Tag 268

Leben aus der Kraft des Geistes

Weisheit Sprüche 23,19–28
Neues Testament Epheser 4,1–16
Altes Testament Jesaja 60,1–62,12

Einführung

Evan Roberts, der Mann, der im Zentrum der Erweckung von Wales (1904/05) stand, schrieb: „In mir brannte der Wunsch, Wales in alle Richtungen zu durchreisen und jedermann von dem Erlöser zu erzählen. Und wäre es möglich gewesen, hätte ich Gott sogar dafür bezahlt.“ Er sprach darüber, wie der Geist Gottes ihm eine überwältigende Erfahrung von Gottes Liebe geschenkt hatte. Er war erfüllt von Erbarmen und dem Wunsch, anderen von Jesus zu erzählen.

Wir leben in der Zeit des Geistes. Im Alten Testament kam der Heilige Geist in besonderen Situationen auf bestimmte Menschen zu einem bestimmten Zweck. Zu einem solchen Beispiel kommen wir heute, als der Heilige Geist auf Jesaja kam (Jesaja 61). Diese Begebenheit war sowohl ein Vorgeschmack darauf, wie der Heilige Geist auf Jesus kommen würde (Lukas 4,14-18), als auch für die Ausgießung des Heiligen Geistes auf alle Christen seit dem ersten Pfingsten.

Das Buch der Sprüche antizipiert, wie Geist-erfülltes Leben aussehen soll. Im Neuen Testament sehen wir dann die Erfüllung Geist-erfüllten Lebens.

Weisheit

Sprüche 23,19–28

15.

19 Hör gut zu, mein Sohn, und werde weise!
  Bemühe dich, auf dem rechten Weg zu bleiben!
20 Halte dich fern von den Weinsäufern
  und maßlosen Schlemmern!
21 Auf sie wartet die Armut; denn wer bloß isst,
  trinkt und schläft, hat bald nichts als Lumpen am Leib.

16.

22 Hör auf deinen Vater und deine Mutter,
  denn sie haben dir das Leben geschenkt!
  Verachte sie auch dann nicht,
  wenn sie alt geworden sind!
23 Bemühe dich um Wahrheit, egal was es kostet.
  Wenn du Weisheit, Selbstbeherrschung
  und Einsicht erworben hast, dann gib sie nie wieder auf!
24 Der Vater eines zuverlässigen Sohnes
  hat allen Grund zur Freude.
  Wie froh macht doch ein kluger Sohn!
25 Darum sorge dafür, dass deine Eltern stolz auf dich sind.
  Deine Mutter, die dich geboren hat, soll sich glücklich schätzen!

17.

26 Mein Sohn, vertraue dich mir an
  und nimm dir mein Leben zum Vorbild!
27 Hüte dich vor Huren und Ehebrecherinnen,
  denn sie sind so gefährlich wie ein tiefer Brunnen –
  schon mancher hat sich durch sie in den Tod gestürzt.
28 Wie Räuber lauern sie auf neue Opfer
  und verführen viele zur Untreue.

Kommentar

Weise leben

Wie sieht ein weiser Lebensstil aus? Wie wird man „weise“ und lenkt sein Leben „auf dem richtigen Weg“ (23,19)? Der Heilige Geist ist der Geist der Weisheit (Jesaja 11,2; Epheser 1,17). Nach dem Geist der Wahrheit und der Erkenntnis zu leben, bedeutet, dass wir auf Folgendes achten:

1. Was du isst und trinkst
Wir sollen weder zu viel Wein trinken, noch zu viel essen und dabei fett werden (23,20).

2. Auf wen du hörst
Höre auf deinen Vater, der dir das Leben gab, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist“ (23,22). Respekt gegenüber den Eltern ist ein Merkmal für Weisheit. Weise Kinder wollen, dass ihre Eltern stolz auf sie sind (24-25).

3. Wie du lernst
Ein neugieriger Geist weist auf den Geist der Weisheit hin: „Bemühe dich um das wirklich Wichtige: Weisheit, Selbstbeherrschung und Einsicht. Sie sind schwer zu erwerben“ (23,23; Hfa). Der Geist der Weisheit erfüllt dich mit einem Hunger nach Wahrheit und Wissen.

4. Worüber du nachdenkst
Was du im Herzen denkst, prägt dich. „Mein Sohn, schenk mir dein Herz“ (26a) – dort nimmt alles seinen Anfang. Hüte dein Herz und deinen Verstand.

5. Was du dir ansiehst
„Lass deine Augen sich an meinen Wegen der Weisheit freuen“ (26b). Darauf zu achten, was du dir ansiehst, kann dich vor Ehebruch und Untreue bewahren (27-28; Hfa).

Gebet

Herr, fülle mich heute mit dem Geist der Weisheit. Lass mich Jesus mit meinem Leben ehren.

Neues Testament

Epheser 4,1–16

Die Einheit der Gemeinde und die Vielfalt der Aufgaben

4 1 Ihr wisst, dass ich für den Herrn im Gefängnis bin. Als sein Gefangener bitte ich euch nun: Lebt so, dass Gott dadurch geehrt wird; er hat euch ja berufen, seine Kinder zu sein. 2 Überhebt euch nicht über andere, seid freundlich und geduldig! Geht in Liebe aufeinander ein! 3 Setzt alles daran, dass die Einheit, wie sie der Geist Gottes schenkt, bestehen bleibt. Sein Friede verbindet euch miteinander. 4 Gott hat uns in seine Gemeinde berufen. Darum sind wir ein Leib, und es ist ein Geist, der in uns wirkt. Uns erfüllt ein und dieselbe Hoffnung. 5 Wir haben einen Herrn, einen Glauben und eine Taufe. 6 Und wir haben einen Gott. Er ist unser Vater, der über allen steht, der durch alle und in allen wirkt.

7 Jedem Einzelnen von uns aber hat Christus besondere Gaben geschenkt, so wie er sie in seiner Gnade jedem zugedacht hat. 8 Nicht ohne Grund heißt es von Christus:

»Er ist in den Himmel hinaufgestiegen,
  er hat Gefangene im Triumphzug mitgeführt
  und den Menschen Gaben geschenkt.«

9 Wenn es aber heißt: »Er ist in den Himmel hinaufgestiegen«, so bedeutet dies doch, dass er vorher zu uns auf die Erde gekommen ist. 10 Der zu uns herabkam, ist derselbe, der auch wieder hinaufgestiegen ist. Jetzt ist er Herr über den Himmel und erfüllt das ganze Weltall mit seiner Gegenwart und Macht. 11 Und so hat Christus denn auch seine Gemeinde beschenkt: Er hat ihr die Apostel gegeben, die Propheten und Verkündiger der rettenden Botschaft, genauso wie die Hirten und Lehrer, welche die Gemeinde leiten und im Glauben unterweisen. 12 Sie alle sollen die Christen für ihren Dienst ausrüsten, damit die Gemeinde, der Leib von Christus, aufgebaut und vollendet wird. 13 Dadurch werden wir im Glauben immer mehr eins werden und miteinander den Sohn Gottes immer besser kennen lernen. Wir sollen zu mündigen Christen heranreifen, zu einer Gemeinde, die ihn in seiner ganzen Fülle widerspiegelt.

14 Dann sind wir nicht länger wie unmündige Kinder, die sich von jeder beliebigen Lehrmeinung aus der Bahn werfen lassen und die leicht auf geschickte Täuschungsmanöver hinterlistiger Menschen hereinfallen. 15 Stattdessen wollen wir die Wahrheit in Liebe leben und in allem zu Christus hinwachsen, dem Haupt der Gemeinde. 16 Durch ihn ist der Leib fest zusammengefügt, denn er verbindet die Körperteile durch die verschiedenen Gelenke miteinander. Jeder einzelne Teil leistet seinen Beitrag. So wächst der Leib und wird aufgebaut durch die Liebe.

Kommentar

Gesund leben

Was zeichnet eine gesunde Gemeinde aus? Hier einige von Paulus‘ Gedanken, wie sich eine Gemeinde gesund entwickelt (4,16).

1. Einheit
Einheit ist nicht einfach das Werk des Heiligen Geistes, sondern das Werkzeug, durch das der Heilige Geist wirkt.

Der Heilige Geist eint die Gemeinde (4,16). Die Gemeinde (Kirche) ist eins: „ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen“ (4,4-6; LUT).

Bei Einheit geht es um Beziehungen. Alle Christen sind Söhne und Töchter von dem „einen Gott und Vater“ (6a). Daher sind wir Brüder und Schwestern. Wir alle lieben den „einen Herrn“: Jesus (5a). In uns allen lebt der Heilige Geist. Es ist also unsere Beziehung zu Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist, die uns eint.

Und doch gestaltet sich Einheit schwierig. Sich zu streiten ist einfach. Spaltung ist einfach. Es ist leicht, Leute um uns zu versammeln, die unserer Meinung sind. Einheit erfordert großes Engagement. Paulus fordert uns auf, „Setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die Gottes Geist euch geschenkt hat; sein Frieden ist das Band, das euch zusammenhält“ (4,3; NGÜ). Wir müssen alles daran setzen, die unsichtbare Einheit der einen Kirche auf allen Ebenen, in den Ortsgemeinden, unter den Gemeinden und Denominationen sichtbar werden zu lassen.

Bevor Jesus ans Kreuz ging, betete Er, dass die Kirche eins sei, damit die Welt glaubt (Johannes 17,21-23). Diese Einheit gründet auf Gottes Einheit und Wahrheit (Johannes 17,17.23). Wir müssen weiter „in Liebe an der Wahrheit festhalten“ (4,15). John Stott schreibt, „Die Wahrheit wird hart, wenn sie nicht von der Liebe gemildert wird. Liebe wird schwach, wenn sie nicht von Wahrheit erhärtet wird.“

Die sichtbare Einheit der Gemeinde (Kirche) sollte immer unser Ziel sein. Wie wir diese Einheit erreichen können, beschreibt Paulus so, „Seid freundlich und demütig, geduldig im Umgang miteinander. Ertragt einander voller Liebe“ (4,2).

2. Vielfalt
Einheit bedeutet nicht Gleichheit. Der Heilige Geist bringt sowohl Einheit als auch Vielfalt. Paulus fährt fort, „Doch hat jeder von uns seinen Anteil an der Gnade geschenkt bekommen, so wie Christus sie uns geschenkt hat“ (4,7).

Jesus „hat alle Himmel unter sich gelassen“ (10; GNB). Aber Er ist zurückgekommen auf die Erde in der Person des Heiligen Geistes, durch den nun jedem Gläubigen verschiedene Gaben ausgeteilt werden (10-12).

Jeder Einzelne im Leib Christi ist ein Diener (11-13). Du bist ein Diener. Jedem von uns sind unterschiedliche Gaben gegeben, mit denen wir einander dienen sollen.

3. Reife
Ziel dieser Gaben ist, dass der Leib Christi auferbaut wird, bis wir Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes erreicht haben, „sodass unser Glaube zur vollen Reife gelangt und wir ganz von Christus erfüllt sind“ (13b).

Mit dem Älterwerden allein ist es nicht getan; wir müssen auch geistlich wachsen bzw. reifen.

4. Wachstum
Gesunde Kinder wachsen. Gesunde Gemeinden wachsen in die Tiefe und zahlenmäßig. Gemeindewachstum sollte normal sein. Dies hier ist ein wunderbares Bild dafür, wie jeder von uns seinen Teil zum Wachstum des Leibes Christi beiträgt: „lasst uns in Liebe an der Wahrheit festhalten und in jeder Hinsicht Christus ähnlicher werden, der das Haupt seines Leibes - der Gemeinde - ist. Durch ihn wird der ganze Leib zu einer Einheit. Und jeder Teil erfüllt seine besondere Aufgabe und trägt zum Wachstum der anderen bei, sodass der ganze Leib gesund ist und wächst und von Liebe erfüllt ist“ (15-16). Du musst deine „besondere Aufgabe“ erfüllen, und Wachstum geschieht dann, wenn „jeder Teil“ mitmacht.

Gebet

Herr, erfülle mich mit Deinem Geist, und hilf mir, zu einer reifen Erkenntnis von Jesus in einer gesunden und wachsenden Gemeinde zu kommen.

Altes Testament

Jesaja 60,1–62,12

Jerusalem – eine Stadt voller Licht

60 1 Steh auf, Jerusalem, und leuchte!
  Denn das Licht ist gekommen, das deine Finsternis erhellt.
  Die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir wie die Sonne.
2 Dunkle Wolken bedecken die Erde,
  alle Völker leben in tiefer Nacht.
Doch über dir leuchtet das Licht des HERRN auf,
  und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
3Andere Völker werden von diesem Licht angezogen,
  ihre Könige eilen herbei, um den strahlenden Glanz zu sehen,
  der über dir aufgegangen ist.

4 Schau dich um! Aus allen Richtungen strömen sie zu dir:
  Von weit her kommen deine Söhne,
  und deine Töchter werden auf den Armen herbeigetragen.
5 Was du da siehst, lässt dein Herz höherschlagen,
  du wirst vor Freude strahlen.
Denn über das Meer segeln Schiffe heran,
  um dir ihre Schätze zu bringen;
  den Reichtum der Völker wird man bei dir aufhäufen.
6 Unaufhörlich treffen Handelskarawanen
  aus Midian und Efa bei dir ein.
Mit ihren Kamelen kommen sie aus Saba
  und bringen Gold und Weihrauch mit sich.
Laut loben die Händler den HERRN
  und erzählen von seinen großen Taten.
7 Der Herr sagt: »Die Nomaden aus Kedar in Arabien
  treiben ihre Schafherden nach Jerusalem,
und die Bewohner von Nebajot schenken dir ihre Schafböcke.
  Du sollst sie mir als ein Opfer darbringen,
an dem ich meine Freude habe.
  So werde ich meinen Tempel noch herrlicher schmücken.«

8 Wer jagt wie Wolken über das Meer?
  Wer kehrt zurück wie Tauben zu ihren Schlägen?
9 Schnelle Segelschiffe sind es.
  Denn die Bewohner der fernen Inseln
haben nur noch auf einen Wink des Herrn gewartet.
  Handelsschiffe bringen deine Kinder
von weit her nach Hause,
  zusammen mit goldenen und silbernen Schätzen
als Geschenke für den HERRN, deinen Gott.
  Sie wollen den heiligen Gott Israels preisen,
  der sein Volk vor den Augen der ganzen Welt zu Ehren bringt.

10 Ausländer werden deine Mauern wieder aufbauen,
  und ihre Könige werden dir dienen.
Der Herr sagt: »Ich war zwar zornig über dich
  und habe dich bestraft.
Doch nun habe ich Erbarmen mit dir
  und will dir wieder meine ganze Liebe schenken.
11 Deine Stadttore werden Tag und Nacht offen stehen,
  damit die Völker der Erde jederzeit
ihren Reichtum hineinbringen können.
  Sogar ihre Könige werden sie als Gefangene zu dir bringen.
12 Wenn aber ein Volk oder Königreich sich weigert,
  dir zu dienen, wird es zugrunde gehen und völlig vernichtet.

13 Die prächtigen Bäume des Libanon –
  Wacholder, Platanen und Zypressen –
wird man in die Stadt bringen,
  um mein Heiligtum zu schmücken.
Es ist der Ort, auf dem meine Füße ruhen,
  darum soll er herrlich sein.
14 Die Nachkommen deiner Unterdrücker
  werden herbeilaufen und sich vor dir verneigen.
Alle, die damals nur Spott für dich übrig hatten,
  werden sich dir zu Füßen werfen.
›Stadt des HERRN‹ werden sie dich nennen und ›Zion,
  wo der heilige Gott Israels wohnt‹.

15 Du sollst nicht mehr die verachtete
  und verhasste Stadt von früher sein,
die niemand betreten wollte.
  Nein, ich mache dich für alle Zeiten prächtig und groß,
so dass jeder stolz auf dich ist.
  Eine Generation nach der anderen wird sich
  über deine Schönheit freuen.
16 Die Völker und ihre Könige werden für dich sorgen
  wie eine Mutter, die ihren Säugling stillt.
Dann wirst du erkennen, dass ich, der HERR, dein Retter bin,
  der dich befreit, der starke Gott Israels.
17 Ich werde dir das beste Baumaterial bringen:
  Gold statt Bronze, Silber statt Eisen,
Bronze statt Holz und Eisen statt Steine.
  Im ganzen Land werden Friede und Gerechtigkeit regieren.
18 Dann gibt es kein Verbrechen mehr,
  keine Verwüstung und keine Vernichtung.
Du wirst sicher in deinen Mauern leben,
  und deine Tore werden weltberühmt sein.
19 Das Licht der Sonne wirst du nicht mehr brauchen
  und auch nicht das Leuchten des Mondes.
Denn ich, der HERR, werde dein ewiges Licht sein,
  dein Gott, die Sonne, die dir scheint.
20 Es wird nie wieder dunkel um dich werden.
  Denn anders als Sonne und Mond werde ich nie aufhören,
  dein Licht zu sein. Dann ist deine Trauerzeit vorbei.
21 Alle deine Bewohner leben nach meinen Geboten.
  Sie werden das Land für immer besitzen.
Ich habe sie dort eingepflanzt,
  und ich lasse sie zu meiner Ehre wachsen.
22 Die kleinste Familie ist bald eine Sippe von tausend Menschen,
  und ein kleiner Stamm wird rasch zum großen Volk.
Wenn die Zeit gekommen ist,
  werde ich dies alles ganz schnell tun.
  Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort!«

Die Trauerzeit ist vorbei

61 1 Der Geist des HERRN ruht auf mir,
  weil er mich berufen und bevollmächtigt hat.
Er hat mich gesandt,
  den Armen die frohe Botschaft zu bringen
und die Verzweifelten zu trösten.
  Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen,
  ihre Fesseln werden nun gelöst und die Kerkertüren geöffnet.
2 Ich rufe ihnen zu: »Jetzt erlässt der HERR eure Schuld!«
  Doch nun ist auch die Zeit gekommen,
dass unser Gott mit seinen Feinden abrechnet.
  Er hat mich gesandt, alle Trauernden zu trösten.
3 Vorbei ist die Leidenszeit der Einwohner Zions!
  Sie streuen sich nicht mehr voller Verzweiflung
Asche auf den Kopf,
  sondern schmücken sich mit einem Turban.
Statt der Trauergewänder gebe ich ihnen duftendes Öl,
  das sie erfreut. Ihre Mutlosigkeit will ich in Jubel verwandeln,
der sie schmückt wie ein Festkleid.
  Wer sie dann sieht, vergleicht sie mit Bäumen,
die Gott selbst gepflanzt hat.
  Man wird sie »Garten des HERRN« nennen,
  an dem er seine Größe und Macht zeigt.

4 Sie werden alles wiederherstellen,
  was vor vielen Jahren zerstört wurde
und seither in Trümmern liegt.
  Die zerfallenen Städte, die seit Generationen Ruinen sind,
  bauen sie wieder auf.
5 Ausländer werden euch dienen:
  Sie weiden eure Herden, bebauen die Äcker
  und bearbeiten eure Weinberge.
6 Ihr aber werdet Priester des HERRN sein;
  »Diener unseres Gottes« wird man euch nennen.
Was die Völker besitzen, werdet ihr genießen;
  die herrlichsten Schätze der Welt werden euch gehören.

7 Ihr sollt doppelt so viel zurückerhalten,
  wie die Feinde euch weggenommen haben,
als sie solche Schande über euch brachten.
  Anstatt euch weiter zu schämen,
  dürft ihr euch für immer freuen über euer Erbe in Kanaan.

8 Der HERR sagt: »Ich liebe Gerechtigkeit
  und hasse Raub und Unrecht.
Ich halte mein Wort und gebe den Menschen
  meines Volkes den Lohn, der ihnen zusteht;
  ich will einen Bund für alle Zeiten mit ihnen schließen.
9 In allen Ländern wird man
  ihre Nachkommen kennen und achten.
Wer sie sieht, wird merken:
  Dies ist das Volk, das der HERR gesegnet hat.«

10 Ich freue mich über den HERRN
  und juble laut über meinen Gott!
Denn er hat mir seine Rettung und Hilfe geschenkt.
  Er hat mich mit Gerechtigkeit bekleidet
wie mit einem schützenden Mantel.
  Nun stehe ich da wie ein Bräutigam mit festlichem Turban,
  wie eine Braut im Hochzeitsschmuck.
11 Gott, der HERR, wird uns retten
  und das Gute bei uns wachsen lassen,
so wie auf dem Feld und im Garten
  die Aussaat sprießt und wächst.
  Alle Völker werden es sehen und uns glücklich preisen.

Jerusalem, die geliebte Stadt des Herrn

62 1 Mein Herz schlägt für Jerusalem,
  darum kann ich nicht schweigen.
Ich halte mich nicht zurück,
  bis Gottes Hilfe über der Stadt
auf dem Berg Zion aufstrahlt wie die Morgensonne,
  bis ihre Rettung aufleuchtet wie ein heller Schein bei Nacht.
2 Dann sehen alle Völker,
  wie Gott dir Recht verschafft, Jerusalem,
und ihre Könige bestaunen deinen neuen Glanz.
  Du wirst einen neuen Namen tragen,
  der HERR selbst wird ihn dir geben.
3 Ein Schmuckstück wirst du sein,
  das der HERR in seiner Hand hält wie ein König seine Krone.
4 Man nennt dich nicht länger »die verstoßene Frau«
  und dein Land nicht »die Verlassene«.
Nein, du heißt dann »meine Liebste«
  und dein Land »die glücklich Verheiratete«.
Denn der HERR wird dich lieben
  und sich über dich freuen,
  und dein Land wird nicht mehr vereinsamt daliegen.
5 Wie ein junger Mann sein Mädchen heiratet,
  so werden deine Einwohner sich mit dir verbinden.
Wie ein Bräutigam sich an seiner Braut freut,
  so wird dein Gott sich über dich freuen.

6 Jerusalem, ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt,
  die den HERRN Tag und Nacht an sein Versprechen erinnern sollen.
Ihr Wächter, hört nicht auf zu beten
  – nicht einen Augenblick –,
  gönnt euch keine Ruhe!
7 Lasst auch Gott keine Ruhe,
  bis er Jerusalem wieder aufgebaut hat
  und die Stadt auf der ganzen Erde bewundert wird.

8-9 Der HERR hat geschworen:
  »Nie mehr werde ich zulassen,
dass die Feinde euer Korn verzehren
  oder dass Fremde den Wein trinken,
für den ihr so hart gearbeitet habt.
  Ihr, die ihr die Ernte einbringt, sollt auch davon leben.
Und wer die Trauben liest, soll auch den Wein trinken.
  Dafür bürge ich, der starke Gott.
Ihr werdet essen und trinken im Vorhof
  meines heiligen Tempels und mich dabei loben.

10 Zieht ein durch die Tore der Stadt, zieht ein!
  Ebnet einen Weg für das Volk, das unterwegs ist zur Stadt.
Baut eine Straße, räumt die Steine aus dem Weg!
  Stellt ein Feldzeichen auf, das alle Völker sehen können!«

11 Hört, was der HERR verkündet!
  Seine Stimme dringt bis zum Ende der Erde:
»Sagt den Menschen auf dem Berg Zion:
  Euer Retter kommt! Den Lohn für seine Mühe bringt er mit:
  sein Volk, das er sich erworben hat; es geht vor ihm her.
12 Man wird es ›das heilige Volk‹ nennen
  und ›das Volk, das der HERR erlöst hat‹.
Und du, Jerusalem, heißt dann ›die Begehrte‹
  und ›die Stadt, die nie mehr verlassen wird‹.«

Kommentar

Gesalbtes Leben

Jesus verkündete die Agenda für Seinen Dienst und Sein Reich, indem Er aus Jesaja 61 vorlas. Ein ambitioniertes, revolutionäres Programm – bei dessen Umsetzung auch du eine Rolle spielst.

Jesus ging in die Synagoge in Nazareth und las aus der Schriftrolle des Propheten Jesaja: „Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt, um den Armen eine gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, um die zu heilen, die ein gebrochenes Herz haben und zu verkündigen, dass die Gefangenen freigelassen und die Gefesselten befreit werden. Er hat mich gesandt, um ein Gnadenjahr des Herrn und einen Tag der Rache unseres Gottes auszurufen und alle Trauernden zu trösten“ (61,1-2; Lukas 4,18-19).

Zu den Anwesenden sagte Er, „Heute ist dieses Wort vor euren Augen und Ohren Wirklichkeit geworden!“ (Lukas 4,21). Worum geht es dabei?

1. Leben wird verändert
Wenn du Jesus begegnest, nimmt Er deine Sünde und gibt dir Seine Gerechtigkeit. Er schenkt den Gefangenen die Freiheit, Blinden das Augenlicht und befreit die Unterdrückten (61,1-3). Er schmückt dich mit einem „Kopfschmuck anstelle von Asche, Freudenöl anstelle von Trauerkleidern, und Lobgesang anstelle eines betrübten Geistes“ (61,3).

2. Beziehungen werden verändert
Jesus vergleicht mit der Ehe: „Dann wird dein Gott sich an dir freuen wie ein Bräutigam an seiner Braut“ (62,5b). Die Ehe soll den Menschen verdeutlichen, wie eng und liebevoll die Beziehung ist, die Gott Sich mit uns wünscht. Eine starke Gesellschaft basiert auf starken Familien. Starke Familien haben ihren Ursprung in starken Ehen.

3. Kultur wird verändert
Kultur entwickelt sich üblicherweise in den Städten. Jesaja verkündet, „Sie werden die uralten Ruinen wieder herstellen, und was seit langem verwüstet war, wieder aufrichten. Sie werden sowohl die vom Krieg zerstörten Städte wieder aufbauen als auch die Trümmer vergangener Generationen“ (61,4). Zu Jesu Agenda gehört ein Wandel bei den Meinungsmachern in Wirtschaft, Bildung, Medien, Kunst und Unterhaltung und Regierungen.

4. Gesellschaft wird verändert
Zur Veränderung der Gesellschaft gehört, dass wir uns der Armut annehmen. Jesus kam, „den Armen eine gute Botschaft zu verkünden“ (61,1b). Wir müssen uns mit Ungerechtigkeiten beschäftigen. So viel Leid auf der Welt ist die Folge von Unrecht. „Ich liebe Gerechtigkeit und hasse Raub und Unrecht“ (61,8a; Hfa).

5. Die Art zu leiten verändern
Führung spielt in jeder Gesellschaft eine zentrale Rolle: „Ihr werdet Priester des Herrn heißen, „Diener unseres Gottes“ wird man zu euch sagen“ (61,6).

Gebet

Herr, salbe mich heute mit Deinem Heiligen Geist, dass ich den Armen eine gute Botschaft verkünde, dass ich die heile, die ein gebrochenes Herz haben und alle Trauernden tröste. Ich möchte sehen, wie Leben verändert wird, wie diesen Menschen ein Kopfschmuck anstelle von Asche, Freudenöl anstelle von Trauerkleidern, und Lobgesang anstelle eines betrübten Geistes gegeben wird.

Pippa fügt hinzu

Sprüche 23,22b

„…verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist.“

An diesen Vers muss ich meine Kinder unbedingt erinnern!

Vers des Tages

Jesaja 61,1

Der Geist des HERRN ruht auf mir, weil er mich berufen und bevollmächtigt hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen und die Verzweifelten zu trösten. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, ihre Fesseln werden nun gelöst und die Kerkertüren geöffnet.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottland (no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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