Tag 170

Die Schätze der Bibel heben

Weisheit Psalm 75,3-5 + 8-10
Neues Testament Apostelgeschichte 13,26-31 + 38-39
Altes Testament 1. Könige 6,38

Einführung

Meine erste Begegnung mit Jesus hatte ich beim Bibellesen. Und obwohl ich seitdem praktisch täglich in der Bibel lese, entdecke ich ständig Neues.

Immanuel Kant stellte fest, „Die Bibel ist eine unerschöpfliche Quelle aller Wahrheit. Die Existenz der Bibel ist der größte Segen für die Menschheit.“ Sie ist voller unermesslicher Schätze, durch die du beim Lesen und Studieren Gott selbst begegnen kannst.

Trotzdem ist das Buch nicht immer leicht verständlich. Es hilft, Sprache und literarisches Genre, das der jeweilige Verfasser benutzt hat, besser zu erkennen, um so seine Absicht besser zu verstehen.

Weisheit

Psalm 75,3-5 + 8-10

3 Gott spricht: »Wenn meine Zeit gekommen ist,
  werde ich Gericht halten und für Gerechtigkeit sorgen!
4 Mag auch die Erde beben,
  und mögen ihre Bewohner vor Angst zittern –
  ich selbst habe die Fundamente der Erde unverrückbar festgelegt.
5 So befehle ich nun den großmäuligen Angebern:
  Schluss mit euren großen Worten!
  Denen, die mich ablehnen, sage ich:
  Blast euch nicht so auf!

8 Denn Gott allein ist Richter: Den einen lässt er fallen,
  den anderen bringt er zu Ansehen und Macht.
9 Der HERR hat einen Becher in seiner Hand,
  gefüllt mit starkem, betäubendem Trank.
  Alle, die Gott verachten, müssen den Becher
  bis zum letzten bitteren Tropfen austrinken.
10 Ich aber will immer von Gott erzählen,
  für ihn, den Gott Jakobs, will ich musizieren.

Kommentar

Wortgewaltige Metaphern

Es gibt Dinge, die sind „wahr“, ohne dass sie „wörtlich“ zu nehmen sind. In diesem Psalm wird Wahrheit in Metaphern ausgedrückt.

Gottes Gerechtigkeit ist das Fundament unseres Universums. Im heutigen Psalm finden wir mindestens vier Metaphern für Seine Gerechtigkeit.

1. Das Böse und seine Folgen
Der Psalmist wusste gewiss, dass die Erde nicht im wörtlichen Sinne auf Säulen (75,4a; LUT) steht. Er bedient sich bildlicher Sprache, die auch als solche verstanden werden will. Es handelt sich um poetische Sprache, die so wahr ist, wie „wörtliche Wahrheit“.

Das Beben der Erde und ihrer Bewohner (75,4a) ist eine Metapher für das Böse und seine Folgen. Unmoralisches Handeln untergräbt die Stabilität der Welt und der Gesellschaft. Der Herr verkündet, dass Er sie gnädigerweise aufrechterhält: „ich halte ihre Säulen fest“ (75,4b; LUT).

2. Macht und ihre Kehrseiten
„Hörner“ (75,5; ELB) stehen für Macht. Wieder wird das Wort metaphorisch, poetisch verwendet. Gott erhebt das Horn (also die Macht) der Gerechten und schlägt die Hörner der Gottlosen ab (75,12; ELB). Macht korrumpiert die Menschen leicht und macht sie überheblich. Gott spricht zu den Gottlosen, „Erhebt nicht das Horn!“ (75,5; ELB).

3. Dienst und seine Wirkung
Die „Hand des Herrn“ (75,9) ist ein Symbol für Seine Macht und Gewalt. Es handelt sich um anthropomorphe Sprache, d.h. Wörter, die sich auf die menschliche Gestalt beziehen, mit denen nicht-menschliche Dinge beschrieben werden.

Wenn wir beim Gebetsdienst Menschen die „Hände auflegen“ – vermögen unsere Hände an und für sich wenig, aber sie symbolisieren Gottes gewaltige Kraft, die durch uns wirkt.

4. Gericht und Jesus
Der Vergleich vom Gericht Gottes mit einem „Becher“ (oder Kelch) ist eine weitere Metapher. „Der Herr hält einen Becher in seiner Hand, voll mit schäumendem Wein, gemischt mit Gewürzen. Diesen Wein wird er beim Gericht ausschenken, und alle Gottlosen müssen ihn bis zum allerletzten Tropfen trinken“ (75,9).

Am Kreuz leerte Jesus den Becher von Gottes Gericht und nahm das Gericht, das wir verdient hätten, auf Sich. Er hatte vorher davon gesprochen (Markus 10,38; Lukas 22,42; Johannes 18,11)

Gebet

„Wir danken dir, Gott! Wir danken dir, weil du uns nahe bist“ (75,2). Danke, dass Du eines Tages alles Böse von dieser Welt wegnehmen wirst und dass dann das Gute und die Gerechtigkeit bis in alle Ewigkeit Bestand haben werden.

Neues Testament

Apostelgeschichte 13,26-31 + 38-39

26 Euch, liebe Brüder und Schwestern, die ihr von Abraham abstammt, und euch, die ihr an den Gott Israels glaubt und ihn ehrt, gilt diese rettende Botschaft. 27 Die Einwohner von Jerusalem und ihre führenden Männer haben nicht verstanden, wer Jesus ist. Sie haben ihn verurteilt, und damit erfüllten sie die Vorhersagen der Propheten, die jeden Sabbat vorgelesen werden. 28 Denn obwohl sie Jesus kein Vergehen nachweisen konnten, wofür er den Tod verdient hätte, verlangten sie von Pilatus, ihn hinzurichten. 29 Als sie alles getan hatten, was in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist, nahmen sie ihn vom Kreuz herunter und legten ihn in ein Grab. 30 Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. 31 Danach ist Jesus noch viele Tage seinen Jüngern erschienen, die mit ihm von Galiläa nach Jerusalem gekommen waren. Sie sind jetzt vor dem Volk Israel die Zeugen für seine Auferstehung. 38-39 So sollt ihr nun wissen, liebe Brüder und Schwestern, dass es Jesus ist, durch den ihr Vergebung der Sünden erlangt. Jeder, der an ihn glaubt, wird frei von aller Schuld. Das Gesetz von Mose konnte uns Menschen davon nicht lossprechen.

Kommentar

Historische Fakten

Wie kannst du dir deiner Vergebung sicher sein? Woher wissen, dass der Tod nicht das Ende ist? Was gibt dir Gewissheit, dass du ewiges Leben hast?

Du kannst dir sicher sein aufgrund der historischen Fakten, die uns über Jesu Leben, Seinen Tod und Seine Auferstehung vorliegen.

Lukas schrieb Geschichte auf. In der Einleitung zu seinem zwei Bände umfassenden Werk (Lukasevangelium und Apostelgeschichte) spricht Lukas davon, dass ihm Augenzeugenberichte vorlagen und dass er sorgfältig nachgeforscht und alles ordentlich aufgeschrieben hat (siehe Lukas 1,3-4).

Der heutige Abschnitt berichtet von Paulus‘ Reisen und Reden. Und auch Paulus spricht über historische Fakten. Er fasst die Geschichte des Gottesvolkes zusammen: den Auszug aus Ägypten, die Jahre in der Wüste, die Einnahme von Kanaan, die Zeit der Richter und Könige – bis hin zu David, dessen Nachfahre der historische Jesus sein sollte.

Anschließend betrachtet Paulus die historischen Tatsachen um Jesu Tod und besonders auch um Seine Auferstehung. Vier Umstände bestätigen Jesu Auferstehung:

1. Das Handeln Gottes
„Sie nahmen ihn vom Kreuz und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt“ (13,29-30). Was Gott im Alten Testament verheißen hatte, erfüllte Er im Neuen Testament, indem Er „Jesus auferweckt hat“ (13,33). Er hatte es im Alten Testament vorausgesagt (13,34) und Jesus genau so auferweckt, „wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht“ (13,33; LUT).

2. Eine historische Tatsache
„Gott hatte in der Schrift zugesagt, dass [Er] Jesus von den Toten auferweckt“ (13,34). Hierbei handelt es sich nicht um eine Metapher. Wir erfahren diese Wahrheit nicht im Wesentlichen in unseren Herzen, sondern es ist, wie Paulus sagt, eine historische Tatsache. Die körperliche Auferstehung Jesu hat tatsächlich stattgefunden. Jesus stand im Leib von den Toten auf.

„Danach ist Jesus noch viele Tage seinen Jüngern erschienen, die mit ihm von Galiläa nach Jerusalem gekommen waren. Sie sind jetzt vor dem Volk Israel die Zeugen für seine Auferstehung“ (13,31; Hfa).

3. Ein einmaliges Ereignis
Jesu Auferstehung ist ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der Menschheit. Paulus vergleicht Jesus hier mit David, „er wurde bei seinen Vorfahren begraben und verweste“ (13,36b). Andere mögen wiederbelebt worden sein (und starben später), aber Jesus wurde von den Toten auferweckt, Sein Leib ist nie verwest: Gott hat „ihn mit der Auferweckung aber für immer dem Tod und der Verwesung entrissen“ (13,34a; GNB).

4. Die gute Nachricht
Das ist die gute Nachricht (13,32), die Paulus predigte. Die Auferstehung bedeutet, dass das Kreuz wirkungsvoll war und dass Sündenvergebung möglich ist (13,38). Wer glaubt, wird freigesprochen (13,39). Deine Vergangenheit ist erledigt, und du kannst in einer gesunden Beziehung mit Gott leben.

Die historischen Tatsachen rund um die Auferstehung haben große Auswirkungen auf dein Leben und deine Zukunft. Wenn Jesus gestorben, begraben und von Gott auferweckt wurde, heißt das, dass eines Tages alle, die an Ihn glauben und schon gestorben sind, ebenfalls von Gott zu ewigem Leben auferweckt werden (s. 1. Korinther 15 und 1. Thessalonicher 4,13-18).

Wenn du deiner Generation „nach dem Willen Gottes gedient [hast]“, wirst auch du „begraben“ (Apg. 13,36) und später von Gott zu ewigem Leben erweckt.

Gebet

Ich danke Dir, Herr, für die wunderbar frohe Botschaft der Auferstehung. Danke, dass mir meine Sünden vergeben sind, dass ich freigesprochen bin und mich nicht mehr vor dem Tod fürchten muss. Hilf mir, wie David, dieser Generation nach Deinem Willen zu dienen.

Altes Testament

1. Könige 6,38

38 Im 11. Regierungsjahr Salomos, im Monat Bul, dem 8. Monat des Jahres, war der Tempel fertig. Insgesamt hatte man also sieben Jahre daran gebaut. Jede Einzelheit stimmte genau mit den Bauplänen überein.

Kommentar

Symbolische Darstellung

Hast du dich je gefragt, ob sich Gott wirklich für die Einzelheiten deines Lebens interessiert? Wenn wir uns die genauen Anweisungen für den Bau des Tempels betrachten, sehen wir, wie sorgfältig Gott den weitaus herrlicheren Tempel, der uns im Neuen Testament offenbart wird, vorbereitet, geplant und den Weg dafür bereitet hat. Wenn Gott ein so großes Interesse an den Details eines Gebäudes hat, wie viel mehr werden Ihn dann die Details deines Lebens interessieren. Wenn dir etwas wichtig ist, dann ist es das Gott auch.

Die Typologie handelt von der symbolischen Darstellung. Sie ist für uns Christen zentral für unser Verständnis des Alten Testaments. Einige der wunderbaren Wahrheiten über die Rettung im Neuen Testament wurde bereits in der Geschichte des Alten Testaments angedeutet. Zum Beispiel wird Adam als „ein Bild dessen, der kommen sollte“ (Römer 5,14; LUT) beschrieben.

Der Tempel im Alten Testament kann auch als „ein Bild“ des Tempels im Neuen Testament betrachtet werden (das Volk Gottes). Unser heutiger Abschnitt beschreibt den Tempel, den Salomo sieben Jahre lang erbaute (6,38). Es sollte der Ort sein, an dem die Gegenwart Gottes auf Erden wohnte: „ich will mitten unter den Israeliten in diesem Tempel wohnen“ (6,13; Hfa).

Daher war Vortrefflichkeit damals das Ziel, denn es sollte der Ort sein, an dem Gottes Gegenwart wohnte. Sein Namen stand auf dem Spiel. Sie führten alles so gut aus, wie sie nur konnten. Der ganze „Tempel [wurde] mit Gold verkleidet“ (13,22), nur „beste Qualität“ wurde verarbeitet (7,9; Hfa). Wenn Vortrefflichkeit schon damals das Maß der Dinge war, wie viel mehr sollten wir uns darum bemühen, jetzt, da Gottes Gegenwart in uns Wohnung genommen hat.

Interessant ist auch, dass Gott keine Eile hat! „480 Jahre nach dem Aufbruch des Volkes Israel aus Ägypten… begann König Salomo, das Haus des Herrn zu bauen“ (6,1).

Wir sind das Haus Gottes. Gott lebt in jedem von uns. Dein Körper ist Tempel des Heiligen Geistes (1. Korinther 6,19). Die heutige Kirche ist der heilige Tempel des Herrn, in dem Gott durch Seinen Geist lebt (Epheser 2,21-22). Sie ist heute das „Haus“ Gottes.

Gebet

Herr, öffne mir die Augen für die unermesslichen Schätze Deines Wortes. Vor allem aber zeige mir den gekreuzigten und auferstandenen Jesus – den einen, von dem die ganze Bibel handelt.

Pippa fügt hinzu

Apostelgeschichte 13,38b–39

„In diesem Mann, Jesus, findet ihr Vergebung für eure Sünden. Wer an ihn glaubt, wird von aller Schuld frei und vor Gott gerecht gesprochen - wie es das jüdische Gesetz nie vermochte.“

Egal wie sehr wir uns anstrengen, wir genügen nie. Das Wunder des Kreuzes besteht darin, dass uns alles vollkommen vergeben werden kann. Vor welchen Problemen wir heute auch wieder stehen, lasst sie uns erneut zum Kreuz Jesu bringen.

Vers des Tages

Apostelgeschichte 13,39b

Jeder, der an ihn glaubt, wird frei von aller Schuld. Das Gesetz von Mose konnte uns Menschen davon nicht lossprechen.

Thought for the Day

Wenn dir etwas wichtig ist, dann ist es das Gott auch.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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