Tag 219

Drei schlechte Haltungen, die zu Spaltung führen

Weisheit Psalm 92,8+10+13-14
Neues Testament 1. Korinther 3,1–11+21
Altes Testament 1. Chronik 24,3+5

Einführung

Während meines Studiums hatte ich eine WG mit meinem guten Freund Nicky Lee, der inzwischen zum Pastorenteam unserer Gemeinde gehört. Wir versorgten uns selbst: ich kochte und Nicky Lee teilte die Portionen auf. Er war Experte für das Aufteilen in exakt gleichgroße Portionen, egal was es gab. Das ist ein Beispiel, wo Teilen etwas Gutes meint.

Trennung und Teilung kommen vor. Sie müssen nicht notwendigerweise schlecht sein. Tatsächlich sind sie manchmal nötig. Geschäftsbereiche und Mitarbeiter nach unterschiedlichen Aufgaben, in verschiedenen Abteilungen zu organisieren, kann hilfreich und wichtig sein. Diese Art der Aufteilung sehen wir heute in unserem Text aus dem Alten Testament.

Am Tag des Jüngsten Gerichtes wird auch getrennt werden. Das ist eine notwendige Trennung von Gut und Böse. Von dieser Art Trennung handelt unser heutiger Psalm.

Und dann gibt es noch eine dritte Form der Trennung, die weder gut, noch hilfreich oder nötig ist. Uneinigkeit und Spaltung einer Gemeinde ist tragisch. Diese Art Trennung müssen wir unter allen Umständen zu verhindern suchen. Hiervon spricht Paulus in unserem heutigen Abschnitt aus dem Neuen Testament.

Weisheit

Psalm 92,8+10+13-14

8 Mag auch ein Gottloser Erfolg haben,
  mag er emporwachsen und blühen –
  er wird doch für immer vernichtet werden.

10 Eines ist sicher: Deine Feinde werden umkommen;
  die Menschen, die Unrecht tun, werden in alle Winde zerstreut!

13 Wer Gott liebt, gleicht einer immergrünen Palme,
  er wird mächtig wie eine Zeder auf dem Libanongebirge.
14 Er ist wie ein Baum, der im Vorhof des Tempels
  gepflanzt wurde und dort wachsen und gedeihen kann.

Kommentar

Trennung der Gottesfürchtigen von den gottlosen Menschen

Nach dem Psalmisten lässt sich die Welt in „gottlose Menschen“ (92,8) und „Gottesfürchtige“ (92,13) aufteilen. Gottlose Menschen sind „Narren“, die es „nicht begreifen“ (92,7). Sie sind „Feinde“ Gottes (10a). Eines Tages werden nicht nur die Gottesfürchtigen von den Gottlosen getrennt, sondern unter den Gottlosen selbst wird es zu einer Trennung kommen; sie „werden zerstreut werden“ (10b), und sterben (10a). Die „Gottesfürchtigen“ dagegen können sich auf eine sichere Zukunft freuen (13-16).

Sowohl „gottlose Menschen“ (8a) als auch die „Gottesfürchtigen werden gedeihen“ (13-14), aber auf unterschiedliche Weise. Für die „gottlosen Menschen“ ist das nur vorübergehend; „am Ende werden sie alle umkommen“ (92,8). Sie sind wie Gras. Das Gedeihen der „Gottesfürchtigen“ (92,13) ist von Dauer, ewig. Sie wachsen „wie Palmen … wie die Zedern auf dem Libanon“ (92,13). „Noch im hohen Alter werden sie Frucht bringen und werden grün und lebendig bleiben“ (92,15).

Der Unterschied zwischen weltlichem Erfolg – Ruhm, Macht, Geld usw. – und einer erfolgreichen Nachfolge Jesu durch ein heiliges Leben ist wie der Unterschied zwischen Gras, das nach ein paar Tagen verwelkt und einer immergrünen Palme, die Jahrhunderte überdauert.

Gebet

Herr, angesichts des bleibenden Segens, den Du schenkst, will ich „schon früh am Morgen deine Gnade loben und noch in der Nacht deine Treue preisen“ (92,3; Hfa).

Neues Testament

1. Korinther 3,1–11+21

1 Liebe Brüder und Schwestern! Ich konnte allerdings zu euch nicht wie zu Menschen reden, die sich vom Geist Gottes leiten lassen und im Glauben erwachsen sind. Ihr wart noch wie kleine Kinder, die ihren eigenen Wünschen folgen. 2 Darum habe ich euch nur Milch und keine feste Nahrung gegeben, denn die hättet ihr gar nicht vertragen. Selbst jetzt vertragt ihr diese Nahrung noch nicht; 3 denn ihr lebt immer noch so, als würdet ihr Christus nicht kennen. Beweisen Eifersucht und Streit unter euch nicht, dass ihr immer noch von eurer selbstsüchtigen Natur bestimmt werdet und wie alle anderen Menschen denkt und lebt? 4 Wenn die einen unter euch sagen: »Wir gehören zu Paulus!«, und andere: »Wir halten uns an Apollos!«, dann benehmt ihr euch, als hätte Christus euch nicht zu neuen Menschen gemacht.

5 Wer ist denn schon Apollos oder Paulus, dass ihr euch deshalb streitet? Wir sind doch nur Diener Gottes, durch die ihr zum Glauben gefunden habt. Jeder von uns hat lediglich getan, was ihm von Gott aufgetragen wurde. 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, aber Gott hat das Wachstum geschenkt. 7 Es ist nicht so wichtig, wer pflanzt und wer begießt; wichtig ist allein Gott, der für das Wachstum sorgt. 8 Von Gottes Mitarbeitern ist einer so notwendig wie der andere, ob er nun das Werk beginnt oder weiterführt. Jeder wird von Gott den Lohn für seine Arbeit bekommen, der ihm zusteht.

9 Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerland und sein Bauwerk.

10 Gott hat mir in seiner Gnade den Auftrag und die Fähigkeit gegeben, wie ein geschickter Bauleiter das Fundament zu legen. Doch andere bauen nun darauf weiter. Und jeder muss genau darauf achten, wie er diese Arbeit fortführt. 11 Das Fundament, das bei euch gelegt wurde, ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen.

21 Merkt ihr, wie unsinnig es ist, einem bestimmten Menschen zu folgen und sich darauf auch noch etwas einzubilden? Euch gehört doch ohnehin alles.

Kommentar

Spaltungen in der Gemeinde

Paulus’ Brief an die Korinther ist wie ein Sandwich: Er beginnt mit Lob und Liebe, und er endet mit Gnade und Liebe. In der Mitte aber spricht Paulus die Punkte an, die die Gemeinde in Angriff nehmen muss.

Der Brief ist ein gutes Modell, wenn wir kritische Punkte bei einer Person oder in der Gemeinde ansprechen müssen. Beginne und beende das Gespräch mit etwas Positivem, Ermutigendem; doch habe den Mut, die Probleme anzusprechen.

Einer der Punkte, die Paulus anspricht, ist Spaltung in der Gemeinde. Er sagt, sie sind, als ob sie „noch zu dieser Welt gehören“ (3,1) und nicht vom „Geist Gottes erfüllt“ sind (3,1; GNB). In mancher Hinsicht war Korinth die „geistlichste“ aller Gemeinden, mit denen Paulus korrespondierte. Ihnen fehlte „keine der Gaben, die Gottes Geist den Glaubenden schenkt“ (1,7; Hfa). Einige schlechte Haltungen machten sie aber „ungeistlich“, denn sie führten zu Spaltung.

Drei schlechte Haltungen spricht er konkret an. Sie stellen für jeden Christ eine Gefahr dar, besonders aber für christliche Leiter.

1. Neid
Er schreibt, „Beweisen Neid und Streit unter euch nicht, dass ihr immer noch wie alle anderen Menschen denkt und lebt?“ (3,3; Hfa). Wir vergleichen uns so schnell mit anderen. Und wenn wir dann von einem Segen hören, fragen wir uns gleich, wann wir wohl damit rechnen dürfen. Joyce Meyer schreibt, „Wir sollten andere segnen und keine Angst haben, selbst zu kurz zu kommen. Es gibt keinen Grund, irgendjemanden wegen seiner Erscheinung, Bildung, Stellung in der Gesellschaft, Gaben und Begabungen, wegen seines Besitzes, Ehestandes, Jobs oder sonst etwas zu beneiden. Das hemmt nur unseren eigenen Segen.“

2. Prahlen
Paulus schreibt, „Deshalb bildet euch auf einen anderen Menschen nichts ein“ (3,21). Prahlen ist die Versuchung, uns mit anderen zu vergleichen; zu glauben, dass wir eine gute oder bessere Figur abgeben, um dann mit unserem „Erfolg“ anzugeben. Wir müssen unsere Rolle in Gottes Plan aus der richtigen Perspektive betrachten. Erstens sind wir „Menschen“ (3,4), zweitens „nur Diener“ (3,4), und drittens „ist nicht so wichtig, wer pflanzt und wer begießt“ (3,7; Hfa). Wir haben also keinen Grund zu prahlen.

3. Streit
Paulus sieht in ihrem „Streiten“ ein weiteres Zeichen, dass sie „ungeistlich“ sind. Wir müssen vermeiden, Partei zu ergreifen, wo „einer von euch erklärt: „Ich bin ein Anhänger von Paulus“, während der andere sagt: „Ich gehöre zu Apollos““ (3,4).

Ursache aller drei Haltungen ist eine aufgeblasene Wahrnehmung der eigenen Bedeutung. All das sind „ungeistliche“ Haltungen. Und doch sind sie weit verbreitet in der Welt und machen leider auch nicht vor der Kirchentür halt.

Wir müssen begreifen, dass wir alle von Gott abhängig sind. Der eine pflanzt, ein anderer gießt, aber Gott schenkt das Wachstum (3,6). Pflanzen und Gießen sind wichtig, aber verhältnismäßig einfach. Nur Gott kann den schwierigen Teil, nämlich das Wachstum schenken – von Pflanzen, Menschen und Gemeinden.

Du hast eine Aufgabe. Erstens gebraucht Gott dich, um Menschen zum Glauben zu führen. Apollos und Paulus waren es, „durch die [die Korinther] zum Glauben gekommen“ waren (3,5; GNB). Zweitens wird Gott dich belohnen. Einer pflanzt und einer gießt; jeder hat einen Auftrag, der je nach Aufgabe belohnt wird. Drittens bist du „Gottes Mitarbeiter“ (3,9; GNB). Gott wollte nicht alles selbst machen, sondern entschied Sich, dich mithelfen zu lassen.

Von Gott gebraucht zu werden, ist ein großes Privileg. Nicht nur bist du „Gottes Mitarbeiter“, sondern auch „Gottes Acker, sein Bauwerk“ (3,9). Die Menschen versuchen, ihr Leben auf vielen Dingen aufzubauen – Geld, Bildung, Titel, Besitz, aber Jesus ist das einzig sichere Fundament (3,11).

Paulus fährt fort, „Erkennt ihr denn nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt?“ (3,16). „Merkt ihr, wie unsinnig es ist, sich auf das Können von Menschen etwas einzubilden? Euch gehört doch ohnehin alles…Ihr selbst aber gehört Christus, und Christus gehört Gott“ (21-23; Hfa).

Gebet

Herr, danke, dass wir Deine Mitarbeiter sein dürfen, und dass Du es bist, der Wachstum schenkt. Bitte bewahre uns davor, stolz zu werden, bewahre uns vor Neid und Streit. Hilf uns, die Einheit der Kirche zu bewahren.

Altes Testament

1. Chronik 24,3+5

3 David teilte die Priester in Dienstgruppen ein. Zadok, ein Nachkomme von Eleasar, und Ahimelech, ein Nachkomme von Itamar, halfen ihm dabei: 5 Die Diensteinteilung wurde durch das Los bestimmt, denn die Priester, die im Heiligtum vor Gott den höchsten Dienst versahen, sollten aus beiden Sippen stammen.

Kommentar

Aufteilung nach Aufgaben

Hier wird der Begriff „Teilung“ positiv verwendet. „Dies waren die Abteilungen der Söhne Aaron“ (24,1; LUT). „David teilte die Nachkommen Aarons je nach ihren Pflichten in Gruppen auf“ (24,3). „Die Nachkommen Eleasars wurden in 16, die Nachkommen Itamars in acht Gruppen unterteilt, denn unter den Nachkommen Eleasars gab es mehr Männer als unter den Nachkommen Itamars“ (24,4). „Sie wurden durch das Los eingeteilt, sodass niemand bevorzugt wurde“ (24,5). Es gab auch „Abteilungen der Torhüter“ (26,1.26). „Die Abteilungen der Torhüter waren nach den führenden Männern ihrer Familien benannt und wie die anderen Leviten dienten sie im Haus des Herrn“ (26,12).

In der Liste tauchen einige interessante Namen auf. Unter den Sängern finden wir die Psalmisten „Asaf“ (Psalme 50 und 73-83), „Jedutun“ (Psalme 39; 62; 77) und „Heman“ (Psalm 88).

Unter den Torhütern sind welche aus der „Sippe der Korachiter“. Psalm 84 wird den „Söhnen Korachs“ zugeschrieben – und er wurde daher wahrscheinlich von einem Torhüter geschrieben. Auf einmal ergibt es mehr Sinn, wenn wir lesen, „Lieber möchte ich Torhüter im Haus meines Gottes sein, als in den Häusern der Bösen zu wohnen“ (Psalm 84,10).

Im Leib Christi teilen wir die Aufgaben auf. Jeder Körperteil hat eine andere Funktion. Paulus schreibt, „Der menschliche Körper hat viele Glieder und Organe, doch nur gemeinsam machen die vielen Teile den einen Körper aus…Gott hat den Körper so gefügt, dass … keine Spaltung im Leib zustande [kommt], sondern alle Glieder sorgen in gleicher Weise füreinander“ (1. Korinther 12,12.24-25).

Paulus beschreibt hier den positiven Aspekt der Aufgabenteilung (die unterschiedlichen Aufgaben eines Leibes) unter Vermeidung der negativen (es soll zu keinen Spaltungen oder Uneinigkeiten im Leib kommen).

Im „Haus Gottes“ zu dienen ist eine große Ehre – egal ob du als Ordner auf dem Parkplatz, beim Kirchenkaffee oder im Begrüßungs- oder Gebetsteam mitarbeitest. Jede einzelne Aufgabe ist wichtig und ehrenvoll, weil wir Gott in Seinem Haus damit dienen.

Gebet

Herr, hilf uns, die Aufgaben in der Gemeinde klug zu verteilen, damit der ganze Leib Christi eingebunden wird. Hilf uns, in Deiner Kirche als Einheit zu agieren; zusammengesetzt aus vielen unterschiedlichen Teilen, wo jeder durch den Heiligen Geist einträchtig mit dem anderen zusammenarbeitet.

Pippa fügt hinzu

Psalm 92,15

„Noch im hohen Alter werden sie Frucht bringen und werden grün und lebendig bleiben.“

Grün und lebendig klingt gut. Da das Leben so schnell vergeht, nähere ich mich mit großen Schritten dem hohen Alter. Dieser Vers macht Mut. Fromme, ältere Menschen sind etwas Wunderbares. Man kann es ihnen schon im Gesicht ansehen. Mir fallen spontan viele ein, zu denen ich bewundernd aufschaue – ihre Weisheit, ihr heiliges Leben inspirieren mich. Ich wünsche mir auch, noch im hohen Alter Frucht zu bringen und „grün und lebendig“ auszusehen.

Vers des Tages

Psalm 92,14

Er ist wie ein Baum, der im Vorhof des Tempels gepflanzt wurde und dort wachsen und gedeihen kann.

Thought for the Day

Jesus ist das einzig sichere Fundament.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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