Tag 25

Gott hat es zum Guten gewendet

Weisheit Psalm 15,1-2+5
Neues Testament Matthäus 17,22-23
Altes Testament 1.Mose 50,18-20

Einführung

Glenn Chambers, einem jungen Mann aus New York, hatte 1947 den Traum, Gott in Ekuador zu dienen. Vor dem Abflug wollte er noch schnell seiner Mutter einen kurzen Gruß schicken, hatte aber keine Zeit, eine Postkarte zu kaufen. Auf dem Boden des Terminals fand er einen Werbeflyer, auf dem in großen Buchstaben „Warum?“ stand. Er kritzelte seine Nachricht um das Wort herum und schickte sie ab. In derselben Nacht explodierte das Flugzeug, in dem er saß, in viereinhalb tausend Metern Höhe über dem El Tablazo in Kolumbien. Als seine Mutter seine Nachricht, die sie erst nach seinem Tod erreichte, erhielt, sprang ihr die Frage nach dem „Warum?“ förmlich ins Gesicht.

Warum lässt Gott solches Leid zu? Diese Frage stellt die größte Herausforderung für den christlichen Glauben dar. Umfang und Ausmaß erscheinen uns willkürlich und ungerecht.

Theologen und Philosophen ringen seit Jahrhunderten um das Geheimnis unverdienten Leides, aber niemandem ist je gelungen, eine einfache und vollständige Antwort auf die Frage zu finden. Die Abschnitte von heute und morgen beantworten uns diese Frage auch nur zum Teil, aber jeder Abschnitt gibt uns einen kleinen Einblick.

Leid ist an und für sich niemals gut, aber wir sehen, wie Gott es auf unterschiedliche Art und Weise zum Guten wenden kann. Gott liebt dich. Dein Leid ist gleichermaßen Gottes Leid. Er leidet mit dir. Trotzdem nimmt Er das Leid nicht immer einfach aus deinem Leben heraus; manchmal benutzt Er Schlechtes, um damit Seine guten Ziele zu verfolgen.

Weisheit

Psalm 15,1-2+5

1 Ein Lied von David. HERR, wer darf in dein Heiligtum kommen?
  Wer darf auf deinem heiligen Berg zu Hause sein?
2 Jeder, der aufrichtig lebt,
  der das Rechte tut und durch
  und durch ehrlich ist.

5 Jeder, der keine Wucherzinsen nimmt,
  wenn er Geld ausleiht, und der sich nicht bestechen lässt,
  gegen Unschuldige falsch auszusagen oder sie zu verurteilen.

Wer so handelt, der wird niemals zu Fall kommen!

Kommentar

Gott nutzt Leid, um dich zu verändern

Haben dich die Umstände in deinem Leben oder eine bestimmte Situation schon einmal so richtig erschüttert? Oder gab es Zeiten, in denen du den Halt verloren hast und versucht warst aufzugeben?

Der Psalm heute erinnert uns, dass wir auch in Leidenszeiten „auf sicherem Grund stehen“ (16,6). David beschreibt das Leben, wie es Gott für dich vorgesehen hat. Was er schreibt, kann dir eine gute Orientierungshilfe in schweren Zeiten sein.

1. Tu das Richtige
Führe „ein vorbildliches Leben“ und tu, „was recht ist“ (15,2a).

2. Sag die Wahrheit
Sag „von Herzen die Wahrheit“ (15,2b).

3. Tratsche nicht
Verleumde niemanden (15,3a).

4. Tu niemandem unrecht
Füge niemand Unrecht zu (15,3b).

5. Halte Wort
Halte deine Versprechen, auch wenn es dir schadet (15,4b). D. h. tu, zu was du dich verpflichtet hast, auch dann, wenn es dir nicht in den Kram passt - eine besondere Herausforderung für die heutige Generation, in der die Absage eines Termins o.ä. nur eine WhatsApp entfernt ist.

6. Sei großzügig
Fordere „keine Zinsen für verliehenes Geld“ (15,5a).

7. Sei ehrlich
Lass dich nicht bestechen (15,5b).

In dem Maße, in dem unser Charakter dem hier beschriebenen immer ähnlicher wird, werfen uns widrige Umstände weniger schnell und stark aus der Bahn. Der Psalmist bemerkt, „Wer so handelt, steht für immer auf sicherem Grund“ (15,5c) und darf „in dein Heiligtum kommen“ (15,1a).

In seinem Brief an die Römer erläutert Paulus, dass sorgenvolle Zeiten unseren Charakter formen, was wiederum zu einer sicheren Hoffnung und der Erfahrung von Gottes Liebe führt (Römer 5,3-5). Hoffnung und Liebe geben uns tatsächlich in Leid und Ungewissheit den stärksten Halt.

Gebet

Herr, ich danke Dir, dass Du mich annimmst, wie ich bin. Aber Du willst auch nicht, dass ich so bleibe. Hilf mir, heilig zu leben. Hilf mir, Probleme und Anfechtungen als Teil meiner Charakterbildung zu sehen.

Neues Testament

Matthäus 17,22-23

22 Eines Tages, als Jesus sich mit seinen Jüngern in Galiläa aufhielt, sagte er zu ihnen: »Der Menschensohn wird bald in der Gewalt der Menschen sein. 23 Sie werden ihn töten. Aber am dritten Tag wird er auferstehen.« Da wurden seine Jünger sehr traurig.

Kommentar

Gott nutzt Leid, um dich zu retten

Jesus kam auf die Erde, um das Leiden auf Sich zu nehmen (17,22-23) und alles Leid durch Seinen Tod und Seine Auferstehung für immer auszulöschen.

Gottes Leiden am Kreuz steht im Zentrum: „„Der Menschensohn wird verraten werden. Man wird ihn umbringen, doch drei Tage später wird er von den Toten auferweckt werden.“ Als die Jünger das hörten, wurden sie sehr traurig“ (17,22-23). Sie verstanden nicht, dass Gott die bösen Taten der Menschen (und der dämonischen Mächte) für Seine guten Absichten gebraucht – nämlich um viele Leben zu retten.

Er wendete das schlimmste Verbrechen, das je begangen wurde (die Ermordung des Sohn Gottes) zum Guten (die Rettung der Menschheit).

Die Heilung des an Epilepsie leidenden Jungen (17,18) ist ein Vorgeschmack auf die Zeit, wenn es weder Leid noch Krankheit mehr geben wird. Jesu Tod und Auferstehung bedeuten, dass niemand „ins ewige Höllenfeuer geworfen“ (18,9) werden muss.

Wie antworten wir darauf?

1. Mit Glauben
Im heutigen Abschnitt sehen wir das furchtbare Leid eines Kindes und wie sein Vater mit ihm leidet (17,15). In diesem speziellen Fall hinderte die Jünger ihr Mangel an Glauben daran, den Jungen zu heilen (Das ist aber nicht immer der Grund – manche Menschen beten mit großem Glauben für Heilung, und der sichtbare Erfolg bleibt trotzdem aus). Jesus sagt, wenn wir auch nur ein kleines Bisschen Glauben haben, können wir Berge versetzen. „Nichts wäre euch unmöglich“ (17,20).

2. Stoß niemanden unnötig vor den Kopf
Jesus zahlt, obwohl Er als Sohn Gottes von der Tempelsteuer (für das Haus Gottes) befreit ist, die Steuer trotzdem. Er sagt, „wir wollen sie jedoch nicht vor den Kopf stoßen“ (17,27). Jesus war durchaus bereit, Anstoß zu erregen, aber Er tat es nicht unnötig.

3. Sei demütig
Unsere „Größe“ im Himmelreich richtet sich nicht nach unseren Errungenschaften zu Lebzeiten, sondern danach, ob wir uns „selbst erniedrigen“ wie ein Kind (18,4; NGÜ).

4. Sei konsequent
Jesus fordert uns auf, konsequent gegen Sünde in unserem Leben vorzugehen (18,7-9).

Gebet

Herr, danke, dass im Zentrum des Universums das Ereignis steht, bei dem Du das Böse zum Guten gewendet hast. Bitte hilf uns, unser ganzes Vertrauen auf Dich zu setzen.

Altes Testament

1.Mose 50,18-20

18 Danach kamen die Brüder selbst zu ihm, warfen sich zu Boden und sagten: »Bitte, Herr, wir sind deine Diener!« 19 Aber Josef erwiderte: »Habt keine Angst! Ich maße mir doch nicht an, euch an Gottes Stelle zu richten! 20 Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen. Durch meine hohe Stellung konnte ich vielen Menschen das Leben retten. 21 Ihr braucht also nichts zu befürchten. Ich werde für euch und eure Familien sorgen.« So beruhigte Josef seine Brüder und redete ihnen freundlich zu.

Kommentar

Gott nutzt Leid für Seine guten Absichten

Was andere Menschen – oder sogar der Teufel – Böses gegen dich planen, kann Gott für Seine eigenen guten Ziele verwenden: zu deinem Wohl und zugunsten anderer Menschen, die durch dein Leben und deinen Dienst gesegnet werden.

Am Ende seines Lebens segnete Jakob seine Söhne. Er segnete Juda mit Erfolg, Wohlstand und Leiterschaft. Juda sollte zum mächtigsten Stamm Israels im Süden werden und in Person Davids den König der ganzen Nation stellen.

Wieder sehen wir eine Vorahnung auf Jesus: „Das Zepter wird immer Juda gehören und der Herrscherstab deinen Nachkommen“ (49,10). Später werden wir lesen, „Ein Stern geht auf aus Jakob; ein Zepter kommt aus Israel hervor“ (4. Mose 24,17). Jesus wird außerdem als „der Löwe aus dem Stamm Juda …[die] Wurzel Davids“ (Offenbarung 5,5) bezeichnet.

Jakob segnet Josef mit den Worten, er soll wie „ein fruchtbarer Baum, ein fruchtbarer Baum an einer Quelle“ sein. Er hatte schwierige Situationen und Angriffe ausgestanden, aber Gott wendete alles zum Guten. Josef hatte Erfolg, weil Gottes Hand auf ihm lag und Böses zum Segen hatte werden lassen (50,20).

Nach Jakobs Tod fürchteten Josefs Brüder, dass er sich an ihnen rächen würde für alles, was sie ihm als Jungen angetan hatten (50,15). Aber Josef beruhigte sie, „„Habt keine Angst vor mir. Bin ich etwa an Gottes Stelle? Was mich betrifft, hat Gott alles Böse, das ihr geplant habt, zum Guten gewendet. Auf diese Weise wollte er das Leben vieler Menschen retten. Habt also keine Angst. Ich selbst will für euch und eure Familien sorgen.“ So beruhigte er sie und sprach freundlich mit ihnen“ (50,19-21).

R.T. Kendall schreibt dazu, „Von sofortiger Rechtfertigung hätte in dem Moment nur Josef etwas gehabt; dem Reich Gottes hätte es nichts gebracht. Wenn wir in irgendeiner Art und Weise schlecht behandelt werden, müssen wir erkennen, dass unser Leid umfassende Auswirkungen im Reich Gottes hat. Es gibt Gründe für anhaltendes Leid, die wir nicht sehen. Wer weiß, was Gott aus Ihrem Leben machen wird, wenn Sie Misshandlungen würdevoll ertragen?“

Lerne Gottes Hand in allem, was du erlebst, zu sehen – im Guten wie im Schlechten. Lerne, es mit Augen des Glaubens zusehen. Und lerne verstehen, dass alles Teil von Gottes Plan ist, auch das Böse und Schlechte zum Guten zu wandeln – so, wie Er es durch Jesu Tod am Kreuz getan hat.

Die Verheißung aus dem Neuen Testament ist, dass Gott alles, was dir passiert, zu deinem Besten dienen lassen wird. Im Angesicht von Prüfung, Versuchung, Kämpfen und Anfechtungen versichert dir das Neue Testament, „dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt“ (Römer 8,28).

Gebet

Herr, bitte hilf mir, allen, die mich in irgendeiner Art und Weise verletzt haben, voll und ganz zu vergeben. Hilf mir, Deine Handschrift in allem zu erkennen, was mir geschieht – im Guten wie im Schlechten. Danke, dass Du denen alles zum Guten führen wirst, die Dich lieben.

Pippa fügt hinzu

Matthäus 17,21

„Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, könntet ihr zu diesem Berg sagen: `Rücke dich von hier nach da…´“

Ein Senfkorn klingt nach nicht so viel. Das muss doch machbar sein. Auf meiner Gebetsliste stehen noch einige große Berge, die sich noch nicht vom Fleck bewegt haben. Eine Ermutigung also weiter zu beten, auch für die großen Sachen.

Vers des Tages

Matthäus 17,20-21

Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, … Nichts wäre euch unmöglich.

Thought for the Day

Gott wendet alles, was dir geschieht, zu deinem Besten.
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Verweise

Redaktioneller Hinweis: R.T. Kendall God Meant it for Good S.62 (bisher nicht auf Deutsch erschienen)

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuelle Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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