Tag 143

Die Liebe deines Lebens

Weisheit Psalm 66,16–20
Neues Testament Johannes 13,34–35
Altes Testament 1. Samuel 13,13-14 und 14,1+6

Einführung

Bischof Festo Kivengere gehörte zu den Gemeindeleitern, die 1977 ein Protestschreiben an den Diktator Idi Amin überreichten. Sie protestierten darin gegen die Prügeltrupps, die willkürlichen Ermordungen und das ungeklärte Verschwinden von Personen, die damals in Uganda an der Tagesordnung waren. Tags darauf wurde Festo Kivengeres Freund und Vorgesetzter, Erzbischof Janani Luwum, von Idi Amin ermordet; Bischof Festo musste in den Untergrund schließlich ins Exil.

Wenig später veröffentlichte Festo Kivengere ein Buch mit dem Titel Ich liebe Idi Amin . In diesem Buch erklärt er den ungewöhnlichen Titel: „Der Heilige Geist zeigte mir, dass ich in meinem Geist hart geworden war… ich musste Gott um Vergebung bitten und um die Gnade, Präsident Idi Amin mehr lieben zu können… das war wie ein frischer Wind für meine müde Seele. Ich wusste, dass ich den Herrn gesehen hatte und befreit worden war: Liebe erfüllte mein Herz.“

Liebe ist mehr als ein Gemütszustand oder Gefühl. Es ist die Entscheidung, wie wir andere behandeln wollen. Jesus ist das höchste Vorbild für Liebe in der Geschichte. Er fordert uns auf, Gott zu lieben, einander zu lieben (Johannes 13,34-35), unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst und sogar unsere Feinde zu lieben. Sein Leben ist ein Zeugnis dafür; Er hat alle Menschen geliebt (auch Judas, der Ihn verriet, wie wir heute lesen), und aus Liebe hat Er Sein Leben für uns alle hingegeben.

Weisheit

Psalm 66,16–20

16 Kommt und hört mir zu, ihr,
 die ihr Gott achtet und ehrt,
 ich will euch erzählen,
 was er für mich getan hat.
17 Als ich zu ihm um Hilfe schrie, wusste ich:
 Gott wird mir helfen!
 Deshalb begann ich, ihn zu preisen.
18 Hätte ich Böses im Sinn gehabt,
 dann hätte der Herr mich nicht erhört.
19 Aber er hat mich erhört,
 mein Gebet hat er angenommen.
20 Gelobt sei Gott, denn er hat meine Bitten nicht verachtet
 und mir seine Liebe nicht entzogen.

Kommentar

Gott lieben

Versprichst du Gott manchmal, etwas zu tun (…oder etwas nie wieder zu tun!), wenn Er nur dein Gebet erhört? Der Psalmist hat so ein Versprechen abgegeben – und als Sein Gebet erhört wurde, erfüllte er es. Er schrieb, „Jetzt komme ich …, um meine Versprechen einzulösen, die ich vor dir abgelegt habe und die du mich sprechen hörtest, als ich in größter Not war“ (66,13-14).

Gott liebt dich. Er enthält dir Seine Liebe nicht vor. Der Psalmist preist Gott: „Ich preise den Herrn, denn er hat meine Bitten nicht verachtet und mir seine Liebe nicht entzogen“ (66,20; Hfa). „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Johannes 4,19; Hfa).

In Seiner Liebe hört und antwortet Gott auf deine Gebete. Wenn du Seine Liebe in vollen Zügen genießen, erhörtes Gebet erleben und Ihm deine Liebe zeigen möchtest, dann gibt es eine Sache, die du nicht tun darfst: Der Psalmist schreibt, „Hätte ich Böses im Sinn gehabt, dann hätte der Herr mich nicht erhört“ (66,18; Hfa).

Wenn in deiner Vergangenheit Schuld ist, bekenne sie und wende dich von ihr ab; so wird dir vergeben. Vorsätzlich Böses zu planen, behindert unsere Beziehung zu Gott. Wir können dann nicht mit reinem Gewissen in Seine Gegenwart kommen und Seine Liebe erfahren.

„Aber Gott hat mich erhört! Er hat mein Gebet vernommen!“ (66,19). Deshalb lädt der Psalmist andere ein, ihm zuzuhören: „Kommt alle und hört zu, die ihr Gott fürchtet, ich will euch erzählen, was er für mich getan hat“ 66,16). Die Zeugnisse anderer, was sie mit Gott erlebt haben, sind unheimlich ermutigend. Sie lassen unseren Glauben wachsen.

Gebet

Herr, ich danke Dir für Deine Vergebung, Gnade und Liebe. Danke für die vielen erhörten Gebete (66,19). „Gelobt sei Gott, denn er hat meine Bitten nicht verachtet und mir seine Liebe nicht entzogen“ (66,20; Hfa).

Neues Testament

Johannes 13,34–35

34 Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben. 35 An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid.«

Kommentar

Einander lieben

Nichts hindert die Ausbreitung des Evangeliums mehr als ein Mangel an Liebe unter Christen. Wenn sich unsere Nation verändern soll, wenn sich die Menschen Jesus wieder zuwenden sollen, müssen wir damit anfangen, uns untereinander zu lieben. Das bedeutet konkret, Christen anderer Gemeinden und Denominationen und mit anderen Traditionen und Ansichten zu lieben.

Es bedeutet, die Geschwister in der eigenen Gemeinde zu lieben. Uneinigkeit zerstört, Liebe vereint. Liebe zieht andere Menschen hin zu Jesus. Gott lieben und andere in Seinem Namen zu lieben, muss unser allgemeines Bestreben sein. Diese Art von Liebe ist in der Lage, die Welt zu verändern.

Heute geht es um drei Männer (Judas, Petrus und den Verfasser des Johannesevangeliums), die ganz unterschiedliche Beziehungen zu Jesus hatten. Jeder steht für eine andere Situation in unserem Leben.

Johannes, der Jünger, den Jesus lieb hatte, kannte die Liebe Jesu auf sehr innige Art und Weise. Von allen Jüngern war er der engste Freund Jesu. Er war der, der neben Ihm saß (13,23). Viermal beschreibt sich Johannes als „der, den Jesus liebte“: hier (13,23), am Kreuz (19,26), am leeren Grab (20,2) und mit dem auferstandenen Jesus (21,20). Er zeigt uns, dass wir in die enge Gemeinschaft mit Jesus eingeladen sind.

Aus dem Erleben dieser Liebe Jesu heraus sprechen das Evangelium und die Briefe des Johannes viel von Liebe. Er berichtet, dass Jesus Seinen Jüngern sagte, „So gebe ich euch nun ein neues Gebot: Liebt einander. So wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben. Eure Liebe zueinander wird der Welt zeigen, dass ihr meine Jünger seid“ (13,34-35).

Menschen scheitern aus unterschiedlichen Gründen daran, andere zu lieben. Judas verrät Jesus, obwohl er Ihm so nahe ist: „Der, der mein Brot mit mir geteilt hat, hat sich gegen mich gewandt“ (13,18). Satan ergriff von ihm Besitz (13,27). Wir sehen hier das krasse Gegenteil von Liebe. Judas hasste die Liebe. Er lehnte sich gegen Jesus auf. Und trotzdem liebte Jesus ihn weiterhin.

Petrus liebte Jesus. Aber er hatte eine komplexe Persönlichkeit mit einer sehr menschlichen Sichtweise von Jesus und Seinem Auftrag. Petrus war bereit, für Jesus zu sterben (13,37), doch Jesus erwidert, „Ehe morgen früh der Hahn kräht, wirst du drei Mal leugnen, mich auch nur zu kennen“ (13,38).

Jesus stellt dich vor die herausfordernde Aufgabe: „So wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben“ (13,34). Jesu Liebe äußert sich, indem Er Sein Leben für dich gab. Er fordert dich auf, Seinem Beispiel zu folgen und aufopferungsvoll zu lieben. Diese Art zu lieben kennzeichnet einen wahren Christen. „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (13,35; LUT).

Liebe ist die überzeugendste Form der Evangelisation. Wenn Menschen wahre Liebe sehen, sehen sie Gott. Der beste Einstieg, Menschen von Jesus zu erzählen, ist, sie und andere Christen zu lieben.

Normalerweise tun wir uns mit Menschen zusammen, die ähnlich denken wie wir. Aber wir sollen anders sein. Die Kirche Jesu Christi bringt Menschen unterschiedlicher Art und Herkunft, mit verschiedenen Interessen, aus allen Altersgruppen, Volkszugehörigkeiten, Ethnien, Ansichten, Lebensformen und Meinungen zusammen – und alle sollen sich untereinander lieben.

Gebet

Herr, hilf uns, einander so zu lieben, wie Du uns liebst. Wir beten, dass wir Zeuge einer neuen Liebe unter Christen aller Gemeinden, Denominationen und Traditionen sowohl in den Ortsgemeinden als auch weltweit werden. Möge Deine Liebe die Welt verändern.

Altes Testament

1. Samuel 13,13-14 und 14,1+6

13 »Das war sehr dumm von dir!«, erwiderte Samuel. »Du hast dem Befehl des HERRN, deines Gottes, nicht gehorcht. Er wollte dir und deinen Nachkommen für alle Zeiten die Königsherrschaft über Israel geben. 14 Du aber hast sie durch dein voreiliges Handeln verspielt. Der HERR hat schon einen Nachfolger ausgesucht und ihn dazu bestimmt, das Volk zu regieren. Es ist ein Mann, der ihm Freude macht. Du aber hast dem Befehl des HERRN nicht gehorcht.«

1 Eines Tages sagte Jonatan zu seinem jungen Waffenträger: »Komm, wir wollen zum Posten der Philister dort drüben gehen!« Seinem Vater erzählte er nichts davon.

6 Jonatan sagte nun zu seinem jungen Waffenträger: »Komm, wir wollen hinübergehen zum Wachposten dieser unbeschnittenen Heiden! Wer weiß, vielleicht hilft uns der HERR. Denn für ihn spielt es keine Rolle, ob wir viele oder wenige sind.«

Kommentar

Wie Gott lieben?

Manchmal fühlst du dich vielleicht überwältigt angesichts der schieren Zahl deiner Probleme – Krankheit, Versuchungen, Anfechtungen deines Glaubens usw. – aber Gott kann dich herausholen, wenn Er zu deinen Gunsten handelt. Wie viel größer die Zahl deiner Gegner auch sein mag, wenn Gott für dich eintritt, wirst du gerettet.

Vertraue Gott nicht nur, wenn alles glatt läuft, sondern auch in schweren Zeiten. Gott sucht Männer und Frauen des Glaubens.

Samuel sagte, „der Herr hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht. Er hat ihn bereits zum Anführer seines Volks bestimmt“ (13,14).

Gottes Herz ist voller Liebe, Mitgefühl, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Kreativität. Er sucht Menschen, die wie Er, wie Jesus sind. Nur der Heilige Geist in deinem Herzen kann bewirken, dass du wirst wie Jesus.

Saul hatte versagt. Gott hatte Saul beauftragt, er solle auf Samuel warten. Als Samuels Ankunft sich verzögerte, wurden die Leute unruhig. Saul sorgte sich mehr darum, was die Leute dachten, als was Gott dachte. Er wurde ungeduldig und geriet in Panik (13,6-12), gerade so wie wir. Arbeite daran, geduldiger zu werden – auf Gottes Eingreifen zu warten – und nicht in Panik zu verfallen, wenn nicht alles wie erwartet läuft. Lass dich nicht zu übereilten Entscheidungen hinreißen.

Jonathan dagegen hatte höchstes Vertrauen in Gottes Liebe. Er sagte, „Vielleicht wird der Herr uns helfen, denn den Herrn kann nichts aufhalten. Er kann eine Schlacht gewinnen, ganz gleich, ob er viele oder nur wenige Krieger hat“ (14,6).

Gebet

Herr, bitte schenke mir ein Herz, das so ist wie Deines – ein liebendes Herz. Hilf mir, auf Deine unerschöpfliche Liebe zu vertrauen. Danke, dass Deine Liebe durch den Heiligen Geist in mein Herz ausgegossen ist (Römer 5,5). Gieße diese Liebe auch heute in mein Herz.

Pippa fügt hinzu

Johannes 13,35

„Eure Liebe zueinander wird der Welt zeigen, dass ihr meine Jünger seid.“

Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal eine Gruppe junger Christen traf. Ich war so beeindruckt von ihrer bedingungslosen Liebe mir gegenüber und untereinander, dass ich unbedingt dazugehören wollte. Ich hoffe so sehr, dass es das ist, was die Menschen erleben, wenn sie sonntags in unsere Gottesdienste, wenn sie zu Alpha oder einer anderen Veranstaltung unserer Gemeinde kommen.

Vers des Tages

Joh. 14,34

Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr euch auch untereinander lieben.

Thought for the Day

Vertraue Gott nicht nur, wenn alles glatt läuft, sondern auch in schweren Zeiten.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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