Tag 141

Was ist gute Regierung?

Weisheit Psalm 65,1–5
Neues Testament Johannes 12,12–15+27-33
Altes Testament 1. Samuel 8,19-22 und 10,1 + 6-7

Einführung

Kriege oder jüngst auch die Pandemie bringen Länder in Krisen; die Regierungen sind maßgeblich verantwortlich dafür. In Deutschland wird diesen Herbst eine neue Regierung gewählt. Jede Regierung hat gute und schlechte Phasen. Unsere Politiker sind auch nur Menschen mit Schwächen, wie wir.

Von Winston Churchill stammt der Ausspruch, „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."

Die Aussagen über menschliche Regierung in der Bibel sind ambivalent. An manchen Stellen wird sie als von Gott eingesetzt beschrieben (z.B. Römer 13), an anderen wird sie dargestellt, als unter dämonischen Einfluss stehend (z.B. Offenbarung 13). Zusammengenommen repräsentieren sie die Realität menschlicher Herrschaft. Regierungen spiegeln die Mischung, die in uns allen steckt, aus gut und wahr neben dem, was böse und unaufrichtig ist, wider.

Unsere Stellen heute zeigen uns die Stärken und Schwächen menschlicher Regierung (1. Samuel 8,1.10,8). Wir sehen Gottes Güte (Psalm 65) und warum Seine Regentschaft über uns eine wunderbare Sache hätte sein können. Und wir sehen die Hoffnung auf eine neue Art der Regierung – die Königsherrschaft Jesu (Johannes 12,12-36).

Weisheit

Psalm 65,1–5

1 Ein Lied von David. 2 Dir gebühren Anbetung und Lob, du Gott, der auf dem Berg Zion wohnt. Was man dir versprochen hat, das löst man dort dankbar für dich ein. 3 Du bist es, der Gebete erhört, darum kommen die Menschen zu dir. 4 Schwere Schuld drückt uns zu Boden; doch trotz unserer Untreue wirst du uns vergeben. 5 Glücklich ist jeder, den du erwählt hast und den du zu deinem Heiligtum kommen lässt! Er darf in den Vorhöfen des Tempels zu Hause sein. Wir sehnen uns nach all dem Guten, das du in deinem Haus für uns bereithältst.

Kommentar

Herrschaft Gottes

Ist dir bewusst, wie gut Gott ist? Er liebt dich und möchte, dass du jeden Tag deines Lebens Seinen Segen genießt. Dieser Psalm handelt ausschließlich von Gottes Güte und Freundlichkeit. Er malt das wunderschöne Bild eines Lebens, das unter Seiner Herrschaft gelebt wird. Nimm dir heute Zeit, über Gottes Güte nachzudenken.

Gott hört deine Gebete (65,3), Er vergibt dir deine Schuld, selbst wenn „Sündige Taten“ dich „überwältig“ haben (65,4; ELB). Gottes Vergebung ist erstaunlich.

In Seiner Gegenwart „wollen [wir] uns sättigen an all dem Guten“ (65,5; NGÜ). Er schenkt dir „Hoffnung“ (65,6b) und „Freude“ (9b).

Seine große Liebe wird für uns sichtbar in der Art und Weise, wie Er Sich um die Schöpfung kümmert (Er schenkt Regen, Ernten und Vieh usw.; 65,10-14).

Wir werden nicht unmittelbar von Gott regiert, aber durch Christus hast du in deinem Leben eine persönliche Beziehung mit Gott. Du kannst Seinen Geboten folgen und den Segen Seiner Gegenwart erfahren. Das ist eine Möglichkeit, wie du das „Reich Gottes“ ganz persönlich erleben kannst.

Gebet

Herr, danke für Deine unglaubliche Güte. Danke, dass Dein Reich eines Tages aufgerichtet sein und jedes Knie sich vor Jesus beugen wird. Dann wird Er in einer „neuen Schöpfung“ gerecht herrschen.

Neues Testament

Johannes 12,12–15+27-33

12 Am nächsten Tag verbreitete sich unter der Volksmenge, die zum Passahfest gekommen war, die Nachricht: Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem. 13 Da nahmen die Menschen Palmenzweige, liefen Jesus entgegen und riefen ihm begeistert zu: »Gelobt sei Gott! Gepriesen sei, der in Gottes Auftrag kommt, der König von Israel!« 14 Jesus ließ sich ein Eselfohlen bringen und ritt auf ihm in die Stadt. Damit erfüllte sich das Prophetenwort: 15 »Fürchtet euch nicht, ihr Menschen auf dem Berg Zion! Euer König kommt! Er reitet auf einem Eselfohlen.«

27 »Jetzt habe ich große Angst. Soll ich deshalb beten: Vater, bewahre mich vor dem, was bald auf mich zukommt? Nein, denn ich bin in die Welt gekommen, um diese Stunde zu durchleiden. 28 Vater, mach deinem Namen Ehre!« Da erklang eine Stimme vom Himmel: »Das habe ich bisher schon getan, und das werde ich auch jetzt wieder tun!« 29 Die Menschen um Jesus hörten die Stimme, und viele meinten: »Es hat gedonnert!« Andere behaupteten: »Ein Engel hat mit ihm geredet.« 30 Doch Jesus entgegnete: »Diese Stimme war nicht meinetwegen zu hören, sondern euretwegen. 31 Jetzt wird über diese Welt Gericht gehalten; jetzt wird der Teufel, der Herrscher dieser Welt, entmachtet. 32 Und wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle zu mir bringen.« 33 Auf diese Weise deutete Jesus seinen Tod am Kreuz an.

Kommentar

Herrschaft Jesu

Was bereitet dir gerade Sorgen? Was beunruhigt dich? Du hast einen verständnisvollen Herrn. Jesus sagte, „Meine Seele ist in diesem Augenblick tief traurig“ (12,27a).

Jesus lebte uns vor, wie wir mit Leid in unserem Leben umgehen sollen. Damals wie heute bedeutet Leid eine Krise.

Zu den Passah-Feierlichkeiten kamen „Scharen von Menschen“ (12,12) nach Jerusalem. Der jüdische Historiker, Josephus, schätze die Zahl auf 2,7 Mio. Menschen. Das mag übertrieben sein. Nichtsdestotrotz war es ein riesengroßes Fest, und es herrschte freudige Erwartung.

Als Jesus lebte, warteten die Menschen auf den Messias. Sie hielten Ausschau nach einem menschlichen König, der von David abstammen und sie aus der Unterdrückung befreien würde. Bei Seinem Einzug nach Jerusalem sehen sie in Jesus diesen König: „Heil dem König Israels!“ (12,13b). Die Menge hoffte, dass Jesus ein militärischer König wäre, der sie von der römischen Herrschaft befreien würde.

Damals wie heute haben die Menschen unterschiedliche Haltungen zu ihrer Regierung. Die Pharisäer (12,19) akzeptierten die Besetzung durch die Römer; sie musste ertragen werden, bis Gott sie von ihnen nahm. Die Sadduzäer zogen es sogar vor, mit der Regierung zu kooperieren. Die Zeloten waren beim Volk die Beliebtesten, denn sie befürworteten einen gewaltsamen Aufstand unter der Führung eines messianischen Königs.

Jesus ist tatsächlich dieser König. Aber Er zog nicht triumphierend, Seine Macht demonstrierend auf einem Kriegswagen in Jerusalem ein. Er ist eine andere Art Herrscher: „Sieh, dein König kommt; er sitzt auf einem Eselsfohlen“ (12,15b) – demütig und sanft. Er ist der messianische, kein soldatischer König. Mit diesem Gleichnis sollten die falschen Erwartungen der Masse korrigiert und Jerusalem ein friedlicher Weg gezeigt werden.

Er kam als siegreicher König – nicht indem Er Gewalt gegen die Unterdrücker übte, sondern indem Ihm Gewalt angetan wurde. Er sagt, „Für den Menschensohn ist die Zeit gekommen, dass er verherrlicht wird“ (12,23) – dabei spricht Er vom Kreuz. „„Und wenn ich am Kreuz aufgerichtet bin, werde ich alle zu mir ziehen.“ Mit diesen Worten deutete er an, wie er sterben würde“ (12,32-33).

Wir bekommen einen Einblick in den inneren Kampf, der unmittelbar vor Seinem Leiden und Sterben in Seinem Herzen tobte: „Meine Seele ist in diesem Augenblick tief traurig. Soll ich beten: ´Vater, bewahre mich vor dem, was vor mir liegt´? Doch eben deshalb bin ich ja gekommen! Vater, verherrliche deinen Namen!“ (12,27-28a).

Jesu Sieg wurde nicht auf dem Schlachtfeld errungen, sondern durch Seinen freiwilligen Opfertod am Kreuz, durch den die Mächte des Bösen besiegt wurden (12,31). Jesu Tod steht für das Gericht über die Welt, für den Sturz des Bösen, für die Verherrlichung Jesu und dafür, dass alle Menschen zu Ihm hingezogen werden.

Dieser siegreiche König war wirklich anders. Jesus erfüllte nicht nur die Ankündigungen des messianischen Königs, Er erfüllte auch die Prophetien vom „Mann der Schmerzen“ in Jesaja 53. In Ihm kommen beide Prophetien zusammen.

Eines Tages wird Jesus als triumphierender König zurückkommen und bis in alle Ewigkeit herrschen. In der Zwischenzeit bist du berufen, Licht in das Dunkel zu bringen. Wenn du unter der Herrschaft Jesu lebst, gehörst auch du zu den „Kindern des Lichts“ (12,36).

Gebet

Herr, ich danke Dir für das Leitervorbild, das Du uns gibst – demütig und opferbereit. Bitte hilf mir, Dir so zu dienen, dass ich mit meinem Leben Licht in die Dunkelheit bringe.

Altes Testament

1. Samuel 8,19-22 und 10,1 + 6-7

19 Aber das Volk ließ sich von Samuel nicht umstimmen und weigerte sich, auf ihn zu hören. »Wir wollen einen König haben!«, riefen sie. 20 »Wir wollen nicht anders sein als unsere Nachbarvölker! Unser König soll für uns Recht sprechen und im Krieg unser Anführer sein!« 21 Samuel hörte sich ihre Wünsche an und berichtete sie dem HERRN. 22 »Erfülle ihre Forderung«, antwortete der HERR, »und setz einen König über sie ein!« Danach verabschiedete Samuel sich von den Männern und schickte sie nach Hause.

1 Da nahm Samuel einen kleinen Krug mit Olivenöl, goss das Öl über Sauls Kopf aus, küsste ihn und sagte: »Im Auftrag des HERRN habe ich dich nun mit diesem Öl gesalbt als Zeichen dafür, dass du der König seines Volkes Israel werden sollst.

6 Der Geist des HERRN wird über dich kommen, und du wirst wie sie Prophezeiungen aussprechen, die Gott dir eingibt. Von da an wirst du ein ganz anderer Mensch sein. 7 Wenn alle diese Zeichen eintreffen, dann zögere nicht lange. Tu einfach, was dir nötig erscheint, denn Gott steht dir bei.

Kommentar

Menschliche Herrschaft

Gottes Plan war eigentlich, dass Sein Volk anders als die anderen Völker sein sollte. Sein Plan war, dass Er, Gott selbst, ihr König wäre. Aber Israel wollte sein, wie alle anderen auch. Direkte Leitung durch Gott funktioniert nur, wenn das Volk Ihm voll und ganz ergeben ist. Ist das nicht der Fall, endet es im Chaos, wie unter den Richtern. Es ist besser einen menschlichen König zu haben als keine Leitung. Die Alternativen lassen sich folgendermaßen qualifizieren:

  1. Gott als König: Wie Gott es Sich vorstellte – Sein perfekter Wille
  2. Ein menschlicher König: Was Gott zuließ – Plan B
  3. Kein König: Wie im Buch der Richter – Chaos

Das Volk Gottes lehnte Seine Herrschaft ab. Der Herr sagte, „Sie wollen mich nicht länger als König“ (8,7). „Gib uns einen König“ sagt das Volk, „der über uns richtet, wie ihn alle anderen Völker haben“ (8,5).

Samuel warnt sie, dass eine menschliche Regierung schwach und fehlbar sein würde. Macht verdirbt die Menschen. Samuel warnt, dass der König, der über sie herrschen wird, etwas von ihnen verlangen werde – einen Teil ihrer Familien, ihres Landes, Besitzes und ihrer Arbeiter, damit sie für ihn und seine Berater arbeiten (8,11-16).

Er warnt sie also vor den Mängeln und Schwächen aller menschlichen Regierungen. Und er warnt sie vor Steuern und Bürokratie (8,15).

„Doch das Volk wollte nicht auf Samuels Warnung hören… „wir wollen trotzdem einen König““ (8,19). Gott ließ Sich auf „Plan B“ ein und gab ihnen einen König (8,22). Saul wird als gesalbter Anführer Israels erwählt, der sein Volk befreien soll (9,16). Als Samuel Saul sieht, weiß er sofort, das ist der Mann, der das Volk Gottes leiten soll (9,17). Saul, der aus bescheidenen Verhältnissen kommt (9,21), wird zum König gesalbt (10,1).

Gott ist so freundlich und segnet diesen neuen Plan. Drei erstaunliche Dinge geschehen mit Saul (die nun mit jedem Christen passieren). Zuerst kam bei seiner Salbung der „Geist des Herrn mit Macht“ über ihn (10,6b). Dann wird er „in einen anderen Menschen verwandelt“ (10,6c; siehe 2. Korinther 5,17). Und schließlich sagt Samuel zu ihm, „tu, was dir vor die Hände kommt; denn Gott ist mit dir“ (10,7; LUT).

Das galt für Saul, und es gilt für dich. Wie unzufrieden du wegen deiner Umstände auch bist, wie weit entfernt von Gott du dich fühlst, wie schwer es dir fallen mag zu beten, welche Zweifel dich auch plagen – der Geist des Herrn ist auf dir; du wirst verwandelt in Sein Ebenbild, und Gott ist mit dir.

Gebet

Herr, schenke unseren Regierungen und Leitern Weisheit; dass sie ihre eigene Agenda beiseitelegen und zusammen für Gerechtigkeit, Frieden und Einheit in unserem Land arbeiten, damit Dein Name verherrlicht wird.

Pippa fügt hinzu

1. Samuel 8,3

Samuels Söhne gingen nicht auf Gottes Wegen, dabei hat Samuel so vielen Menschen Gottes Wege nahegebracht. Wie schade, dass seine eigenen Söhne nicht darunter waren. Es ist wichtig, für die Kinder christlicher Leiter zu beten.

Vers des Tages

Psalm 65,3

Du bist es, der Gebete erhört, darum kommen die Menschen zu dir.

Thought for the Day

Gott hört deine Gebete.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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