Tag 323

Göttliche Verbindungen

Weisheit Psalm 129,1–8
Neues Testament Jakobus 3,1–18
Altes Testament Hesekiel 36,1–37,28

Einführung

Gott hält eine Reihe göttlicher Verbindungen für dein Leben bereit. Verbindungen machen stark. Verbindungen bringen Leben. Wenn sich Mann und Frau in der Ehe verbinden, werden Babys geboren. Wenn der Geist eines Menschen sich mit dem Geist Gottes verbindet, wird der Mensch neu geboren. Wenn Geschwister sich in Einheit versammeln, segnet Gott (Psalm 133). Als die Jünger an Pfingsten zusammenkamen, wurde der Heilige Geist ausgegossen.

Der Teufel fürchtet Verbindung und Zusammenhalt. Sein oberstes Ziel ist, dich von Gott abzuschneiden. Er versucht, Ehen und Freundschaften zu spalten, Gemeinden und Konfessionen zu entzweien und Menschen zu isolieren. Obwohl unsere Kultur durch die neuen Medien untereinander enger verknüpft ist als je zuvor, sind die Menschen einsamer denn je.

586 v.Chr. hatte Hesekiel die Vision einer Schlacht: Er sah das Tal des Todes, es war voller Knochen; überall vertrocknete, zersplitterte Knochen. Sie lagen zerstreut herum. Gottes Volk war im Exil und vom Feind zerstreut. Sie sprachen, „Unsere Knochen sind vertrocknet, für uns gibt es keine Hoffnung mehr, es ist zu Ende mit uns“ (Hesekiel 37,11). Gott fragt Hesekiel, „können diese Gebeine wieder lebendig werden?“ (Hesekiel 37,3). Die Antwort lautet: ja, ja, ja.

Weisheit

Psalm 129,1–8

Ständig verfolgt, aber nie vernichtet!

1 Ein Lied für Festbesucher,
 die nach Jerusalem hinaufziehen.
 Das soll Israel bekennen:
 Solange wir zurückdenken können,
 wurden wir ständig unterdrückt.
2 Ja, solange es uns Israeliten gibt,
 hat man uns verfolgt.
 Und doch konnten uns die Feinde nicht auslöschen!
3 Unseren Rücken haben sie bearbeitet
 wie einen Acker, in den man tiefe Furchen pflügt.
4 Doch der HERR ist treu und gerecht!
 Er durchschnitt die Stricke,
 mit denen uns die Gottlosen gefangen hielten.

5 Alle, die Gottes Stadt auf dem Berg Zion hassen,
 sollen beschämt zurückweichen!
6 Es soll ihnen ergehen wie dem Gras auf den Dächern,
 das verdorrt, bevor es aufschießen kann!
7 Kein Schnitter kann es schneiden,
 und niemand bindet es zu Bündeln zusammen.
8 Kein Wanderer ruft den Schnittern
 im Vorbeigehen zu:
 Der HERR segne euch!
 Wir segnen euch im Namen des HERRN!«

Kommentar

Göttliche Verbindung mit Gott

Fühlst du dich manchmal als Spielball des Feindes? Was schief gehen kann, geht schief. Du scheinst auf der Verliererseite zu stehen, wirst von deinen Feinden bedrängt (129,1).

Der Sieg aber gehört dem Herrn. Der Psalmist sagt, „Solange wir zurückdenken können, wurden wir ständig unterdrückt… Unseren Rücken haben sie bearbeitet wie einen Acker, in den man tiefe Furchen pflügt. Doch der HERR ist treu und gerecht! Er durchschnitt die Stricke, mit denen uns die Gottlosen gefangen hielten“ (1-4; Hfa).

Jesus macht dir diesen Sieg durch Seinen Tod und Seine Auferstehung möglich; beides verbindet dich mit Gott.

Gebet

Herr, bitte hilf mir, trotz aller Anfechtungen mit Dir in Verbindung zu bleiben.

Neues Testament

Jakobus 3,1–18

Warnung vor Geschwätzigkeit

3 1 Liebe Brüder und Schwestern! Es sollten sich nicht so viele in der Gemeinde um die Aufgabe drängen, andere im Glauben zu unterweisen. Denn ihr wisst ja: Wir, die andere lehren, werden von Gott einmal nach besonders strengen Maßstäben beurteilt. 2 Und machen wir nicht alle immer wieder Fehler? Wem es freilich gelingt, nie ein verkehrtes Wort zu sagen, den kann man als vollkommen bezeichnen. Denn wer seine Zunge im Zaum hält, der kann auch seinen ganzen Körper beherrschen.

3 So legen wir zum Beispiel den Pferden das Zaumzeug ins Maul. Damit beherrschen wir sie und können das ganze Tier lenken. 4 Und selbst bei den Schiffen, die nur von starken Winden vorangetrieben werden können, bestimmt der Steuermann die Richtung mit einem kleinen Ruder. 5 Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. 6 Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet.

7 Die Menschen haben es gelernt, wilde Tiere, Vögel, Schlangen und Fische zu zähmen und unter ihre Gewalt zu bringen. 8 Aber seine Zunge kann kein Mensch zähmen. Ungebändigt verbreitet sie ihr tödliches Gift.

9 Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. 10 Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das, meine lieben Brüder und Schwestern, darf nicht sein! 11 Fließt denn aus einer Quelle gleichzeitig frisches und ungenießbares Wasser? 12 Kann man Oliven von Feigenbäumen pflücken oder Feigen vom Weinstock? Ebenso wenig kann man aus einer salzigen Quelle frisches Wasser schöpfen.

Wirkliche Weisheit

13 Hält sich jemand von euch für klug und weise? Dann soll das an seinem ganzen Leben abzulesen sein, an seiner Freundlichkeit und Güte. Sie sind Kennzeichen der wahren Weisheit. 14 Seid ihr aber gehässig, voller Neid und Streitsucht, dann braucht ihr euch auf eure angebliche Weisheit nichts einzubilden. In Wirklichkeit verdreht ihr so die Wahrheit. 15 Eine solche Weisheit kann niemals von Gott kommen. Sie ist irdisch, ungeistlich, ja teuflisch. 16 Wo Neid und Streitsucht herrschen, da gerät alles in Unordnung; da wird jeder Gemeinheit Tür und Tor geöffnet.

17 Die Weisheit aber, die von Gott kommt, ist vor allem aufrichtig; außerdem sucht sie den Frieden, sie ist freundlich, bereit nachzugeben und lässt sich etwas sagen. Sie hat Mitleid mit anderen und bewirkt Gutes; sie ist unparteiisch, ohne Vorurteile und ohne alle Heuchelei. 18 Nur wer selbst Frieden stiftet, wird die Gerechtigkeit ernten, die dort aufgeht, wo Frieden herrscht.

Kommentar

Göttliche Verbindungen in einer gesunden Gemeinschaft

Vertrocknete Knochen können wieder „lebendig“ werden. „Die Früchte, die vor Gott bestehen können, wachsen dort, wo Friedensstifter eine Saat des Friedens säen“ (3,18; NGÜ). Dafür müssen aber die Voraussetzungen stimmen, die der Apostel hier beschreibt.

Wieder warnt Jakobus vor der Zunge – besonders die unter uns, die lehren, denn mit der Lehre ist eine große Verantwortung verbunden: „Wir… werden von Gott einmal nach besonders strengen Maßstäben beurteilt“ (3,1; Hfa). Seine Ergänzung ist tröstlich, „Und machen wir nicht alle immer wieder Fehler?“ (2a; Hfa). – Also ich schon.

Die Zunge ist ein mächtiges Instrument, das viel Gutes bewirken, aber auch viel Schaden anrichten kann. Sie kann zusammenführen oder spalten: „die Zunge… kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet“ (3,6; Hfa).

Beziehungen, selbst Ehen, zerbrechen durch das, was gesagt oder nicht gesagt wurde. Menschen verlieren den Arbeitsplatz, oder ihren guten Ruf; sie brechen mit ihren Worten Streit oder Kriege vom Zaun.

Harte, ungerechte Worte haben zerstörerische Kräfte: „Mit ihr (der Zunge) loben wir Gott, unseren Herrn und Vater; dann wieder verfluchen wir mit ihr andere Menschen, die doch als Ebenbilder Gottes geschaffen sind“ (3,9). Verfluchen heißt, Böses aussprechen. Lerne, deine Zunge im Zaum zu halten, damit du segnende Worte zu und über Menschen sprichst.

Sprich Worte des Lebens. Deine Worte haben ungeheure Macht zu verbinden. Sie können Heilung, Ermutigung und Erbauung bringen. Dein Reden kann den Tag und sogar das Leben dessen verändern, der es hört.

Dann spricht Jakobus von der „Weisheit, die von Gott kommt“ (17a). Er schreibt, „Will jemand unter euch als klug und weise gelten? Dann zeige er das in der ganzen Lebensführung, mit der Bescheidenheit, die den Weisen ansteht“ (3,13; GNB).

Leg allen „bittere[n] Neid und selbstsüchtige[n] Ehrgeiz“ (14a) ab. Diese sind ungeistlich, „teuflischen Ursprungs“ (15b) und bringen jede Menge „Unordnung und jede Art von Gemeinheit“ (16b; GNB).

„Aber die Weisheit, die von Gott kommt, ist vor allem rein. Sie sucht den Frieden, ist freundlich und bereit, nachzugeben. Sie zeichnet sich durch Barmherzigkeit und gute Taten aus. Sie ist unparteiisch und immer aufrichtig. Und wer Frieden stiftet, wird in Frieden säen und Gerechtigkeit ernten“ (3,17-18).

Ein so geführtes Leben wird große Wirkung haben. Es ist „die harte Arbeit, miteinander auszukommen, sich würde- und ehrenvoll zu begegnen“ (18b; nach The Message Bible). Wenn du hart an deinen Beziehungen zu deinen Mitmenschen arbeitest, wirst du „Gerechtigkeit ernten“ (18b) und große Wirkung in der Gesellschaft haben.

Gebet

Herr, bitte hilf mir, ein Friedenstifter zu sein, der die Menschen verbindet, Frieden sät und Gerechtigkeit erntet.

Altes Testament

Hesekiel 36,1–37,28

Israel wird in sein Land zurückkehren

36 1 »Du Mensch, sprich zu den Bergen von Israel: Hört die Botschaft des HERRN! 2 Eure Feinde haben euch verspottet und gesagt: ›Haha, diese Berge, die es schon seit alter Zeit gibt, gehören jetzt uns!‹ 3 Man hat euch verwüstet und von allen Seiten bedroht, ihr seid in der Gewalt fremder Völker. Sie zerreißen sich das Maul über euch und haben nur Spott für euch übrig. 4 Darum hört, was ich, Gott, der HERR, zu sagen habe: Ihr Berge und Hügel, ihr Bäche und Täler, ihr Trümmerfelder und menschenleeren Städte, die ihr geplündert und von den restlichen Nachbarvölkern verspottet wurdet, 5 ihr könnt sicher sein: In meinem glühenden Zorn habe ich das Urteil über eure Feinde gesprochen, ja, besonders über die Edomiter. Denn voller Verachtung und Schadenfreude haben sie mein Land an sich gerissen und das Weideland erbeutet. 6 Ihr Berge und Hügel in Israel, ihr Bäche und Täler, hört meine Botschaft. Ich, Gott, der HERR, schwöre: Weil die anderen Völker euch mit Schimpf und Schande überhäufen, bekommen sie meinen leidenschaftlichen Zorn zu spüren. 7 Meine Hand erhebe ich zum Schwur und verspreche: Die Völker rings um euch werden bald selbst in Schimpf und Schande dastehen.

8 Aber auf euch, ihr Berge von Israel, sollen wieder Bäume wachsen, die Zweige treiben und Früchte tragen, damit mein Volk sie genießen kann. Denn schon bald wird es in sein Land zurückkehren. 9 Ihr werdet sehen: Ich wende mich euch wieder zu, ich komme euch zu Hilfe und sorge dafür, dass ihr von neuem bebaut und besät werdet. 10 Ich mache ganz Israel wieder zu einem großen Volk; sie lassen sich in den Städten nieder und bauen alles auf, was jetzt noch in Trümmern liegt. 11 Ja, Menschen und Tiere sollen sich vermehren und das Land bevölkern. Dann werdet auch ihr Berge bewohnt sein wie in früheren Zeiten, und ich werde euch so viel Gutes erweisen wie nie zuvor. Daran sollt ihr erkennen, dass ich der HERR bin. 12 Ich bringe Menschen zurück ins Land, die dort aus- und eingehen. Dann wird mein Volk Israel euch Berge wieder in Besitz nehmen und für immer dort wohnen. Nie mehr sollt ihr ihnen die Nachkommen wegnehmen.

13 Ja, Land Israel, du hast den Ruf, ein Menschenfresser zu sein, der seinem Volk die Kinder raubt. 14 Doch von nun an wirst du deine Bewohner nicht mehr verschlingen und die Menschen nicht mehr kinderlos machen. Das verspreche ich, Gott, der HERR. 15 Ich sorge dafür, dass du den Hohn und Spott anderer Völker nicht länger ertragen musst. Land Israel, nie mehr wirst du deinen Bewohnern den Tod bringen. Mein Wort gilt!«

Ich schenke euch meinen Geist

16 Noch einmal empfing ich eine Botschaft vom HERRN. Er sprach zu mir: 17 »Du Mensch, als mein Volk noch in Israel lebte, hat ihre große Schuld das ganze Land besudelt. Durch ihre Taten waren sie in meinen Augen so unrein wie eine Frau, die gerade ihre Tage hat. 18 Sie haben das Blut unschuldiger Menschen vergossen und abscheuliche Götzen verehrt. Darum traf sie mein Zorn in seiner ganzen Härte: 19 Wegen ihrer Schuld hielt ich Gericht über sie; ich vertrieb sie zu anderen Völkern, in fernen Ländern mussten sie wohnen. 20 Doch wohin sie auch kamen, brachten sie Schande über meinen heiligen Namen. Die Menschen, die ihnen begegneten, sagten: ›Sie sind das Volk des HERRN, und dennoch konnte er nicht verhindern, dass sie aus seinem Land vertrieben wurden.‹ 21 Es schmerzte mich zu sehen, wie die Israeliten mich bei den anderen Völkern in Verruf brachten. Meine Ehre stand auf dem Spiel!

22 Darum richte dem Volk Israel meine Botschaft aus. Sag ihnen: So spricht Gott, der HERR: Was ich für euch tun werde, geschieht nicht um euretwillen. Meine Ehre will ich retten, die ihr vor den Augen anderer Völker in den Schmutz gezogen habt. 23 Ja, ich sorge dafür, dass mein Name wieder geachtet und geehrt wird. Alle Völker sollen sehen, dass ich, der HERR, ein heiliger Gott bin. Darauf gebe ich mein Wort!

24 Ich hole euch zurück aus fernen Ländern und fremden Völkern und bringe euch in euer eigenes Land. 25 Mit reinem Wasser besprenge ich euch und wasche so die Schuld von euch ab, die ihr durch euren abscheulichen Götzendienst auf euch geladen habt. Allem, was euch unrein gemacht hat, bereite ich dann ein Ende. 26 Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Ja, ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges Herz. 27 Mit meinem Geist erfülle ich euch, damit ihr nach meinen Weisungen lebt, meine Gebote achtet und sie befolgt. 28 Dann wohnt ihr wieder in dem Land, das ich euren Vorfahren gegeben habe. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein. 29 Ich befreie euch von eurer Schuld, die euch unrein machte. Das Getreide lasse ich wieder wachsen und gedeihen, damit ihr nie mehr Hunger leiden müsst. 30 Die Bäume sollen wieder Früchte tragen und die Felder reichen Ertrag bringen. Nie mehr werden die anderen Völker euch verspotten, weil ihr nichts zu essen habt. 31 Dann werdet ihr euch daran erinnern, wie falsch eure Wege und wie schlecht eure Taten waren. Wegen eurer Schuld und eurer widerlichen Taten werdet ihr euch selber verabscheuen. 32 Ich, Gott, der HERR, sage euch Israeliten: Eins sollt ihr wissen: Nicht um euretwillen erweise ich euch so viel Gutes. Im Gegenteil, ihr müsst euch schämen für alles, was ihr getan habt!

33 Doch ich verspreche euch: Wenn ich euch von all eurer Schuld gereinigt habe, sollt ihr wieder in euren Städten wohnen. Ich sorge dafür, dass ihr die Häuser, die jetzt noch in Trümmern liegen, wieder neu aufbauen könnt. 34 Wer heute durch euer Land zieht, sieht bloß eine trostlose Wüste. Doch dann sollen eure Felder wieder bestellt werden. 35 Man wird sagen: ›Dieses verwüstete Land ist so schön wie der Garten Eden geworden! Die Städte waren einst niedergerissen, zerstört und vereinsamt – nun stehen sie wieder befestigt da und sind von Menschen bewohnt!‹ 36 Eure Nachbarvölker, die mein Strafgericht überlebt haben, sollen erkennen, dass ich selbst, der HERR, die verwüsteten Städte wieder aufbaue und die brachliegenden Felder bepflanze. Das habe ich versprochen, und ich werde es auch tun.

37 Und noch eine weitere Bitte werde ich euch in dieser Zeit erfüllen: Ich lasse euch so zahlreich werden wie eine große Herde. 38 So wie es früher an einem hohen Festtag in Jerusalem von Opfertieren wimmelte, sollen eure verlassenen Städte wieder bevölkert werden und voller Leben sein. Daran sollt ihr erkennen, dass ich der HERR bin.«

Das Tal voller Totengebeine

37 1 Einmal wurde ich vom HERRN ergriffen und hatte eine Vision. Darin hob mich Gottes Geist empor und brachte mich in ein weites Tal, das mit Totengebeinen übersät war. 2 Dann führte er mich durch die ganze Ebene, und ich sah dort unzählige Knochen verstreut liegen. Sie waren völlig vertrocknet. 3 Gott fragte mich: »Du Mensch, können diese Gebeine je wieder lebendig werden?«

Ich antwortete: »HERR, mein Gott, das weißt du allein!«

4 Da sagte er zu mir: »Sprich zu diesen dürren Knochen und fordere sie auf: Hört, was der HERR euch sagt: 5 Ich bringe Geist in euch zurück und mache euch wieder lebendig! Ja, das verspreche ich, Gott, der HERR. 6 Ich lasse Sehnen und Fleisch um euch wachsen und überziehe euch mit Haut. Meinen Atem hauche ich euch ein, damit ihr wieder lebendig werdet. Daran sollt ihr erkennen, dass ich der HERR bin.«

7 Ich tat, was Gott mir befohlen hatte. Noch während ich seine Botschaft verkündete, hörte ich ein lautes Geräusch und sah, wie die Knochen zusammenrückten, jeder an seine Stelle. 8 Vor meinen Augen wuchsen Sehnen und Fleisch um sie herum, und darüber bildete sich Haut. Aber noch war kein Leben in den Körpern.

9 Da sprach Gott zu mir: »Du Mensch, ruf den Lebensgeist und befiehl ihm in meinem Namen: Komm, Lebensgeist, aus den vier Himmelsrichtungen und hauche diese toten Menschen an, damit sie wieder zum Leben erwachen!« 10 Ich tat, was Gott mir befohlen hatte. Da erfüllte der Lebensgeist die toten Körper, sie wurden lebendig und standen auf. Sie waren so zahlreich wie ein unüberschaubares Heer.

11 Da sprach Gott zu mir: »Du Mensch, die Israeliten gleichen diesen verdorrten Gebeinen. Du weißt, wie sie klagen: ›Wir sind völlig ausgezehrt und haben keine Hoffnung mehr, uns bleibt nur der Tod!‹ 12 Darum richte ihnen diese Botschaft von mir aus: Ich, Gott, der HERR, öffne eure Gräber und hole euch heraus, denn ihr seid doch mein Volk! Ich bringe euch heim ins Land Israel. 13 Wenn ich euch wieder lebendig mache, werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin. 14 Ich erfülle euch mit meinem Geist, schenke euch noch einmal das Leben und lasse euch wieder in eurem Land wohnen. Ihr werdet sehen, dass ich meine Versprechen halte. Mein Wort gilt!«

Juda und Israel werden vereint

15 Wieder empfing ich eine Botschaft vom HERRN. Er forderte mich auf: 16 »Du Mensch, nimm dir ein Stück Holz und schreib darauf: ›Das Südreich Juda und die mit ihm verbündeten Israeliten‹. Dann hol ein anderes Stück Holz und schreib: ›Das Nordreich Ephraim und das übrige Volk Israel‹. 17 Halte die Enden beider Hölzer so aneinander, dass sie wie ein einziger Stab aussehen.

18 Wenn die Israeliten dich fragen, was das zu bedeuten hat, 19 dann antworte ihnen: So spricht Gott, der HERR: Ich nehme den Herrscherstab des Nordreichs, der im Besitz des Stammes Ephraim ist, und füge ihn mit dem Herrscherstab des Südreichs zusammen. Aus den beiden mache ich einen einzigen Stab, den ich in meiner Hand halte. 20 Du aber zeig dem Volk die Hölzer 21 und richte ihnen aus: Gott, der HERR, lässt euch sagen: Ich hole die Israeliten aus den fremden Völkern heraus, zu denen sie ziehen mussten; von überall her sammle ich sie und bringe sie in ihr Land zurück. 22 Ich mache aus ihnen wieder ein vereintes Volk, das im Bergland Israel zu Hause ist. Ein einziger König wird über sie herrschen, und nie mehr soll ihr Land in zwei Reiche geteilt sein. 23 Sie werden nicht länger ihre abscheulichen Götzen verehren und sich nicht mehr selbst durch ihre Taten beschmutzen. Früher haben sie mir die Treue gebrochen, doch nun will ich sie von ihren Irrwegen retten und sie reinwaschen von ihren Sünden. Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein.

24 Alle Israeliten werden einen gemeinsamen Hirten haben, einen König, der ein Nachkomme meines Dieners David ist. Dann richten sie sich wieder nach meinen Geboten, sie achten auf meine Weisungen und leben danach. 25 Das Land, das ich früher meinem Diener Jakob gegeben habe, nehmen sie erneut in Besitz. Schon ihre Vorfahren haben dort gelebt, und nun werden sie, ihre Kinder und Kindeskinder sich ein für alle Mal dort niederlassen. Ein Nachkomme Davids wird dann über sie herrschen und für immer ihr König sein. 26 Ich schließe einen ewigen Bund mit den Israeliten und gewähre ihnen meinen Frieden. Zu einem großen Volk lasse ich sie werden, und mein Heiligtum soll für alle Zeiten in ihrem Land stehen. 27 Dann werde ich selbst bei ihnen wohnen; ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 28 Mein Tempel soll für immer in ihrem Land bleiben, damit auch die anderen Völker erkennen, dass ich, der HERR, Israel zu meinem heiligen Volk gemacht habe.«

Kommentar

Göttliche Verbindungen durch den Heiligen Geist

Endlich ein Hoffnungsschimmer! Vertrocknete Knochen werden lebendig! Wir haben so viele Gerichtsprophetien gelesen, aber nun will Gott handeln. Gott spricht zu Seinem Volk, dass „es schon bald in sein Land zurückkehren wird… Ich wende mich euch wieder zu, ich komme euch zu Hilfe und sorge dafür, dass ihr von neuem bebaut und besät werdet… Ja, Menschen und Tiere sollen sich vermehren und das Land bevölkern“ (36,8-11; Hfa). Wie soll das vonstattengehen? In diesem Abschnitt sehen wir drei göttliche Verbindungen – die großartigsten drahtlosen Verbindungen auf der Welt:

1. Das Wort Gottes
Gottes Wort verbindet dich mit Ihm und verändert deine Beziehungen: „Sprich zu diesen dürren Knochen und fordere sie auf: Hört, was der HERR euch sagt“ (37,4; Hfa). In meinem eigenen Leben war ich geistlich „dürr“; tatsächlich war ich tot. Ich hatte viele Freunde, aber keine tiefergehenden Beziehungen. Und dann las ich das Neue Testament. Ich hörte das Wort des Herrn und kam in Verbindung mit Gott, und meine Beziehungen wurden tiefer. Gottes Verheißung auf Wiederherstellung ist so mächtig: „Ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben. Und ich werde euch meinen Geist geben, damit ihr nach meinem Gesetz lebt und meine Gebote bewahrt und euch danach richtet“ (36,26-27).

Gott kann verdorrten und sogar toten Dingen neues Leben schenken. Wenn Gottes Wort und Gottes Geist zusammenkommen, gibt es Auferstehungsleben und Gotteskenntnis. Was den Menschen unmöglich ist, ist mit Gottes Kraft möglich. Ohne Gott würde die Kirche in der Tat in sich zusammenfallen, so wie es uns die Welt glauben machen will. Aber mit Gott werden diese dürren Knochen wieder leben.

2. Der Leib Christi
Die Einheit der Kirche ist so wichtig. Es braucht sichtbare Zeichen dieser Einheit, göttliche Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Teilen der Kirche und unter den Ortsgemeinden. Dafür betete Jesus in Johannes 17. Hier schenkt der Herr Hesekiel eine visuelle Hilfe: mit zwei Stöcken vermittelt Er die Einheit, die Gott aufrichten wird: „vereinige die beiden in deiner Hand zu einem einzigen Holz… Ein einziger König wird über sie alle herrschen… sie alle werden nur noch einen einzigen Hirten haben“ (37,17.22.24).

Das ist ein Vorgeschmack auf die Einheit des Leibes Christi (Epheser 4,4-6). Gott verspricht, „Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein“ (37,27). Die Folge der Einheit der Kirche wird der Wiederaufbau der Stadt sein (36,33-38): „In den Städten, die jetzt noch in Trümmern liegen, soll es von Menschen wimmeln“ (36,38; GNB). Diese Vision wiederhergestellter Einheit macht mir große Hoffnung für die Kirche in unserem Land und weltweit. Gott hat Sein Volk nie verlassen, und Er hält fest an Seinem Plan, uns am Ende wiederherzustellen und zu retten.

3. Der Heilige Geist
Die dürren Knochen „hatten noch keinen Atem in sich“ (37,8), aber der Herr sprach, „Weissage über den Atem… Komm, o Atem… Hauche diese Erschlagenen an, damit sie wieder lebendig werden.´ Ich weissagte, wie er es mir befohlen hatte, und der Atem fuhr in sie hinein und sie wurden lebendig. Sie standen auf, und es war eine riesige Menschenmenge“ (37,9-10). Es ist schwer, das hebräische Wort „ruach” zu übersetzen. Es steht 400 Mal im Alten Testament (und wird in diesem Abschnitt mit unterschiedlichen Worten übersetzt – „Atem“ (8-9), „Winde“ (9) und „Geist“ (37,1.14). Dieser Geist bringt neues Leben: „ich öffne eure Gräber; ich lasse euch als mein Volk aus euren Gräbern steigen … Ich gebe euch meinen Geist, damit ihr lebt“ (37,12.14). Dieselbe Auferstehungskraft lebt auch in dir und schenkt dir neues Leben: „Der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, lebt in euch“ (Römer 8,11).

Es wird laut klappern, wenn die Knochen wieder zusammengefügt werden. Das Geräusch sich zusammenfügender göttlicher Verbindungen. Das Geräusch, wie Gott Seiner Kirche durch Seinen Geist neues Leben einhaucht. Die Kirche ist ein Riese, der aufsteht, eine große Armee geisterfüllter Menschen, voller Macht, hinter einem Ziel vereint.

Gebet

Herr, bitte atme neues Leben in Dein Volk. Richte eine mächtige Armee aus den dürren Knochen auf, damit alle Völker erkennen, dass Jesus Christus der Herr ist.

Pippa fügt hinzu

Hesekiel 36:26

„Ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.“

Wir sind jüngst von einem Alpha Wochenende zurückgekommen, wo wir wieder gesehen haben, wie Herzen aus Stein in Herzen aus Fleisch verwandelt wurden. Das zu erleben ist immer wieder bewegend.

Vers des Tages

Jakobus 3,13

Hält sich jemand von euch für klug und weise? Dann soll das an seinem ganzen Leben abzulesen sein, an seiner Freundlichkeit und Güte.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottland (no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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