Tag 142

Nimm dir Zeit zum Feiern

Weisheit Psalm 66,1–2+5
Neues Testament Johannes 13,5-10+14-15
Altes Testament 1. Samuel 11,12-15 und 12,24

Einführung

„Eine Vorahnung, des Himmels”, so beschrieb eine Frau ihr Erleben unserer alljährlichen Gemeindefreizeit („Focus“). In dem Jahr, in dem sie, anstatt an der Freizeit teilzunehmen, eine ausgefallene Fernreise unternahm, dachte sie jeden Tag, dass sie viel lieber bei Focus gewesen wäre.

Focus ist eine Zeit, in der die Gemeinde zusammenkommt, um zu feiern, Gott anzubeten, Ihm zu danken und Ihn zu loben. Ganz oft erleben wir dabei eine große Ausgießung des Heiligen Geistes. Es ist eine Zeit geistlichen Wachstums. Wir hören visionäre und praktische Vorträge über biblische Inhalte, die uns im Leben als Christen weiterhelfen. Wir lachen und haben viel Spaß zusammen; es ist wie eine einwöchige Party. Wir spielen, picknicken, singen und tanzen. Neue Freundschaften werden geschlossen. Einfach ein toller Urlaub. Es ist wirklich wie „eine Vorahnung des Himmels”.

Feiern ist ein wichtiger Teil des Lebens. Das Gottesvolk des Alten Testaments hatte seine regelmäßigen Feste. Ein von Jesu wunderbarsten Geschichten (Lukas 15,11-31) erzählt von dem riesigen Fest, das gegeben wurde, als der verloren geglaubte Sohn nach Hause zurückkehrte. Der Vater sagte, „Wir wollen essen und feiern!“ (Lukas 15,23; Hfa)

Weisheit

Psalm 66,1–2+5

1 Ein Lied. Jubelt Gott zu,
 all ihr Menschen auf der Erde!
2 Singt und musiziert zu seiner Ehre,
 stimmt ein Loblied an auf seine Größe und Pracht!

5 Kommt und seht, was Gott getan hat;
 wie ehrfurchtgebietend sind seine Taten unter den Menschen!

Kommentar

Feiern, wie gut Gott ist

Fühlst du dich manchmal, als hättest du einen Höllenritt hinter dir? Bis an deine äußerste Grenze gedrängt? Möglicherweise „prüft“ dich Gott – wie Silber, das geläutert wird.

Dieser Psalm feiert die Tatsache, dass Gott Sein Volk durch eine enorm schwere Zeit hindurchgeführt hat:

„Du, o Gott, hast uns geprüft,
du hast uns geläutert wie Silber im Schmelzofen… durch viele Feuerproben mussten wir hindurch –
aber du hast uns aus der Gefahr befreit
und uns mehr gegeben, als wir brauchten“ (66,10-12; Hfa).

Das ließen sie nicht unbemerkt verstreichen. Sie feierten es. Irgendwie klingt es nach einer sehr lauten Angelegenheit: „Jubelt Gott zu, all ihr Menschen auf der Erde!“ (66,2; Hfa). Sie priesen Gott mit Liedern: „Wie wunderbar sind deine Werke“ (66,3). Sie feierten Gottes Werke (66,5), sie freuten sich und lobten Gott so laut, dass es alle hören konnten: „Ihr Völker, preist den Herrn! Lobt ihn laut, dass alle es hören!“ (66,8; Hfa).

Psalm 66 ist einer der Psalmen, die Gottes Güte feiern. So hört es sich an, wenn wir gemeinsam Gott loben und feiern.

Gebet

Herr, ich will feiern, wie gut Du bist. Danke, dass Du mich durch Feuer und Wasser an einen Ort des Überflusses führst.

Neues Testament

Johannes 13,5-10+14-15

5 Er goss Wasser in eine Schüssel und begann, seinen Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Tuch abzutrocknen. 6 Als er zu Simon Petrus kam, wehrte dieser ab: »Herr, wie kommst du dazu, mir die Füße zu waschen!« 7 Jesus antwortete ihm: »Was ich hier tue, verstehst du jetzt noch nicht. Aber später wirst du es begreifen.« 8 Doch Petrus blieb dabei: »Niemals sollst du mir die Füße waschen!« Worauf Jesus erwiderte: »Wenn ich dir nicht die Füße wasche, gehörst du nicht zu mir.« 9 Da sagte Simon Petrus: »Herr, dann wasch mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und das Gesicht!« 10 Jesus antwortete: »Wer gebadet hat, der ist ganz rein. Ihm braucht man nur noch den Straßenstaub von den Füßen zu waschen. Ihr seid rein – aber nicht alle.«

14 Wenn schon ich, euer Lehrer und Herr, euch die Füße gewaschen habe, dann sollt auch ihr euch gegenseitig die Füße waschen. 15 Ich habe euch damit ein Beispiel gegeben, dem ihr folgen sollt. Handelt ebenso!

Kommentar

Jesus feiern

Wir erleben gute und schlechte Zeiten. Aber eines können wir immer feiern, dass Jesus für uns gestorben und auferstanden ist. Er sagte, „ich bin gekommen, um die Welt zu retten, und nicht, um sie zu richten“ (12,47), und „Ich bin .. gekommen, …damit alle, die an mich glauben, nicht im Dunkel bleiben“ (12,46).

Jesus wäscht Seinen Jüngern unmittelbar vor Beginn des Passahfestes die Füße (13,1). Freudige Aufregung muss in der Luft gelegen haben, als hunderttausende nach Jerusalem kamen, um das Passafest zu feiern. Diese Zeit des Feierns kündigt Jesu Tod und Auferstehung an, die wir heute an Ostern feiern.

Als Jesus ihnen die Füße gewaschen hat, fragt Er sie, „Versteht ihr, was ich getan habe?“ (13,12). Was meint Er damit? Was sollten die Jünger verstehen? Wir können dem Abschnitt vier Bilder entnehmen:

1. Liebe
Die Fußwaschung demonstrierte „das ganze Ausmaß seiner Liebe“ (13,1). Sie steht im krassen Gegensatz zu dem, was sich die Welt darunter vorstellt, wenn Menschen das Wort „Liebe“ in den Mund nehmen. Es ist viel mehr als ein Gefühl; es ist die Entscheidung, Menschen so zu behandeln, wie Jesus es tun würde (13,14-15).

2. Dienst
Die Straßen Palästinas waren unbefestigt und dreckig. Bei trockenem Wetter waren sie staubig, bei nassem lief man durch Morast.

In reichen Häusern wartete eine Wasserschüssel auf den Eintretenden. Der niederste Sklave zog einem die Sandalen aus und wusch einem die Füße.

Während es sich alle gemütlich machen, steht Jesus auf, zieht Sein Obergewand aus und beginnt, wie ein Sklave ihre Füße zu waschen.

Damit zeigt uns Jesus, dass wir, wenn wir die Menschen lieben, bereit sind, ihnen zu dienen. Und: dass wer dient, stets mit äußerstem Respekt behandelt werden sollte.

3. Demut
In Jesus kamen auf einzigartige Weise Liebe (13,1) und Macht zusammen: „der Vater [hatte] ihm uneingeschränkte Macht über alles gegeben“ (13,3a). Er entschied Sich aus Liebe, Seinen Jüngern in Demut zu dienen.

Wer wie Judas die eigene Ehre sucht (13,2), dem bleibt am Ende nichts. William Temple sagte, „Wer auf seiner Würde besteht, tritt sie gewöhnlich platt.“ Wer sich selbst erhöht, wird gedemütigt. Wer sich aber demütigt, den wird Gott erhöhen.

4. Vergebung
Wenn Er hier vom Waschen und Reinigen spricht, meint Jesus nicht nur die Befreiung von Dreck, sondern die Befreiung von Sünde. Die Fußwaschung ist ein Bild dessen, was Jesus am Kreuz tat (13,7). Aufgrund Jesu Tod am Kreuz für uns ist dir völlig vergeben. Warum lehrt uns Jesus dann, regelmäßig um Vergebung zu bitten?

Mir persönlich hilft der Vergleich, das Bild hier, als Jesus Sich Petrus zuwandte, um ihm die Füße zu waschen. „„Nein“, protestierte Petrus. „Du sollst mir niemals die Füße waschen!“ Jesus erwiderte: „Wenn ich dich nicht wasche, gehörst du nicht zu mir““ (13,8). Da sagte Petrus, „Dann wasche mir auch die Hände und den Kopf, Herr, und nicht nur die Füße“ (13,9). „Jesus erwiderte: „Wer gebadet hat, braucht sich - ausgenommen die Füße - nicht zu waschen, um völlig rein zu sein““ (13,10).

Ein Bild für Vergebung: Wenn du dein Vertrauen auf Jesus setzt, wirst du vollkommen rein gemacht und dir ist vergeben – alles. Du brauchst diesen einmaligen Akt der Umkehr nicht zu wiederholen. Dein Glaube führt zu absoluter Vergebung und ist vergleichbar mit einem Vollbad – was bei der Taufe symbolisch stattfindet.

Aber auf unserem Weg durchs Leben tun wir Dinge, die unsere Freundschaft mit Gott „beschmutzen“. Seiner Freundschaft kannst du dir stets gewiss sein, aber sie ist belastet von dem Schmutz, den du an deinen Füßen sammelst. Deshalb bitte täglich, „Herr, vergib mir; reinige mich von dem Schmutz.“ Du musst kein Bad nehmen; das hat Jesus für dich getan. Aber ein gewisses Maß an Reinigung mag wohl jeden Tag nötig sein.

Zusätzlich zu den großen Feierlichkeiten an Ostern, erinnern wir uns und feiern bei jedem Abendmahl diese erstaunlichen Ereignisse, nämlich Jesu Tod und Auferstehung für dich.

Gebet

Herr, bitte hilf uns, dem Vorbild Jesu zu folgen – nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Danke, dass Du uns so viel Anlass zum Feiern gibst.

Altes Testament

1. Samuel 11,12-15 und 12,24

12 Nach diesem Sieg kamen einige Israeliten zu Samuel und wollten wissen: »Wer sind die Herumtreiber, die Saul damals als König ablehnten? Los, gebt sie heraus, wir wollen sie umbringen!« 13 Doch Saul wehrte ab: »Heute soll niemand von uns sterben, denn der HERR selbst hat Israel gerettet.« 14 Dann forderte Samuel das Volk auf: »Versammelt euch in Gilgal. Dort wollen wir Saul noch einmal als König bestätigen.« 15 Alle Israeliten zogen nach Gilgal. Feierlich krönten sie Saul in der Gegenwart des HERRN zum König. Anschließend feierten sie ein großes Fest. Als Zeichen ihrer Freude brachten sie dem HERRN viele Friedensopfer dar.

24 Habt Ehrfurcht vor dem HERRN und dient ihm treu von ganzem Herzen! Vergesst nie, wie viel er schon für euch getan hat!

Kommentar

Erfolge feiern

Sauls Regentschaft begann mit einer Flitterwochen-artigen Zeit. Der Geist des Herrn kam auf ihn und er prophezeite (10,9-13). Gott gab ihm viel Weisheit im Umgang mit Widerständen. Und er wusste, wann er besser nichts sagte (10,27).

Bald schon bekam es Saul mit „niederträchtigen Menschen“ (10,37; EÜ) zu tun. Wohl berührt Gott die Herzen der Menschen (10,26), trotzdem bleibt die Bibel realistisch. Die Unruhestifter warteten schon. Wo auch immer Gott mächtig am Wirken ist, sei darauf gefasst, auf Menschen zu treffen, die Ärger machen.

Als das Volk Gottes Gefahr lief, der Grausamkeit eines Mannes ausgeliefert zu werden, der allen das rechte Auge ausstechen wollte, „kam der Geist Gottes über [Saul]“ (11,6). Gott schenkte ihm einen großen Sieg und die Weisheit, die ihn anschließend sagen ließ, „Heute wird niemand getötet, denn heute hat der Herr Israel gerettet!“ (11,13). Stattdessen „feierten sie ein großes Fest“ (11,15; Hfa).

In seiner Abschiedsrede sprach Samuel davon, wie oft Gott Seinem Volk Erfolg geschenkt hatte, nachdem sie Ihn um Hilfe angerufen hatten (12,8.10-11). Eindringlich ermahnte er sie, „Denkt an all das Wunderbare, das er für euch getan hat“ (12,24). Vieles davon war die Folge von Samuels Gebet und er sagte, „Was mich angeht, so werde ich ganz bestimmt nicht gegen den Herrn sündigen, indem ich aufhöre, für euch zu beten“ (12,23).

Lass dich nicht so von deinen eigenen Bedürfnissen und Nöten vereinnahmen, dass du aufhörst, für andere zu beten. Es ist wichtig, dass wir füreinander beten.

Unser heutiger Abschnitt endet damit, dass Samuel das Volk ermahnt, „Denkt an all das Wunderbare, das er für euch getan hat“ (12,24). Was auch gerade in deinem Leben los ist, schau zurück und feiere deine Vergebung, die Gabe des Heiligen Geistes, die Verheißung der Herrlichkeit und alle anderen wunderbaren Dinge, die Gott für dich getan hat.

Gebet

Herr, ich schaue heute dankbar zurück und feiere all die wunderbaren Dinge, die Du für mich getan hast: …

Pippa fügt hinzu

1. Samuel 11,6

„Als Saul diese Worte hörte, kam der Geist Gottes über ihn und er wurde sehr zornig.“

Ich verbinde den Heiligen Geist, der auf jemanden kommt, selten mit Zorn. Gewöhnlich verbinde ich die Vorstellung damit, dass Er Menschen vom Zorn befreit und ihm Freude, Frieden oder eine tiefe Überzeugung schenkt. Zorn über Ungerechtigkeiten allerdings setzt uns in Bewegung, lässt uns aktiv werden.

Vers des Tages

1. Samuel 12,24

Vergesst nie, wie viel er schon für euch getan hat!

Thought for the Day

„Wer auf seiner Würde besteht, tritt sie gewöhnlich platt.“ – William Temple
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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