Tag 267

Geheimnis

Weisheit Psalm 111,1–10
Neues Testament Epheser 3,1–21
Altes Testament Jesaja 57,14–59,21

Einführung

Die besten Autoren schreiben so, dass man bis zum Schluss nicht weiß, wie die Geschichte ausgehen wird. Wenn man dann aber zurückschaut, erkennt man all die Hinweise, die es gegeben hat.

Im heutigen Abschnitt des Neuen Testaments schreibt der Apostel Paulus, dass Gott das Geheimnis von Christus offenbarte: „Durch Offenbarung hat er mir das Geheimnis enthüllt… den geheimnisvollen Plan, den er mit Christus verfolgt. Frühere Generationen kannten dieses Geheimnis noch nicht; aber jetzt hat Gott es …durch seinen Geist enthüllt“ (Epheser 3,3-5).

Das Alte Testament zu lesen, ist, als ginge man in ein dunkles Zimmer voller Möbel. Wir bekommen eine Vorstellung von dem Raum, indem wir die Sofas, Stühle, Bilder ertasten. Aber wenn wir das Neue Testament lesen, ist es, als hätte jemand das Licht eingeschaltet, und wir können alles deutlich erkennen. Jesus stellt das Alte Testament in ein neues Licht.

Jesus ist der Höhepunkt von Gottes großartigem Plan für die Welt. Paulus schreibt, Gott hat ihn beauftragt, „den anderen Völkern die Gute Nachricht von dem unergründlichen Reichtum zu bringen… [Er, Paulus] sollte ans Licht bringen, wie Gott seinen verborgenen Plan verwirklicht. Er, der alles geschaffen hat, hat diesen Plan vor aller Zeit gefasst und als sein Geheimnis bewahrt“ (3,8-9; GNB). Das Wort, das Paulus hier verwendet (‘photisai’), bedeutet „das Licht einschalten, damit die Menschen sehen können”.

Das Geheimnis, das uns Gott in Jesus offenbart, ist nicht nur die Versöhnung mit Gott, sondern auch Versöhnung zwischen uns Menschen. Paulus sagt, „Die Nichtjuden – ´darin besteht dieses Geheimnis´ – sind zusammen mit den Juden Erben… und haben zusammen mit ihnen teil an dem, was Gott seinem Volk zugesagt hat“ (3,6; NGÜ). Juden und Nichtjuden können sich nun gleichermaßen Gott nähern.

Wenn wir in Christus sind, sind wir alle mit Gott und untereinander versöhnt – unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und kulturellem Hintergrund. Das muss auch in der Kirche sichtbar werden: Katholisch, Evangelisch, Orthodox, Pfingstler, usw. Im Alten Testament sehen wir nur Hinweise darauf – es war bis zu einem gewissen Grad verborgen. Aber jetzt ist das Geheimnis in Christus offenbart worden.

Weisheit

Psalm 111,1–10

Was Gott tut, ist einzigartig!

1 Halleluja – lobt den HERRN!

Von ganzem Herzen will ich dem HERRN danken vor allen,
  die aufrichtig mit ihm leben – ja, vor der ganzen Gemeinde!

2 Wie gewaltig ist alles, was der HERR vollbracht hat!
  Wer sich über seine Taten freut,
  denkt immer wieder darüber nach.
3 Was Gott tut, ist eindrucksvoll und einzigartig;
  auf seine Gerechtigkeit ist für immer Verlass.
4 Er selbst hat alles dafür getan,
  dass seine Wunder nicht in Vergessenheit geraten.
  Gnädig und barmherzig ist der HERR!
5 Denen, die ihn achteten, gab er immer genug zu essen.
  Niemals vergisst er den Bund, den er mit Israel geschlossen hat.

6 Er bewies ihnen seine große Macht:
  Die Länder anderer Völker gab er ihnen zum Besitz.
7 Er ist zuverlässig und gerecht in allem, was er tut;
  seinen Geboten kann man völlig vertrauen.
8 Niemals verlieren sie ihre Gültigkeit,
  von Anfang bis Ende bezeugen
  sie seine Wahrhaftigkeit und Treue.
9 Der HERR hat sein Volk erlöst und einen ewigen Bund
  mit ihnen geschlossen. Heilig und furchterregend ist sein Name!

10 Alle Weisheit fängt damit an,
  dass man Ehrfurcht vor dem HERRN hat.
  Ja, klug ist, wer sein Leben nach Gottes Geboten ausrichtet.
  Nie wird das Lob des Herrn verstummen!

Kommentar

Gottes Weisheit wird offenbar

Erkenntnis ist gut: „Wer sich über [Gottes] Taten freut, denkt immer wieder darüber nach“ (111,2; Hfa). Weisheit ist besser. Weisheit ist richtig eingesetzte Erkenntnis.

Der Psalmist schreibt, „Ehrfurcht vor dem Herrn ist der Anfang wahrer Weisheit“ (10a). Wahre Weisheit beginnt damit, Gott zu fürchten, zu ehren, anzuerkennen und anzubeten: „Heilig und gewaltig ist unser Gott“ (9b).

Wie andere Menschen im Alten Testament erhaschte auch der Psalmist einen kleinen Blick auf diese Weisheit. Er sah, wie groß Gottes Taten waren (111,2), wie gnädig und barmherzig der Herr ist (4b). Er erkannte, dass Gott Sein Volk liebte und erlösen wollte (9). Seine Haltung zu „anderen Völkern“ (6b) wurde jedoch noch nicht von Christus und dem Evangelium offenbart.

In Christus sind diese anderen Völker in die Liebe Gottes eingeschlossen und Teil der Kirche bzw. des Leibes. Wie wir heute im Neuen Testament sehen, wird so die vielseitige Wahrheit Gottes offenbar.

Gebet

Herr, bitte hilf uns, die vielschichtige Wahrheit Gottes aufzuzeigen, die sich in der Versöhnung untereinander offenbart.

Neues Testament

Epheser 3,1–21

Gottes Auftrag für Paulus

3 1 Weil ich, Paulus, euch Nichtjuden diese rettende Botschaft verkündete, bin ich nun im Gefängnis. Als Gefangener von Jesus Christus bete ich für euch.

2 Sicher wisst ihr, dass Gott mir den Auftrag gegeben hat, gerade euch, den Menschen aus anderen Völkern, von seiner Gnade zu erzählen. 3 Gott selbst hat mir dieses Geheimnis offenbart. Ich habe es eben schon kurz erwähnt, 4 und wenn ihr meinen Brief lest, werdet ihr merken: Gott hat mir tiefen Einblick in den geheimnisvollen Plan gegeben, den er durch Christus verwirklicht hat. 5 Frühere Generationen wussten nichts von diesem Geheimnis; jetzt aber ist es seinen berufenen Aposteln und Propheten durch seinen Geist offenbart worden: 6 Dieses Geheimnis besteht nämlich darin, dass die nichtjüdischen Völker durch Christus zusammen mit den Juden Anteil bekommen an dem Erbe, das Gott uns versprochen hat; sie gehören zum Leib von Jesus Christus, zu seiner Gemeinde, und auch für sie gelten die Zusagen, die Gott seinem auserwählten Volk gab. Das alles bewirkt Gott durch die rettende Botschaft.

7 Mein ganzes Leben steht im Dienst dieser Botschaft, sie will ich weitersagen, weil Gott mir in seiner großen Gnade den Auftrag dazu gegeben und seine Macht an mir erwiesen hat. 8 Ausgerechnet ich, der geringste unter allen Christen, darf den anderen Völkern verkünden, welchen unermesslichen Reichtum Christus für jeden von uns bereithält. 9 Allen darf ich erklären, was Gott, der das Weltall geschaffen hat, von Anfang an mit uns Menschen vorhatte und was bisher verborgen blieb. 10 Jetzt sollen alle Mächte und Gewalten der himmlischen Welt an der Gemeinde die unerschöpfliche Weisheit Gottes erkennen. 11 Alle sollen nun wissen, dass Gott seinen ewigen Plan durch unseren Herrn Jesus Christus verwirklicht hat. 12 Jetzt können wir zu jeder Zeit furchtlos und voller Zuversicht zu Gott kommen, weil wir an ihn glauben. 13 Darum bitte ich euch: Werdet durch meine Gefangenschaft nicht mutlos. Was ich hier erleide, kommt euch zugute. Ihr sollt an Gottes Herrlichkeit Anteil haben.

Fürbitte und Anbetung

14 Darum knie ich nieder vor Gott, dem Vater, und bete ihn an, 15 ihn, dem alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde ihr Leben verdanken und den sie als Vater zum Vorbild haben. 16 Ich bitte Gott, euch aus seinem unerschöpflichen Reichtum Kraft zu schenken, damit ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet. 17 Mein Gebet ist, dass Christus durch den Glauben in euch lebt. In seiner Liebe sollt ihr fest verwurzelt sein; auf sie sollt ihr bauen. 18 Denn nur so könnt ihr mit allen anderen Christen das ganze Ausmaß seiner Liebe erfahren. 19 Ja, ich bete, dass ihr diese Liebe immer tiefer versteht, die wir doch mit unserem Verstand niemals ganz fassen können. Dann werdet ihr auch immer mehr mit dem ganzen Reichtum des Lebens erfüllt sein, der bei Gott zu finden ist.

20 Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt. 21 Deshalb wollen wir ihn mit der ganzen Gemeinde durch Jesus Christus ewig und für alle Zeiten loben und preisen. Amen.

Kommentar

Gottes Macht wird offenbar

Möchtest du Gott nützlich sein? Möchtest du etwas bewegen – in deiner Familie und für deine Freunde, in der Schule, an der Uni oder am Arbeitsplatz, in deinem Land oder auf der Welt? Dieser Abschnitt lüftet nicht nur das Geheimnis an und für sich, sondern er zeigt auch, wie du etwas verändern kannst.

Paulus schließt mit der Feststellung, „Gott kann unendlich viel mehr tun, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden“ (20b). Wie ist das möglich? Laut Paulus ist es „die mächtige Kraft, die in uns wirkt“ (20a). Woher kommt diese Kraft?

1. Die Kraft des Evangeliums
Kraft verleiht dir nicht deine Stellung, dein Titel oder deine Lebensumstände. Paulus saß im Gefängnis (3,1). Sie kommt auch nicht von menschlicher Größe, denn Paulus schreibt, „ich bin der Geringste unter denen, die zu Christus gehören“ (8a). „Ich diene dieser Botschaft“ (7a; Hfa). Die Kraft kommt von der Botschaft des Evangeliums, die Paulus in den Versen 2-13 beschreibt (s. Römer 1,16). Das Evangelium ist „die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt“ (Römer 1,16).

2. Die Kraft der Einheit
Wir sind Miterben, Söhne und Töchter Gottes, des Vaters. Wir sind Brüder und Schwestern, gemeinsame Erben der Verheißungen Jesu Christi. Gemeinsam gehören wir zum selben Leib Christi (3,6). In Christus sind wir vereint, Teilhaber am verheißenen Heiligen Geist.

Diese Einheit ist außerordentlich stark. „Gottes Absicht war es, dass Mächte und Gewalten im Himmel durch seine Gemeinde den Reichtum seiner [mannigfaltigen; LUT] Weisheit erkennen. Das war sein unabänderlicher Plan, und nun wurde er durch Christus Jesus, unseren Herrn, erfüllt“ (10-11).

„Mannigfaltig“ bezieht sich hier auf Gottes vielseitige Weisheit, denn sie umfasst viele Rassen und Kulturen. Gott führt alle in Seiner Kirche zusammen. Deshalb ist Uneinigkeit zwischen Gemeinden und Denominationen schädlich für die Verbreitung des Evangeliums, Einheit dagegen macht stark.

Gekämpft wird gegen „die Mächte und Gewalten im Himmel“ (10a). Sie agieren durch die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Strukturen und Institutionen der menschlichen Gesellschaft und jenseits davon im gesamten Kosmos. Jedes Mal, wenn sich ein Mensch mit Gott und seinen Geschwistern in Christus versöhnt, bekommen die Dämonen einen Wutanfall und die Engel freuen sich unbändig. Die vielseitige Weisheit Gottes wird offenbar.

3. Die Kraft des Heiligen Geistes
Paulus betete, „dass er euch aus seinem großen Reichtum die Kraft gibt, durch seinen Geist innerlich stark zu werden…dass Christus durch den Glauben immer mehr in euren Herzen wohnt“ (16-17) und dass „ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt werdet“ (19b; EÜ).

4. Die Kraft der Liebe Gottes
Begreifst du wirklich das ganze Ausmaß von Gottes Liebe zu dir? Paulus betete, „dass Christus durch den Glauben in euch lebt und ihr fest in seiner Liebe wurzelt und auf sie gegründet seid. Ich bitte ihn, dass ihr zusammen mit der ganzen Gemeinschaft der Glaubenden begreifen lernt, wie unermesslich reich euch Gott beschenkt. Ihr sollt die Liebe erkennen, die Christus zu uns hat und die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr immer umfassender Anteil bekommen an der ganzen Fülle des Lebens mit Gott“ (17-19; GNB).

Gebet

Herr, bitte erfülle mich heute mit der ganzen Fülle des Lebens mit Gott.

Altes Testament

Jesaja 57,14–59,21

Ich will mein Volk heilen

14 Der Herr befiehlt: »Macht euch an die Arbeit, schnell!
  Baut eine Straße! Räumt meinem Volk
  alle Hindernisse aus dem Weg!
15 Ich, der Hohe und Erhabene, der ewige und heilige Gott,
  wohne in der Höhe, im Heiligtum.
Doch ich wohne auch bei denen,
  die traurig und bedrückt sind.
Ich gebe ihnen neuen Mut
  und erfülle sie wieder mit Hoffnung.
16 Ich will sie nicht ständig anklagen
  und nicht für immer zornig sein.
Denn sonst würden sie vergehen, die Menschen,
  die ich doch selbst geschaffen habe.
17 Ich war zornig über mein Volk wegen seiner Habgier.
  Darum bestrafte ich sie und wandte mich von ihnen ab.
Aber sie taten weiterhin, was sie wollten,
  und gingen ihre eigenen Wege.
18-19 Ich sah ihre Taten genau.
  Und doch will ich ihnen wieder zurechthelfen
und sie führen. Die Trauernden werde ich trösten;
  ein Freudenlied lege ich ihnen in den Mund.
Dann werden sie alle in Frieden leben,
  ob in der Nähe oder in der Ferne,
denn ich will mein Volk heilen.
  Das verspreche ich, der HERR.
20 Die Gottlosen aber sind wie das ungestüme Meer:
  Es kommt nicht zur Ruhe,
seine Wellen wühlen immer wieder
  Dreck und Schlamm auf.
21 Ja, alle, die sich gegen mich auflehnen,
  werden keinen Frieden finden. Darauf gebe ich mein Wort!«

Ein Fasten, das dem Herrn gefällt

58 1 »Ruf, so laut du kannst!
  Lass deine Stimme erklingen, mächtig wie eine Posaune!
Halte meinem Volk seine Vergehen vor,
  zähl den Nachkommen von Jakob ihre Sünden auf!
2 Ach, für wie fromm sie sich doch halten!
  Sie rufen Tag für Tag nach mir und fragen nach meinem Willen.
Sie kommen gern zum Tempel gelaufen,
  um meine Nähe zu suchen.
Weil sie sich einbilden, nach meinen Geboten zu leben,
  darum fordern sie von mir auch ihre wohlverdienten Rechte.
3 ›Warum siehst du es nicht, wenn wir fasten?‹,
  werfen sie mir vor. ›Wir plagen uns,
aber du scheinst es nicht einmal zu merken!‹
  Darauf antworte ich: Wie verbringt ihr denn eure Fastentage?

Ihr geht wie gewöhnlich euren Geschäften nach
  und treibt eure Arbeiter genauso an wie sonst auch.
4 Ihr fastet zwar, aber gleichzeitig zankt
  und streitet ihr und schlagt mit roher Faust zu.
Wenn das ein Fasten sein soll,
  dann höre ich eure Gebete nicht!
5 Denkt ihr, mir einen Gefallen zu tun,
  wenn ihr bloß auf Essen und Trinken verzichtet,
den Kopf hängen lasst
  und euch in Trauergewändern in die Asche setzt?
Nennt ihr so etwas ›Fasten‹?
  Ist das ein Tag, an dem ich, der HERR, Freude habe?

6 Nein – ein Fasten, das mir gefällt, sieht anders aus:
  Löst die Fesseln der Menschen,
die man zu Unrecht gefangen hält,
  befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei
und gebt ihnen ihre Freiheit wieder!
  Schafft jede Art von Unterdrückung ab!
7 Teilt euer Brot mit den Hungrigen,
  nehmt Obdachlose bei euch auf,
und wenn ihr einem begegnet,
  der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider!
Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht
  vor den Nöten eurer Mitmenschen!
8 Dann wird mein Licht eure Dunkelheit vertreiben
  wie die Morgensonne,
und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt.
  Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her,
  und meine Herrlichkeit beschließt euren Zug.
9 Wenn ihr dann zu mir ruft, werde ich euch antworten.
  Wenn ihr um Hilfe schreit, werde ich sagen:

›Ja, hier bin ich.‹ Beseitigt jede Art von Unterdrückung!
  Hört auf, verächtlich mit dem Finger auf andere zu zeigen,
  macht Schluss mit aller Verleumdung!
10 Nehmt euch der Hungernden an
  und gebt ihnen zu essen,
versorgt die Notleidenden mit allem Nötigen!
  Dann wird mein Licht eure Finsternis durchbrechen.
  Die Nacht um euch her wird zum hellen Tag.
11 Immer werde ich, der HERR, euch führen.
  Auch in der Wüste werde ich euch versorgen,
ich gebe euch Gesundheit und Kraft.
  Ihr gleicht einem gut bewässerten Garten und einer Quelle,
  die nie versiegt.
12 Euer Volk wird wieder aufbauen,
  was seit langem in Trümmern liegt,
und wird die alten Mauern neu errichten.
  Man nennt euch dann ›das Volk,
das die Lücken in den Mauern schließt‹
  und ›Volk, das die Straßen wieder bewohnbar macht‹.

13 Achtet den Sabbat als einen Tag,
  der mir geweiht ist
und an dem ihr keine Geschäfte abschließt!
  Er soll ein Feiertag für euch sein, auf den ihr euch freut.
Entweiht ihn nicht durch eure Arbeit,
  durch Geschäfte oder leeres Geschwätz!
Achtet ihn vielmehr als einen Tag,
  der mir, dem HERRN, gehört.
14 Wenn ihr das tut, werde ich die Quelle eurer Freude sein.
  Ich werde euch reich beschenken
und zu Herrschern des ganzen Landes machen,
  das ich eurem Stammvater Jakob zum Erbe gegeben habe.
  Mein Wort gilt!«

Eure Schuld trennt euch von eurem Gott

59 1 Ihr meint wohl, der HERR sei zu schwach,
  um euch zu helfen, und dazu noch taub,
  so dass er eure Hilferufe gar nicht hört. O nein!
2 Eure Schuld – sie steht wie eine Mauer zwischen euch
  und eurem Gott! Eure Sünden verdecken ihn,
  darum hört er euch nicht.
3 An euren Händen klebt Blut,
  sie sind besudelt von all dem Unrecht, das ihr tut.
  Ihr lügt und betrügt bei jeder Gelegenheit.
4 Ihr zieht vor Gericht,
  aber es geht euch nicht um Gerechtigkeit;
in der Verhandlung sagt keiner die Wahrheit.
  Lieber erhebt ihr falsche Anschuldigungen,
um andere zu täuschen.
  Ja, ihr brütet immer neues Unheil aus!
5-6 Was immer ihr ausheckt –
  es ist, als ob ihr Schlangeneier ausbrütet:
Wer davon isst, stirbt, und wenn jemand darauf tritt,
  schießt eine Viper hervor.
Ihr gleicht Spinnen, die ihr Netz weben.
  Bekleiden kann man sich damit nicht,
und man kann auch keine warme Decke daraus machen.
  Die Fäden, die ihr spinnt, sind Fäden des Unrechts.
  Gewaltsam wickelt ihr eure Opfer darin ein.
7 Ihr seid sofort zur Stelle, wenn es darum geht,
  unschuldiges Blut zu vergießen
oder andere Verbrechen zu begehen.
  Ihr denkt nur an Unrecht, und wo ihr auch geht,
  hinterlasst ihr eine Spur der Verwüstung.
8 Den Weg zum Frieden kennt ihr nicht,
  und Aufrichtigkeit ist euch fremd!
Lieber schlagt ihr krumme Wege ein.
  Keiner, der so lebt, weiß, was Friede ist.

Ein Bußgebet

9 Darum verhilft Gott uns nicht zu unserem Recht,
  darum erreicht uns seine Hilfe nicht.
Wir hoffen auf den Tagesanbruch,
  doch es bleibt finster.
Wir sehnen uns nach einem Lichtstrahl,
  doch wir müssen im Dunkeln bleiben.
10 Wir tasten uns wie Blinde an der Wand entlang;
  wir tappen umher, als hätten wir keine Augen im Kopf.
Am hellen Mittag stolpern wir,
  als wäre es schon dunkel.
  Wir gehören mitten im Leben schon zu den Toten!
11 Wir brummen wie hungrige Bären,
  unser Klagen klingt wie das Gurren von Tauben.
Wir warten darauf, dass Gott uns Recht verschafft,
  aber nichts geschieht.
Wir sehnen uns nach seiner Hilfe,
  doch weit und breit ist keine Rettung in Sicht.

12 Denn wir haben dir, o Gott, den Rücken gekehrt.
  Unsere Schuld ist groß, und unsere Sünden klagen uns an.
Wir sehen ein, dass wir dir untreu waren,
  unsere Vergehen stehen uns vor Augen.
13 HERR, wir wollten nichts mehr mit dir zu tun haben;
  wir haben dich verleugnet und uns von dir,
unserem Gott, abgewandt.
  Mit harten Worten haben wir unsere Mitmenschen unterdrückt
und uns von dir losgesagt.
  Unsere Lügen haben wir uns gut überlegt,
  um sie dann im passenden Moment auszusprechen.
14 So wurde das Recht mit Füßen getreten
  und die Gerechtigkeit verdrängt.
Die Wahrheit hat im Alltag nichts mehr zu suchen,
  Ehrlichkeit ist unerwünscht.

Der Herr schreitet ein

15 Und Treue – die gibt es nicht mehr!
  Und wer mit all dem Unrecht nichts zu tun haben will,
wird angegriffen und ausgeplündert.
  Der HERR hat gesehen, was sein Volk treibt,
  und die Rechtlosigkeit missfällt ihm.
16 Er wundert sich, dass kein Mensch einschreitet
  und etwas dagegen unternimmt.
  Nun greift er selbst ein, machtvoll und gerecht.
17 Er zieht die Gerechtigkeit an wie einen Brustpanzer,
  die rettende Macht ist sein Helm.
Mit Rache kleidet er sich, Entschlossenheit
  umgibt ihn wie ein Mantel.
18 Seine Feinde werden seinen Zorn zu spüren bekommen,
  er wird ihnen alles Unrecht heimzahlen.
Jeder erhält seinen gerechten Lohn,
  selbst die fernen Küstenländer müssen
  mit seiner Vergeltung rechnen.
19 Alle Völker werden dann große Ehrfurcht
  vor dem HERRN haben,
vom Osten bis zum Westen
  wird man sich seiner Macht beugen.
Denn er kommt wie ein reißender Strom,
  den der Atem des HERRN antreibt.

20 Für Zion aber kommt er als Erlöser,
  als ein Befreier für alle Nachkommen von Jakob,
  die sich von ihrem gottlosen Leben lossagen.

21 So spricht der HERR: »Ich will einen Bund mit euch schließen: Mein Heiliger Geist, der auf euch ruht, wird bei euch bleiben, und die Worte, die ihr von mir empfangen habt, werden von Mund zu Mund gehen. Auch eure Kinder, Enkel und Urenkel werden sie noch kennen. Das bleibt für alle Zeiten so, denn mein Wort gilt!«

Kommentar

Gottes Liebe wird offenbar

Im Alten Testament (und besonders bei Jesaja) sehen wir Anzeichen dafür, dass Gottes Liebe sich auch auf die Menschen außerhalb Seines Volkes, auf alle Menschen dieser Erde, erstreckt. Wie groß diese Liebe ist, sehen wir heute im Ansatz.

Der Herr spricht, „Frieden, Frieden, den Fernen [Heiden] und den Nahen [Juden]“ (57,19b). Paulus scheint diesen Abschnitt als Andeutung des Einschlusses von Nichtjuden in die Liebe Gottes zu deuten (s. Epheser 2,17).

Dann erläutert Jesaja, dass sich Gottes wunderbare Liebe darin zeigen soll, wie Sein Volk arme und ausgegrenzte Menschen behandelt. Religiosität reicht nicht. Gott möchte Liebe sehen „die zu Unrecht Gefangenen frei[lässt] und die los [gibt], die ihr unterjocht habt“ (58,6). In der The Message Bible klingt der Vers so: „Sprengt die Ketten des Unrechts, macht Schluss mit Ausbeutung am Arbeitsplatz, befreit die Unterdrückten und erlasst Schulden“.

Gott wünscht Sich „dass ihr euer Essen mit den Hungrigen teilt und heimatlose Menschen gastfreundlich aufnehmt. Wenn ihr einen Nackten seht, dann kleidet ihn ein. Verleugnet euer eigenes Fleisch und Blut nicht“ (58,7).

Das ist Liebe, die sicherstellt, dass ihr „euch der Hungernden annehmt, die Notleidenden mit allem Nötigen versorgt“ (58,10). Wahre Nächstenliebe muss den starken Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit – „Ungerechte Fesseln.. [zu] lösen“ (6a; ELB) – und soziales Engagement einschließen. Liebe heißt, dass wir etwas gegen Armut, Obdachlosigkeit und Hunger unternehmen. Das sind herausfordernde Worte in der heutigen Zeit. Wie sollen wir zum Beispiel mit der Flüchtlingskrise umgehen?

Jesaja verheißt, „Wenn du so handelst, wird dein Licht aufleuchten wie die Morgenröte. Deine Heilung wird schnelle Fortschritte machen. Deine Gerechtigkeit geht dir dann voraus und die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach“ (58,8). Dann wird das Licht eingeschaltet und das Geheimnis offenbar werden.

Gebet

Ich bete, Herr, dass wir eine Gemeinde sind, die vielseitige Weisheit Gottes durch unsere Einheit und Liebe offenbart. Bitte schenke uns Weisheit, wie wir auf die Armut in der Welt reagieren sollen. Gieße Deinen Geist über uns aus, und lass das Geheimnis des Christus in uns offenbar werden.

Pippa fügt hinzu

Jesaja 58,12b

„Man nennt dich den Maurer, der die Risse ausbessert…“

So würde ich auch gern genannt werden.

Vers des Tages

Epheser 3,20

Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottland (no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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