadt Davids« wohnte. Denn er sagte sich: »Meine Frau soll nicht in dem Palast wohnen, der David, dem König von Israel, gehört hat. Diese Räume sind heilig, weil die Bundeslade des HERRN in ihrer Nähe stand.«

Ordnung des Tempeldienstes

12 Nachdem Salomo den Bau des Tempels vollendet hatte, ließ er auf dem Altar des HERRN vor der Vorhalle täglich Opfer darbringen, 13 so wie es im Gesetz von Mose befohlen war. Man opferte auch am Sabbat, bei Neumond und an den drei großen Festen des Jahres: am Fest der ungesäuerten Brote, am Wochenfest und am Laubhüttenfest. 14 Salomo berief die Dienstgruppen der Priester ein. Sie sollten ihre Arbeit im Tempel versehen, wie David es vorgeschrieben hatte. Auch die Leviten begannen ihren Dienst: Die eine Gruppe sollte Gott mit ihren Liedern loben, eine andere den Priestern bei ihrer Arbeit helfen, so wie es für jeden Tag angeordnet war. Auch die Tore wurden von den Leviten bewacht, jedes Tor von einer Gruppe. So hatte es David, der Diener Gottes, gewollt. 15 Salomo befolgte die Anweisungen genau, die David für die Priester, die Leviten und die Aufbewahrung des Tempelschatzes gegeben hatte.

16 Damit waren alle Pläne Salomos ausgeführt, von der Grundsteinlegung des Tempels bis zu seiner Vollendung. 17 Salomo reiste nach Ezjon-Geber, einem Ort in der Nähe von Elat am Roten Meer, im Gebiet der Edomiter. 18 Dorthin schickte König Hiram ihm Schiffe und erfahrene Seeleute, die zusammen mit Salomos Männern nach Ofir segelten, um von dort Gold zu holen. Sie brachten Salomo über 15 Tonnen Gold mit.

Die Königin von Saba besucht Salomo

9 1 Die Königin von Saba hatte schon viel von Salomo gehört. Deshalb beschloss sie, diesen König zu besuchen und sich mit schwierigen Rätseln selbst von seiner Weisheit zu überzeugen. Mit großem Gefolge reiste sie nach Jerusalem. Die Kamele ihrer Karawane waren schwer beladen mit wohlriechenden Ölen, mit Gold und mit kostbaren Edelsteinen. Als die Königin vor Salomo stand, stellte sie ihm die Rätsel, die sie sich ausgedacht hatte. 2 Salomo konnte ihr alle Fragen beantworten und blieb ihr selbst bei den schwierigsten Rätseln die Antwort nicht schuldig. 3 Die Königin von Saba war tief beeindruckt von Salomos Wissen und von seinem Palast. 4 Sie sah, welche ausgefallenen Speisen und Getränke auf der königlichen Tafel standen und wie weise die Plätze der königlichen Beamten angeordnet waren. Sie staunte über die gute Bedienung bei Tisch und die kostbaren Gewänder der Diener und Mundschenken. Und als sie miterlebte, wie Salomo im Tempel ein Brandopfer darbringen ließ, da verschlug es ihr vollends den Atem.

5 »Es ist tatsächlich alles wahr, was man in meinem Reich von deinen Taten und deiner Weisheit berichtet!«, sagte sie zu Salomo. 6 »Ich konnte es einfach nicht glauben. Darum bin ich hierhergekommen, ich wollte mich mit eigenen Augen davon überzeugen. Und nun sehe ich: Man hat mir nicht einmal die Hälfte gesagt! Dein Wissen übertrifft alles, was ich je über dich gehört habe. 7 Wie gut haben es deine Beamten, und wie glücklich sind deine Bediensteten zu schätzen, die ständig in deiner Nähe sind und deinen weisen Worten zuhören können! 8 Ich preise den HERRN, deinen Gott, der dich erwählt und dir die Herrschaft über Israel gegeben hat, damit du in seinem Auftrag regierst! Gott liebt sein Volk und will, dass es nie untergeht, darum hat er dich zum König gemacht. Du sollst dem Recht zum Sieg verhelfen und als ein gerechter König regieren.«

9 Dann schenkte sie Salomo über vier Tonnen Gold sowie eine Menge wohlriechender Öle und kostbarer Edelsteine. Nie wieder wurde jemals so viel duftendes Öl nach Israel gebracht wie durch die Königin von Saba.

10 Hirams und Salomos Männer holten nicht nur Gold von Ofir nach Israel, sondern auch Edelholz und wertvolle Edelsteine. 11 So kostbares Holz hatte man vorher in Juda noch nie gesehen. Der König ließ aus diesem Holz Treppen für den Tempel des HERRN und für seinen eigenen Palast anfertigen. Man baute daraus auch Harfen und Lauten für die Sänger.

12 Salomo erfüllte der Königin von Saba jede Bitte und schenkte ihr mehr, als sie ihm gebracht hatte. Danach reiste sie mit ihrem Gefolge in ihre Heimat zurück.

Salomos Reichtum und Ansehen

13 In einem einzigen Jahr gingen bei Salomo fast 24 Tonnen Gold ein. 14 Dazu kamen die Steuern der Händler und Kaufleute und die Abgaben der arabischen Könige und der Bezirksverwalter. Sie bezahlten Salomo mit Silber und Gold.

15-16 Salomo ließ 200 Langschilde und 300 kleine Rundschilde herstellen und sie mit gehämmertem Gold überziehen. Für einen Langschild brauchte man rund 7 Kilogramm Gold, für einen Rundschild etwa 3,5 Kilogramm. Salomo bewahrte sie im Libanonwaldhaus auf.

17 Außerdem ließ er sich einen großen Königsthron anfertigen, der mit Elfenbeinornamenten verziert und mit reinem Gold überzogen war. 18-19 Am Thronsessel war ein goldener Fußschemel befestigt; neben jeder Armlehne stand eine Löwenfigur. Auch auf allen sechs Stufen, die zum Sessel hinaufführten, stand rechts und links jeweils ein Löwe. In keinem anderen Land hat sich jemals ein König einen so prunkvollen Thron anfertigen lassen. 20 Alle Trinkgefäße Salomos waren aus Gold, und die Gegenstände im Libanonwaldhaus waren sogar alle aus reinem Gold. Silber war zu Salomos Zeiten geradezu wertlos. 21 Die Handelsflotte des Königs lief zusammen mit Hirams Schiffen aus. Alle drei Jahre kehrten sie zurück, schwer beladen mit Gold, Silber und Elfenbein, mit Affen und Pfauen.

22 Salomo übertraf alle Könige der Erde an Reichtum und Weisheit. 23 Könige aus aller Welt kamen zu ihm, um etwas von der Weisheit zu hören, die Gott ihm gegeben hatte. 24 Alle brachten ihm Geschenke mit: silberne und goldene Gefäße, kostbare Gewänder, Waffen, duftende Öle, Pferde und Maultiere. So ging es Jahr für Jahr.

25 Salomo besaß 4000 Stallplätze für die Pferde seiner Streitwagen und 12.000 Pferde. Teils brachte er sie in den Städten unter, die er eigens dafür gebaut hatte, teils am königlichen Hof in Jerusalem. 26 Salomo herrschte über alle Königreiche vom Euphrat über das Gebiet der Philister bis an die Grenze nach Ägypten. 27 Silber war zu seiner Zeit in Jerusalem so gewöhnlich wie Steine, und das kostbare Zedernholz gab es in so großen Mengen wie das Holz der Maulbeerfeigenbäume im jüdischen Hügelland. 28 Seine Pferde kaufte Salomo in Ägypten und in vielen anderen Ländern.

Salomos Tod

29 Alles Weitere über Salomos Leben steht in der Chronik des Propheten Nathan, in den Weissagungen von Ahija aus Silo und in den Schriften über die Visionen des Sehers Jedo, die Jerobeam, dem Sohn von Nebat, galten. 30 Salomo regierte 40 Jahre in Jerusalem als König über ganz Israel. 31 Als er starb, wurde er dort in der »Stadt Davids« begraben. Sein Sohn Rehabeam wurde sein Nachfolger.

Kommentar

Aufrichtigkeit und Leidenschaft

„Alles, was sich [Salomo] für das Haus des Herrn und den Königspalast vorgenommen hatte, gelang ihm“ (7,11). Er ehrte Gott mit dem, was er tat.

In seinem Bericht über David und Salomo konzentriert sich der Chronist auf den Bau des Tempels in Jerusalem. Für ihn verblasst alles andere ihrer Regierungszeit. Sie errichteten diesen Ort der Anbetung und Gott segnete sie reich dafür.

Salomos Ruhm verbreitete sich (Kapitel 8 und 9). Die Königin von Saba kam angereist und war so überwältigt von dem, was sie sah (9,1-7), dass sie Gott pries (9,8). (Wenn wir an unseren Text aus dem Neuen Testament von heute denken, wird hier überhaupt nicht infrage gestellt, dass eine Frau ein Land regierte.)

Salomos Prunk und Herrlichkeit waren groß. Nachdem er den Tempel gebaut hatte, erschien ihm der Herr und sagte, „[Wenn] mein Volk, das meinen Namen trägt, dann Reue zeigt, wenn die Menschen zu mir beten und meine Nähe suchen und zu mir zurückkehren, will ich sie im Himmel erhören und ihnen die Sünden vergeben und ihr Land heilen“ (7,14).

Dieser Vers ist mit Recht bekannt. Er dient häufig als Vorlage für Lobpreis und Gebet. Wir sehen darin die Voraussetzungen für ehrlichen Lobpreis in Gottesdienst und Gebet. Es sind dieselben Voraussetzungen wie für Erweckung. Vier Dinge sind dazu nötig:

  1. Dass wir uns demütigen (LUT)
  2. Gebet
  3. Dass wir Gottes Nähe suchen
  4. Dass wir von unseren bösen Wegen umkehren (LUT)

Wenn wir das tun, sagt Gott uns drei Dinge zu:

  1. Er wird vom Himmel hören
  2. Er wird unsere Schuld vergeben
  3. Er wird das Land heilen

Gebet

Herr, ich will mich heute demütigen, zu Dir beten, Deine Nähe suchen und zu Dir umkehren, Ich bete, dass Du mich im Himmel erhörst, mir meine Sünden vergibst und unser Land heilst. Ich will Dich verherrlichen und immer Freude an Dir haben.

Pippa fügt hinzu

2. Chronik 8,11 (GNB)

„Meine Frau soll nicht im Haus von König David wohnen. In seiner Nähe hat einmal die Bundeslade des Herrn gestanden, dadurch ist die ganze Umgebung heilig geworden.“

Ich will mal annehmen, dass Salomos Frau, die Tochter des Pharaos, Gott nicht anbetete, und dass das der eigentliche Grund dafür war, dass sie nicht dort wohnen durfte!

Vers des Tages

2. Chronik 7,14

… Ich will im Himmel ihr Gebet erhören. Wenn dieses Volk, das meinen Namen trägt, sich mir in Demut unterordnet, von seinen falschen Wegen umkehrt und nach mir fragt, dann will ich ihnen vergeben und ihr geplagtes Land wieder heilen.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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