Tag 228

Wachse über dich selbst hinaus

Weisheit Sprüche 20,5–14
Neues Testament 1. Korinther 10,14–11,1
Altes Testament 2. Chronik 5,2–7,10

Einführung

Früher trainierten in meinem Club einige der besten Squashspieler, die es gibt. Ich erinnere mich gut, als ich sie zum ersten Mal hautnah bei einem Squashmatch erlebte. Der Sohn einer meiner Squashpartner, die damalige Nummer 11 der Weltrangliste, trainierte bei uns im Verein mit der Nummer 2 der Welt.

Uns fielen fast die Augen aus vor Staunen. So etwas hatten wir noch nie gesehen. Wenn das, was wir da sahen, „Squash“ war, müsste das, was wir betrieben, eigentlich anders genannt werden!

Ihnen zuzusehen, ließ uns immer über uns selbst hinauswachsen. Mit einem Mal sahen wir, dass quasi jeder Schlag deines Gegners returnierbar war, egal wie stark. Wir erkannten, wie wichtig es ist, nach jedem Schlag zurück in die Platzmitte zu kommen. Wir beobachteten, wie lang sie die Bälle schlugen. Und uns fiel auf, welche Schläge sie zu vermeiden versuchten.

Wenn wir dann auf den Platz gingen, überraschten wir uns selbst damit, wie gut wir spielten. Selbstverständlich spielten wir nicht annähernd so gut wie sie. Aber, von ihrem Beispiel inspiriert, spielten wir um einiges besser als sonst.

In meinem Leben als Christ habe ich dasselbe Muster entdeckt. Ich hatte beispielsweise das Glück, 19 Jahre lang für und mit Sandy Millar zu arbeiten. Zu sehen, wie er sein Leben lebte, ihn predigen zu hören, inspirierte mich. Selbst wenn es nicht möglich ist, das Niveau unserer Vorbilder jemals zu erreichen, spornt uns ihr Vorbild hoffentlich an, über uns selbst hinaus zu wachsen.

Ein Christ ist jemand, der an Jesus glaubt, sein Vertrauen auf Ihn setzt, Ihn kennt und „in Christus“ lebt. Er ist auch jemand, der Seinem Vorbild nacheifert.

Es gibt in der Geschichte kein besseres Vorbild als Christus. Paulus schreibt, „ihr solltet meinem Beispiel folgen, so wie ich Christus folge“ (1. Korinther 11,1).

Weisheit

Sprüche 20,5–14

5 Die Gedanken eines Menschen sind unergründlich wie ein tiefer See,
  aber ein Menschenkenner durchschaut sie und bringt sie ans Licht.

6 Viele Menschen betonen, wie freundlich und zuverlässig sie sind;
  aber wo findet man einen, auf den man sich wirklich verlassen kann?

7 Wer aufrichtige Eltern hat, die Gott dienen,
  der kann sich glücklich schätzen!

8 Wenn der König Gericht hält,
  durchschaut er jeden Verbrecher.

9 Wer kann schon behaupten:
  »Ich bin frei von jeder Schuld und habe ein reines Gewissen«?

10 Der HERR verabscheut das Messen mit zweierlei Maß
  und hasst das Wiegen mit zweierlei Gewicht.

11 Schon im Verhalten eines Kindes zeigt sich,
  ob es ehrlich und zuverlässig ist.

12 Der HERR hat uns Augen gegeben, um zu sehen,
  und Ohren, um zu hören.

13 Liebe nicht den Schlaf, sonst bist du bald arm!
  Mach die Augen früh auf, dann hast du genug zu essen!

14 »Das ist viel zu teuer!«, schimpft der Käufer beim Handeln;
  doch hinterher lacht er sich ins Fäustchen.

Kommentar

Ein Vorbild für andere

Deine Art zu leben, hat Auswirkungen auf andere. Du selbst suchst bei anderen nach Vorbildern. Andere schauen auf dich als Vorbild. Das ist so, ob es dir gefällt oder nicht.

Insbesondere bei Eltern und Kindern ist das der Fall. Mir ist aufgefallen, dass ich viele Macken meines Vaters übernommen habe. Natürlich sind Eltern auch in tiefgreifender Weise Vorbilder: „Wer aufrichtige Eltern hat, die Gott dienen, der kann sich glücklich schätzen!“ (20,7; Hfa).

Treue und aufrichtige Eltern sind ein Segen für ihre Kinder. Billy Graham sagte, Integrität ist der Leim, der unser Lebensmodell zusammenhält. Wir müssen stets darauf bedacht sein, unsere Integrität aufrecht zu erhalten. Wenn unser Vermögen verloren ist, ist nichts verloren; wenn unsere Gesundheit dahin ist, ist etwas dahin; wenn unser Charakter verloren ist, ist alles verloren.“

Niemand außer Jesus hat jemals ein perfektes Leben geführt: „Wer kann schon von sich behaupten: „Ich bin frei von jeder Schuld und habe ein reines Gewissen."?“ (20,9; Hfa). Trotzdem können wir versuchen, ein gutes Vorbild zu sein.

Eltern haben die Aufgabe, ein gutes Beispiel zu geben, indem sie sich gegenseitig treu sind; geduldig und respektvoll miteinander umgehen; Auseinandersetzungen mit Anstand beilegen; sich in schwierigen Situationen gegenseitig unterstützen; sich nicht in ungesunde Beziehungen hineinziehen lassen. „Viele Menschen behaupten, sie seien zuverlässig, aber wo findet man einen Menschen, der wirklich treu ist?“ (20,6).

Eine andere Möglichkeit, Vorbild zu sein, ist, indem wir anderen ihre Gedanken entlocken: „Guter Rat liegt tief im Herzen eines Menschen verborgen, doch ein kluger Mensch weiß ihn hervorzuholen“ (20,5).

Dieser Vers erinnert mich an Alpha-Kleingruppen, wenn der Gastgeber versucht, die Gedanken der Gäste herauszukitzeln. Die Kunst, eine Unterhaltung in Gang zu halten, die richtigen Fragen zu stellen.

Das ist eine wirklich wichtige Aufgabe von Eltern im Umgang mit ihren Kindern; und ebenso wichtig unter Freunden. Jeder Mensch hat Tiefe. Die Kunst ist es, diese verborgenen Schätze zu heben.

Gebet

Herr, bitte hilf uns, mit unserem Leben ein gutes Vorbild für andere zu geben. Hilf uns, ein Beispiel für Reinheit, Treue und Hingabe zu sein.

Neues Testament

1. Korinther 10,14–11,1

Abendmahl oder Götzendienst

14 Darum, liebe Freunde, hütet euch vor jedem Götzendienst! 15 Ihr seid doch verständige Menschen. Überlegt einmal selbst: 16 Haben wir durch den Abendmahlskelch, über dem wir das Dankgebet sprechen, nicht Anteil am Blut, das Christus für uns vergossen hat? Haben wir durch das Brot, das wir in Stücke brechen und gemeinsam essen, nicht Anteil an seinem Leib? 17 Es gibt beim Abendmahl nur ein Brot. Und obwohl wir so viele sind, sind wir doch ein Leib, weil wir alle von dem einen Brot essen.

18 Seht euch doch einmal an, wie das Volk Israel Gott verehrt! Alle haben Gemeinschaft mit Gott, weil sie gemeinsam vom Fleisch der Tiere essen, die Gott auf dem Altar geopfert werden. 19 Was will ich damit sagen? Dass es doch Götter gibt oder dass die Opfer, die ihnen gebracht werden, irgendeine Bedeutung haben? 20 Natürlich nicht! Was die Götzenanbeter auf dem Altar darbringen, opfern sie den Dämonen, nicht etwa Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft mit dämonischen Mächten habt. 21 Ihr könnt unmöglich aus dem Kelch des Herrn und zugleich aus dem Kelch der Dämonen trinken. Ihr könnt nicht Gäste am Tisch des Herrn sein und auch noch am Tisch der Dämonen essen. 22 Oder wollen wir etwa den Herrn herausfordern? Bilden wir uns wirklich ein, stärker zu sein als er?

Was die Gemeinde aufbaut

23 Ihr lebt nach dem Grundsatz: »Alles ist erlaubt!« Ich antworte darauf: Aber nicht alles, was erlaubt ist, ist auch gut. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut die Gemeinde auf. 24 Denkt bei dem, was ihr tut, nicht nur an euch. Denkt vor allem an die anderen und daran, was für sie gut ist.

25 Kauft unbesorgt das Fleisch, das auf dem Markt angeboten wird, und macht euch kein Gewissen daraus, ob es von Opfertieren stammt. 26 Denn »die Erde und alles, was auf ihr lebt, gehört dem Herrn.«

27 Lädt euch jemand, der kein Christ ist, zum Essen ein und ihr wollt hingehen, so esst, was aufgetragen wird, ohne eine Gewissensfrage daraus zu machen, wo es herkommt. 28 Sollte euch dort aber jemand ausdrücklich sagen: »Dieses Fleisch stammt vom Götzenopfer!«, dann esst es seinetwegen nicht, damit ihr das Gewissen nicht belastet. 29 Es geht dabei nicht um euer eigenes Gewissen, sondern um das des anderen. Nun mag jemand einwenden: »Weshalb soll ich denn meine persönliche Freiheit vom Gewissen eines anderen einengen lassen? 30 Wenn ich an einem Festmahl teilnehme und Gott für das Essen danke, warum wird mir mein Verhalten dann zum Vorwurf gemacht? Schließlich habe ich Gott doch für die Speise gedankt!«

31 Darauf will ich antworten: Ob ihr esst oder trinkt oder was immer ihr sonst tut – alles soll zur Ehre Gottes geschehen. 32 Seid für niemanden ein Hindernis zum Glauben, weder für die Juden noch für die Nichtjuden und auch nicht für die Mitchristen in Gottes Gemeinde. 33 Das ist auch mein Grundsatz. Ich versuche, auf alle in jeder Beziehung Rücksicht zu nehmen. Dabei geht es nicht um mich und meinen Vorteil, sondern darum, dass möglichst viele Menschen gerettet werden.

11 1 Folgt meinem Beispiel, so wie ich dem Vorbild folge, das Christus uns gegeben hat.

Kommentar

Paulus’ Vorbild

„Die Menschen tun, was sie sehen,” schreibt John Maxwell, der Experte für Leadership. „Je stärker sie an ihrem Leiter sehen, dass seine Worte sich mit seinen Taten decken, desto größer ist auch ihre Loyalität und Beständigkeit. Sie verstehen, was sie hören. Sie glauben, was sie sehen!

Paulus‘ Worte mögen uns vermessen vorkommen: „ihr solltet meinem Beispiel folgen, so wie ich Christus folge“ (11,1). Die erste Hälfte des Satzes ist geknüpft an die zweite. Paulus‘ Vorbild ist nur etwas wert, wo er Christus nachfolgt. Er hat die Courage auszusprechen, dass er sich für ein gutes Vorbild hält. Das ist schon ein gutes Beispiel.

Dieser Vers schließt den Abschnitt ab, in dem er die Korinther ermahnt, „den Götzendienst [zu] meiden“ (10,14). Sie sollen darauf achten, rein am Mahl des Herrn teilzunehmen, wenn sie Anteil haben am Segen von Christi Leib und Blut (10,16). Der Blick ist auf die Einheit gerichtet: „wir alle zusammen sind ein Leib“ (10,17b).

„Haben wir durch den Abendmahlskelch, über dem wir das Dankgebet sprechen, nicht Anteil am Blut, das Christus für uns vergossen hat? Haben wir durch das Brot, das wir brechen und gemeinsam essen, nicht Anteil an seinem Leib? Es gibt beim Abendmahl nur ein Brot. Und obwohl wir so viele sind, sind wir doch ein Leib, weil wir alle von dem einen Brot essen“ (16-17; Hfa).

Obwohl wir die Freiheit haben – „es ist alles erlaubt“ (10,23) – müssen wir darauf achten, was wir tun, denn „nicht alles ist gut“ (23c). Auch wenn wir ein schönes Leben haben wollen, „Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern an die anderen und an das, was für sie am besten ist“ (10,24).

In Christus hast du große Freiheit, aber du sollst diese Freiheit zum Wohle anderer und zur Ehre Gottes nutzen: „Was immer ihr esst oder trinkt oder tut, das tut zur Ehre Gottes“ (10,31).

Alles, was wir tun, soll „zur Ehre Gottes“ geschehen. Dein Lebensziel soll sein, dass du deine Freiheit benutzt, um Gott Ehre zu geben und für andere ein Segen zu sein.

So lebte Paulus, selbst wenn er versucht, „in allem, was ich tue, allen zu gefallen“ (33a): „Ich tue, was für sie am besten ist, damit sie gerettet werden“ (33b). Vor diesem Hintergrund schrieb er, „ihr solltet meinem Beispiel folgen, so wie ich Christus folge“ (11,1).

Gebet

Herr, ich danke Dir für Jesu Vorbild. Bitte hilf mir, Deinem Beispiel zu folgen, so wie es Paulus tat. Hilf mir, Herr, mit allem, was ich tue, Gott die Ehre zu geben.

Altes Testament

2. Chronik 5,2–7,10

Die Einweihung des Tempels

2 Salomo rief die führenden Männer von Israel, alle Stammes- und Sippenoberhäupter, nach Jerusalem. Sie sollten dabei sein, wenn die Bundeslade des HERRN aus der »Stadt Davids«, dem Stadtteil Jerusalems auf dem Berg Zion, zum Tempel gebracht wurde. 3 Und so kamen im 7. Monat des Jahres alle männlichen Israeliten in Jerusalem zusammen. In diesem Monat wurde auch das Laubhüttenfest gefeiert.

4 Als alle versammelt waren, hoben die Leviten die Bundeslade hoch 5 und trugen sie hinauf zum Tempel. Zusammen mit den Priestern brachten sie auch das heilige Zelt hinauf, mit all seinen geweihten Gegenständen. 6 König Salomo und die ganze Gemeinschaft der Israeliten, die zu diesem Fest gekommen waren, hatten sich bei der Bundeslade versammelt. Sie opferten so viele Schafe und Rinder, dass man sie nicht mehr zählen konnte.

7 Die Priester brachten die Bundeslade an den vorgesehenen Platz in den hinteren Raum des Tempels. Dort im Allerheiligsten stellten sie die Bundeslade unter die beiden Keruben. 8 Deren ausgebreitete Flügel beschirmten nun die Bundeslade samt ihren Tragstangen. 9 Die beiden Stangen waren so lang, dass man sie vom Heiligtum aus sehen konnte, wenn man direkt vor dem Allerheiligsten stand. Doch vom Vorhof aus sah man sie nicht. Noch heute befindet sich die Bundeslade an diesem Ort. 10 Damals lagen nur die beiden Steintafeln darin, die Mose am Berg Horeb hineingelegt hatte, als der HERR mit den Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten einen Bund schloss.

11 Alle Priester, die zur Einweihung des Tempels gekommen waren, hatten sich für das Fest gereinigt, auch wenn ihre Abteilung in diesen Tagen keinen Tempeldienst hatte. 12 Auch die Sänger der Leviten waren gekommen: die Leiter Asaf, Heman und Jedutun mit ihren Söhnen und Verwandten. Sie trugen Gewänder aus feinem weißen Leinen und standen mit Zimbeln, Harfen und Lauten an der Ostseite des Altars. Bei ihnen hatten sich 120 Priester aufgestellt, die auf Trompeten spielten. 13 Zusammen stimmten die Sänger und Musiker ein Loblied für den HERRN an. Begleitet von Trompeten, Zimbeln und anderen Instrumenten sangen sie das Lied:

»Der HERR ist gütig,
  seine Gnade hört niemals auf!«

Während sie sangen, verließen die Priester wieder den Tempel, und es kam eine Wolke auf ihn herab. 14 Die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das ganze Haus, so dass die Priester es nicht mehr betreten konnten, um ihren Dienst darin zu verrichten.

6 1 Salomo betete: »Du, HERR, hast gesagt, dass du im Dunkel einer Wolke wohnst. 2 Nun habe ich dieses prachtvolle Haus für dich gebaut. Möge es ein Ort sein, an dem du dich für alle Zeiten niederlassen wirst.«

Salomos Ansprache zur Einweihung des Tempels

3 Nach diesem Gebet wandte sich der König zu den Israeliten um, die sich vor dem Tempel zusammengefunden hatten. Er segnete sie und sagte: 4 »Ich preise den HERRN, den Gott Israels! Nun hat er das Versprechen eingelöst, das er meinem Vater David gab. 5 Eines Tages sagte Gott zu ihm: ›Seit ich mein Volk aus Ägypten in dieses Land geführt habe, habe ich in keinem der Stämme Israels eine Stadt ausgewählt, damit man dort einen Tempel für mich baut. Ich habe auch nie einen Mann dazu erwählt, über mein Volk zu regieren. 6 Nun aber soll Jerusalem der Ort sein, an dem ich für immer wohnen will. Dich, David, habe ich zum König über mein Volk Israel bestimmt.‹

7 Mein Vater David hatte schon lange einen großen Wunsch: Er wollte dem HERRN, dem Gott Israels, einen Tempel bauen. 8 Doch der HERR sagte zu ihm: ›Ich freue mich zwar, dass du ein Haus für mich bauen möchtest. 9 Aber nicht du, David, sollst es bauen, sondern erst dein Sohn.‹ 10 Der HERR hat Wort gehalten: Ich bin als Nachfolger meines Vaters David König von Israel geworden, genau wie der HERR es vorausgesagt hat. Und nun habe ich auch den Tempel für den HERRN, den Gott Israels, gebaut 11 und die Bundeslade hineingestellt. In ihr liegen die beiden Gesetzestafeln. Sie sind die Wahrzeichen des Bundes, den der HERR mit den Israeliten geschlossen hat.«

Salomos Gebet zur Einweihung des Tempels

12 Dann trat Salomo vor den Augen der versammelten Israeliten an den Altar des HERRN und breitete seine Hände aus. 13 Er hatte für die Einweihungsfeier eine Plattform aus Bronze anfertigen und sie mitten in den Tempelvorhof stellen lassen. Sie war zweieinhalb Meter lang, zweieinhalb Meter breit und eineinhalb Meter hoch. Salomo stieg nun auf die Plattform, kniete vor den Augen der versammelten Menge nieder, erhob seine Hände zum Himmel 14 und betete:

»HERR, du Gott Israels! Es gibt keinen Gott wie dich – weder im Himmel noch auf der Erde. Du hältst den Bund, den du mit deinem Volk geschlossen hast, und erweist allen deine Liebe, die dir dienen und von ganzem Herzen mit dir leben. 15 Und so hast du auch deine Zusage eingehalten, die du meinem Vater David gegeben hast. Was du ihm damals versprachst, hast du nun in die Tat umgesetzt, wie wir alle es heute sehen.

16 HERR, du Gott Israels, ich bitte dich: Halte auch das andere Versprechen, das du meinem Vater David gegeben hast. Du sagtest zu ihm: ›Immer wird einer deiner Nachkommen König über Israel sein, solange sie sich nach meinen Geboten richten, wie du es getan hast.‹ 17 Ja, HERR, du Gott Israels, bitte erfülle alles, was du deinem Diener David versprochen hast!

18 Doch wirst du, Gott, wirklich auf der Erde bei den Menschen wohnen? Ist nicht sogar der weite Himmel noch zu klein, um dich zu fassen, geschweige denn dieses Haus, das ich gebaut habe? 19 Trotzdem bitte ich dich, HERR, mein Gott: Höre mein Rufen und weise meine Bitten nicht zurück! Erhöre das Gebet, das ich in aller Demut an dich richte! 20 Bitte, wache Tag und Nacht über dieses Haus! Es ist ja der Ort, von dem du selbst gesagt hast: ›Hier will ich wohnen.‹ Darum erhöre das Gebet, das ich, dein ergebener Diener, an diesem Ort an dich richte. 21 Nimm meine Gebete an und auch die deines Volkes, wenn wir zum Tempel gewandt mit dir reden. Hör unser Rufen im Himmel, dort, wo du thronst, und vergib uns!

22 Wenn jemand beschuldigt wird, einem anderen etwas angetan zu haben, und er hier vor deinem Altar schwören muss, dass er unschuldig ist, 23 dann höre du im Himmel, was er sagt, und sorge für Recht: Entlarve und bestrafe ihn, wenn er schuldig ist; wenn er aber unschuldig ist, verschaffe ihm Gerechtigkeit!

24-25 Wenn die Israeliten von Feinden besiegt werden, weil sie gegen dich gesündigt haben, und sie dann ihre Schuld einsehen und dich wieder als ihren Gott loben, so höre sie im Himmel! Vergib deinem Volk Israel die Schuld, wenn sie hier im Tempel zu dir beten und dich um Hilfe anflehen! Bring sie wieder zurück in das Land, das du einst ihnen und ihren Vorfahren geschenkt hast!

26-27 Wenn es einmal lange Zeit nicht regnet, weil sie gegen dich gesündigt haben, und sie dann zu diesem Tempel gewandt beten und dich wieder als ihren Gott loben, so höre sie im Himmel! Wenn sie von ihren falschen Wegen umkehren, weil du sie bestraft und zur Einsicht gebracht hast, dann vergib deinem Volk und seinen Königen ihre Schuld! Denn du zeigst ihnen, wie sie ein Leben führen können, das dir gefällt. Lass es wieder regnen auf das Land, das du deinem Volk als bleibenden Besitz gegeben hast!

28 Wenn im Land Hungersnot herrscht oder die Pest wütet, wenn das Getreide durch Glutwind, Pilzbefall oder Ungeziefer vernichtet wird, wenn Feinde kommen und israelitische Städte belagern – wenn also das Land von irgendeinem Unglück oder einer Seuche heimgesucht wird –, 29-30 dann höre auf jedes Gebet, das an dich gerichtet wird, sei es von einzelnen Menschen oder vom ganzen Volk! Erhöre im Himmel, wo du thronst, die Bitten aller, die dich in ihrer Not und ihrem Schmerz suchen und die Hände flehend zu diesem Tempel hin ausstrecken. Gib jedem, was er verdient, denn du kennst sein Herz! Vergib ihm und handle so mit ihm, wie es seinen Taten entspricht! Denn du allein kennst alle Menschen durch und durch. 31 Darum sollen sie dich als ihren Gott achten und ehren, und sie sollen dir gehorchen, solange sie in dem Land leben, das du unseren Vorfahren gegeben hast.

32 Wenn Ausländer, die nicht zu deinem Volk Israel gehören, deinetwegen aus fernen Ländern hierherkommen, weil sie von deinem Ruhm und deinen mächtigen Taten gehört haben, 33 dann erhöre auf deinem Thron im Himmel auch ihre Gebete, die sie vor diesem Tempel sprechen! Erfülle die Bitten dieser Menschen, damit alle Völker auf der Erde dich als den wahren Gott erkennen! Sie sollen dich achten und ehren, wie dein Volk Israel es tut, und sollen erkennen, dass du in diesem Tempel wohnst, den ich gebaut habe.

34 Wenn die Israeliten Krieg führen und auf deinen Befehl gegen ihre Feinde ausziehen, wenn sie dann zu der Stadt blicken, die du erwählt hast, und zu dem Tempel, den ich für dich gebaut habe, 35 dann höre im Himmel ihr Flehen und verhilf ihnen zum Recht!

36 Wenn sie sich aber von dir abwenden – es gibt ja keinen Menschen, der nicht sündigt – und du zornig wirst und sie an ihre Feinde auslieferst, die sie als Gefangene in ihr Land verschleppen, sei es fern oder nah, 37-39 dann höre sie doch im Himmel, wo du wohnst, wenn sie dort in der Fremde ihre Schuld bereuen und zu dir umkehren! Wenn sie dann zu dir um Hilfe flehen und dir bekennen: ›Wir haben Schuld auf uns geladen und gegen dich gesündigt, als wir dir den Rücken kehrten‹, dann erhöre ihr Flehen, wenn sie sich wieder von ganzem Herzen dir zuwenden! Hilf ihnen, wenn sie im Gebiet ihrer Feinde zu dir beten und zu dem Land blicken, das du ihren Vorfahren gegeben hast, zu der Stadt, die du für dich erwählt hast, und zu dem Tempel, den ich für dich gebaut habe. Vergib deinem Volk alles, was sie dir angetan haben!

40 Bitte, mein Gott, verschließ deine Augen und Ohren nicht vor den Gebeten, die dein Volk an diesem Ort an dich richtet!

41 HERR, mein Gott, erhebe dich! Lass dich nun im Heiligtum nieder, zusammen mit der Bundeslade, dem Zeichen deiner Macht. Deine Priester, HERR, mein Gott, sollen stets dein Heil für uns erwirken. Lass alle, die dir vertrauen, sich freuen über deine Güte.
42 HERR, mein Gott, weise mich nicht ab, den König, den du selbst erwählt hast! Denk daran, wie gütig du schon zu deinem Diener David warst!«

Ein Opferfest zur Einweihung des Tempels

7 1 Als Salomo sein Gebet beendet hatte, fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer. Der HERR in seiner Herrlichkeit erfüllte den ganzen Tempel, 2 so dass die Priester nicht mehr hineingehen konnten. 3 Als die Israeliten sahen, wie das Feuer vom Himmel kam und der HERR in seiner Herrlichkeit den Tempel erfüllte, fielen sie alle auf die Knie und verneigten sich, bis ihr Gesicht den Boden berührte. Sie beteten den HERRN an und lobten ihn mit dem Lied:

»Der HERR ist gütig,
  seine Gnade hört niemals auf!«

4-5 Mit einem großen Opferfest weihte der König und mit ihm das ganze Volk den Tempel Gottes ein. Salomo ließ 22.000 Rinder und 120.000 Schafe schlachten. 6 Während die Priester die Arbeiten verrichteten, die ihnen zugeteilt waren, spielten die Leviten auf den Instrumenten, die David zum Lob des HERRN hatte bauen lassen. Sie sangen und spielten das Loblied »Seine Gnade hört niemals auf«, das sie von David gelernt hatten. Die Priester begleiteten sie auf ihren Trompeten, während das ganze Volk stand.

7 Die Mitte des Tempelvorhofs wurde zur Opferstätte geweiht, weil der bronzene Altar, den Salomo gemacht hatte, viel zu klein war für die vielen Opfer. Denn unzählige Brand- und Speiseopfer wurden dargebracht, und auch das Fett der Tiere, die man für das Opfermahl schlachtete, wurde verbrannt.

8-9 Vierzehn Tage lang feierten König Salomo und die Israeliten: in der ersten Woche die Einweihung des Tempels und in der zweiten Woche das Laubhüttenfest. Sehr viele Israeliten nahmen daran teil. Von weit her waren sie nach Jerusalem gekommen, vom äußersten Norden des Landes aus Lebo-Hamat bis zu dem Bach, der im Süden die Grenze nach Ägypten bildet. Am letzten Tag feierten sie ein großes Abschlussfest. 10 Danach, am 23. Tag des 7. Monats, beendete Salomo das Fest, und die Israeliten zogen wieder nach Hause. Voller Freude und Dankbarkeit dachten sie an das Gute, das der HERR schon David und nun auch Salomo und seinem Volk Israel erwiesen hatte.

Kommentar

Leiter als Vorbilder

Wir alle sollen Vorbilder sein, aber es gibt Menschen mit einer besonderen Verantwortung. Israel sollte der Welt Beispiel und Vorbild sein. Gott hatte sie in besonderer Weise gesegnet und sie dazu berufen, anderen Nationen ein Vorbild zu sein, damit diese von Israels gutem Ruf angezogen würden. So sollten Menschen aus aller Welt Gott kennenlernen (6,32-33).

Gott hatte Jerusalem erwählt, „dass [sein] Name daselbst sei“ (6,6; LUT). Als besondere Vorbilder erwählte Gott David und Salomo, dass sie Israel regieren (6,6-7.10).

Aber auch andere Anführer hatten die Aufgabe, durch ihr Vorbild zu leiten. Die Leviten hatten eine besondere Führungsrolle beim Gottesdienst im Tempel (5,1ff). Auch Trompeter und Sänger hatten eine Führungsrolle (6,13).

Salomo leitet durch sein Vorbild in Gottesdienst und Gebet. „Er stand vor der ganzen Versammlung, kniete nieder, hob seine Hände zum Himmel und betete“ (6,13-14a).

Er erzählt anderen, wie groß Gott ist und betet Ihn dankend an. Salomos Gebet, mit dem er den Tempel für Gott weihte, zeigt, dass Israel häufig an seiner Rolle scheitern würde. Viele Male bittet er Gott, Er möge ihnen vergeben, wenn sie sich von Ihm abwenden (6,21.25.27.30.39).

Als Salomo sein Gebet beendet hatte, „sahen die Israeliten, wie das Feuer vom Himmel fiel und die herrliche Gegenwart des Herrn den Tempel erfüllte, sie warfen sich zu Boden und beteten den Herrn an und lobten [dankten] ihn“ (7,3).

Unter dem neuen Bund heute, sind wir Tempel Gottes (1. Korinther 6,19). Joyce Meyer schreibt, „Gott möchte Seine Herrlichkeit in und durch uns auf ebenso dramatische Weise zur Schau stellen, wie Er es in dem Tempel zu Salomos Zeit getan hat. Wenn Gottes Herrlichkeit in deinem Leben sichtbar wird, werden andere auf dich schauen und sagen, „Wow! Was für einem großen Gott du dienst,“ denn dann wird die Kraft Seiner Güte für sie sichtbar.“

Gebet

Herr, ich danke Dir, dass Du Deine Herrlichkeit in und durch mich zur Schau stellen möchtest. Bitte erfülle mich heute mit Deinem Heiligen Geist und hilf mir dabei, Jesu Beispiel zu folgen und ein gutes Beispiel für andere zu sein.

Pippa fügt hinzu

Sprüche 20,13

„Liebe nicht den Schlaf, sonst wirst du verarmen.” Oh weh! Ich schlafe so gern!

Vers des Tages

1. Korinther 10,31

Ob ihr esst oder trinkt oder was immer ihr sonst tut – alles soll zur Ehre Gottes geschehen.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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