Tag 226

Nacht mit einem Moskito

Weisheit Psalm 96,1–13
Neues Testament 1. Korinther 9,1–18
Altes Testament Prediger 9,13–12,14

Einführung

In vielerlei Hinsicht ist Geschichte die Folge von Einflussnahme. Bei Leitung geht es um Einfluss. Jeder beeinflusst irgendjemanden. In dieser Hinsicht ist dann auch jeder ein Leiter. Soziologen sagen, dass selbst der introvertierteste Mensch während seines Lebens auf 10.000 andere Personen Einfluss nimmt. Wir beeinflussen uns alle irgendwie – angefangen damit, was wir zu Mittag essen, welche Filme wir schauen, bis hin zu wichtigeren Themen um Wahrheit und Ethik.

Mich haben im Laufe meines Lebens viele Menschen beeinflusst – meine Eltern, meine Lehrer, Freunde und Familie. So wie ich durch andere beeinflusst wurde und werde, beeinflusst, was ich tue und sage auch andere – positiv wie negativ. Das lässt sich gar nicht verhindern.

Oder wie es in einem afrikanischen Sprichwort heißt, „Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken: versuche mal zu schlafen, wenn ein Moskito im Zimmer ist.“ Die Schnake bewirkt etwas, auf Nerv tötende Art und Weise, aber das Prinzip ist dasselbe. Eine einzelne Person ist in der Lage ein großes Unrecht zu verhindern. Ein Mensch kann der Wahrheit eine Stimme verleihen. Die Freundlichkeit einer einzelnen Person kann ein Leben retten. Jeder einzelne zählt.

Wie kannst du deinen Einfluss maximal für das Gute einsetzen?

Weisheit

Psalm 96,1–13

Alle sollen es wissen: Der Herr allein ist König!

1 Singt dem HERRN ein neues Lied,
  singt dem HERRN, alle Bewohner der Erde!
2 Singt dem HERRN und preist seinen Namen!
  Verkündet jeden Tag: »Gott ist ein Gott, der rettet!«
3 Erzählt den Völkern von seiner Hoheit!
  Macht allen Menschen seine Wunder bekannt!

4 Denn groß ist der HERR! Jeder soll ihn rühmen!
  Von allen Göttern soll man ihn allein fürchten.
5 Die Götter der Völker sind machtlose Figuren,
  der HERR aber hat den Himmel geschaffen!
6 Majestät und Pracht gehen von ihm aus,
  seine Stärke und Schönheit erfüllen den Tempel.

7 Gebt dem HERRN, was ihm gebührt;
  ihr Völker, erkennt seine Ehre und Macht!
8 Preist seinen großen Namen, kommt zu seinem Heiligtum,
  und bringt ihm eure Opfer dar!
9 Werft euch vor ihm nieder in seiner herrlichen Pracht!
  Die ganze Welt soll vor ihm erzittern!
10 Sagt den Völkern: »Der HERR ist König!«
  Er hat die Fundamente der Erde gelegt,
  niemals gerät sie ins Wanken.
  Allen Völkern wird er ein gerechter Richter sein!

11 Der Himmel soll sich freuen
  und die Erde in Jubel ausbrechen!
  Das Meer mit allem, was in ihm lebt,
  soll zu seiner Ehre brausen und tosen!
12 Der Acker sei fröhlich mit allem, was auf ihm wächst!
  Auch die Bäume im Wald sollen jubeln,
13 wenn der HERR kommt.
  Ja, er kommt, um die Welt zu richten.
  Sein Urteil über die Völker ist unbestechlich und gerecht.

Kommentar

Zum Wohle aller

Gott erwählte Israel. Er segnete das Volk Israel in besonderer Weise. Es war nicht Seine Absicht, dass die Menschen stolz und überheblich würden. Vielmehr sollten sie zum Segen für die ganze Welt werden (1. Mose 12,3). Sie waren gesegnet, um ein Segen zu sein. Sie sollten ihren Einfluss zum Wohle aller Nationen einsetzen.

Nun hat Gott uns, die Kirche, erwählt, ein Segen für alle Menschen zu sein. Du bist gesegnet, um ein Segen zu sein.

Dieser Psalm hat einen multi-nationalen Fokus. Er verkündet die Wunder und Segnungen Gottes für jedermann. Du bist aufgefordert zu segnen durch:

1. Lobpreis
Es ist interessant, dass Lobpreis kreativ und innovativ sein sollte: Sie sangen dem Herrn ein „neues Lied“ (96,1).

2. Zeugnis
„Singt dem Herrn und lobt seinen Namen.
| Verkündet täglich, dass er uns rettet.
Erzählt den Völkern von seinen Taten
| und sagt allen, welche Wunder er tut!
Erzählt allen Völkern, dass der Herr allein König ist“ (2-3.10a).

Gebet

Hilf uns, Herr, nicht selbstgefällig zu werden und nur auf uns selber zu schauen. Lass unser Handeln nach außen gerichtet sein, damit wir Segen in die Welt bringen und jeden Tag Deine Rettung verkünden.

Neues Testament

1. Korinther 9,1–18

Verzicht aus Liebe

9 1 Wie halte ich es denn selbst in solchen Dingen? Bin ich nicht ein freier Mann? Habe ich nicht unseren Herrn Jesus mit eigenen Augen gesehen? Hat er mich denn nicht zu seinem Apostel berufen? Dass ihr Christen geworden seid, zeigt deutlich, dass ich für den Herrn gearbeitet habe. 2 Mögen die anderen auch behaupten, ich sei kein Apostel von Christus, ihr könnt das nicht sagen! Denn ihr habt zum Glauben an Jesus Christus gefunden, und das ist die Bestätigung für meinen Dienst.

3 Denen, die meine Vollmacht in Frage stellen, habe ich dies zu sagen: 4 Hätten meine Mitarbeiter und ich nicht das Recht, uns auf Kosten der Gemeinde versorgen zu lassen? 5 Dürften nicht auch wir eine Ehefrau mit auf die Reise nehmen, wie es die anderen Apostel tun, die Brüder des Herrn und auch Petrus? 6 Müssen etwa nur Barnabas und ich unseren Lebensunterhalt selbst verdienen?

7 Wo zahlt je ein Soldat seinen eigenen Sold, und wer würde einen Weinberg anlegen, ohne die Trauben auch zu ernten? Oder welcher Hirte würde nicht von der Milch seiner Tiere trinken? 8 Das ist nicht nur allgemein so üblich, das schreibt auch das Gesetz von Mose vor. 9 Dort heißt es doch: »Wenn ihr mit einem Ochsen Getreide drescht, dann bindet ihm nicht das Maul zu!« Hat Gott dies etwa angeordnet, weil er sich um die Ochsen sorgt? 10 Ohne Frage dachte er dabei an uns! Denn wir sind gemeint, wenn es dort heißt, dass alle, die pflügen und das Getreide dreschen, ihren Anteil an der Ernte erwarten dürfen. 11 Wir haben unter euch die geistliche Saat ausgesät – die Botschaft von Jesus Christus. Wäre es da wirklich zu viel verlangt, wenn wir dafür auch etwas ernten dürften, indem ihr uns nämlich mit dem versorgt, was wir zum Leben brauchen? 12 Ihr unterstützt doch auch noch andere Prediger, und das ist richtig so. Aber hätten wir nicht ein größeres Anrecht darauf?

Dennoch haben wir von diesem Recht nie Gebrauch gemacht. Wir haben auf alle Ansprüche verzichtet, um der Botschaft von Jesus Christus keine Steine in den Weg zu legen.

13 Ihr wisst doch genau, dass alle, die im Tempel Dienst tun, etwas von den Einkünften des Tempels bekommen. Und wer am Altar den Opferdienst übernimmt, erhält auch einen Teil von den Opfergaben. 14 Ebenso hat der Herr angeordnet: Wer die rettende Botschaft verkündet, soll von diesem Dienst auch leben können.

15 Trotzdem habe ich darauf verzichtet und nichts von alledem verlangt. Ich schreibe das nicht, weil ich in Zukunft etwas von euch haben möchte. Lieber würde ich verhungern, als dass ich mir meinen Grund, mich zu rühmen, von irgendjemand nehmen ließe. 16 Dass ich die rettende Botschaft verkünde, ist allerdings kein Anlass, mich zu loben; ich muss es tun! Dieser Aufgabe kann ich mich unmöglich entziehen. Sonst würde Gottes Strafe mich treffen. 17 Hätte ich die Aufgabe freiwillig übernommen, so könnte ich dafür Lohn beanspruchen. Doch Gott hat mich dazu beauftragt, ich habe keine andere Wahl. 18 Habe ich dann überhaupt einen Lohn zu erwarten? Ja! Er besteht darin, dass ich jedem die Botschaft von Jesus verkünde, und zwar ohne Bezahlung und ohne auf meine Rechte zu pochen.

Kommentar

Verbreite die frohe Botschaft

Paulus ist sich seines Einflusses als Christ und insbesondere als Apostel sehr bewusst. Er ist fest entschlossen, seinen Einfluss zum Guten einzusetzen und „lieber alle Schwierigkeiten [zu ertragen], damit der Botschaft von Christus kein Hindernis in den Weg gelegt wird“ (12b).

Es hat den Anschein, als sähe er seine Berufung zur Ehelosigkeit als Weg, seinen Einfluss zu maximieren. Er sagt nichts gegen die Ehe. Auch hat es den Anschein, dass die anderen Apostel, einschließlich „die Brüder des Herrn und Petrus“ (12,5) verheiratet waren.

Eine andere Möglichkeit, seinen Einfluss zu maximieren, ist seine Berufstätigkeit; Paulus arbeitet für seinen Lebensunterhalt. Dabei ist es ihm ausgesprochen wichtig, darauf hinzuweisen, dass er das nicht tun müsste: „Genauso hat es Jesus, der Herr, für uns angeordnet: Wer die Gute Nachricht verbreitet, soll davon leben können“ (12,14; GNB). Daraus folgt, dass wir als Christen diejenigen finanziell unterstützen sollen, die dem Evangelium in Vollzeit dienen.

Paulus argumentiert, dass, obwohl er das Recht gehabt hätte, er es nicht beansprucht hat. „Ich nehme alle Mühen und Entbehrungen auf mich, um der Guten Nachricht von Christus kein Hindernis in den Weg zu legen“ (12b; GNB).

Paulus ist voller Leidenschaft, das Evangelium zu predigen und will nicht, dass irgendetwas seine Wirkung behindert. Deshalb nimmt er keines seiner Rechte in Anspruch – sein Auftrag bedeutet ihm alles (12,15a). Er kann nicht anders als zu predigen (16a) und schreibt, „es würde mir schlecht ergehen, wenn ich es unterließe!“ (16b). Er muss es einfach tun.

Dabei ist ihm wichtig, dass die Leute das Evangelium umsonst (aber nicht vergeblich!) hören (12,18). Lieber würde Paulus sterben, „als den Ruhm einzubüßen, dass ich ohne jede Gegenleistung predige“ (15b).

Das ist einer der Gründe, warum wir in unserer Gemeinde entschieden haben, dass kein Teilnehmer je etwas für Alpha zahlen soll. Und es ist der Grund, warum wir der Versuchung widerstehen müssen, Gäste unmittelbar nach Abschluss des Kurses um eine Spende zu bitten. Wir wollen nicht, dass die Menschen direkt oder indirekt für das Vorrecht bezahlen, das Evangelium zu hören. Paulus sagt, „Lieber würde ich sterben…“ (15b).

Ich erinnere mich, als Billy Graham 1989 nach London kam, um das Evangelium zu predigen. Es stand damals der Vorschlag im Raum, Eintrittskarten für diese Veranstaltung für 1 Pfund zu verkaufen. Die Idee wurde sofort wieder verworfen, denn Billy Graham hatte für sich entschieden, dass er das Evangelium stets kostenlos predigen wolle.

Gebet

Herr, bitte hilf uns, Paulus‘ Vorbild nachzufolgen und den Einfluss, den wir haben, immer zum Besten und für das Evangelium einzusetzen – indem wir es ohne Gegenleistung tun und lieber Mühen und Entbehrungen auf uns nehmen, um der Guten Nachricht von Christus kein Hindernis in den Weg zu legen (12b).

Altes Testament

Prediger 9,13–12,14

13 Noch etwas habe ich beobachtet – ein gutes Beispiel dafür, wie die Weisheit auf dieser Welt beurteilt wird: 14 Da war eine kleine Stadt mit wenig Einwohnern. Ein mächtiger König zog mit seinem Heer gegen sie aus, schloss sie ein und schüttete ringsum einen hohen Belagerungswall auf. 15 In der Stadt lebte ein armer Mann, der war sehr weise. Er hätte die Stadt durch seine Weisheit retten können, aber niemand dachte an ihn. 16 Da sagte ich mir: Zwar ist Weisheit wertvoller als Stärke, aber auf den Rat eines Armen sieht man bloß hinab; seine Worte beachtet man nicht.

17 Es ist besser, auf die bedächtigen Worte eines Weisen
  zu hören als auf das Geschrei eines Königs von Dummköpfen.
18 Weisheit bewirkt mehr als Waffen,
  aber ein Einziger, der Böses tut, kann viel Gutes zerstören.

Die kleinste Dummheit wiegt schwerer als die größte Weisheit

10 1 Tote Fliegen bringen duftende Salben zum Stinken,
  und schon eine kleine Dummheit
zerstört die Weisheit
  und das Ansehen eines Menschen.
2 Ein vernünftiger Mensch unternimmt das Richtige,
  ein törichter dagegen nur das Falsche.
3 Welchen Weg der Törichte auch einschlägt –
  ihm fehlt der Verstand; jeder kann erkennen, wie dumm er ist.
4 Wenn ein Machthaber zornig auf dich ist,
  dann renne ihm nicht gleich davon!
  Bleib gelassen, dadurch vermeidest du große Fehler!

5 Etwas Schlimmes habe ich auf dieser Welt beobachtet,
  einen großen Fehler, den Machthaber immer wieder begehen:
6 Die Törichten bekommen die höchsten Posten,
  und die Vornehmen werden übergangen.
7 Ich habe Knechte hoch zu Ross gesehen und Fürsten,
  die wie Knechte zu Fuß gehen mussten.

8 Wer eine Grube gräbt, kann hineinfallen,
  und wer eine Mauer abreißt,
  kann von einer Schlange gebissen werden.
9 Wer im Steinbruch arbeitet,
  kann sich dabei verletzen,
und wer Holz spaltet,
  bringt sich in Gefahr.

10 Wenn die Axt stumpf geworden ist,
  weil ihr Benutzer sie nicht geschliffen hat,
muss er sich doppelt anstrengen.
  Der Kluge hält sein Werkzeug in Ordnung.
11 Dem Schlangenbeschwörer hilft
  seine Kunst nicht weiter,
wenn die Schlange zubeißt,
  bevor er sie beschworen hat!

12 Ein weiser Mensch wird geachtet für seine Worte;
  aber ein Dummkopf richtet sich durch sein Gerede selbst zugrunde.
13 Wenn er den Mund aufmacht,
  hört man nichts als dummes Geschwätz –
  es bringt nur Unheil und Verblendung!
14 Ja, solch ein Mensch redet ununterbrochen.
  Dabei weiß keiner, was die Zukunft bringt;
niemand kann ihm sagen,
  was nach seinem Tod geschehen wird.

15 Das viele Reden macht den Dummkopf bloß müde.
  Nicht einmal den Weg in die Stadt findet er!

16 Wehe dem Land, dessen König noch jung
  und unerfahren ist und dessen Machthaber
  schon früh am Morgen Feste feiern!
17 Wohl dem Land, dessen König ein Mann
  von guter Herkunft ist und dessen Machthaber
zur richtigen Zeit feiern –
  und zwar mit der nötigen Beherrschung
  und nicht wie die Säufer!

18 Wenn jemand die Hände in den Schoß legt und zu faul ist,
  das Dach seines Hauses auszubessern,
tropft bald der Regen durch,
  und das Gebälk fällt in sich zusammen.

19 Ein gutes Essen macht fröhlich,
  Wein macht das Leben lustig,
  und Geld macht beides möglich!

20 Nicht einmal in Gedanken schimpfe auf den König,
  nicht einmal in deinem Schlafzimmer
fluche über den Reichen!
  Denn die Spatzen pfeifen es von den Dächern,
  und schon bist du verraten.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

11 1 Setz dein Hab und Gut ein, um Handel zu treiben,
  und eines Tages wird es dir Gewinn bringen.
2 Verteil deinen Besitz auf möglichst viele Stellen,
  denn du weißt nicht, ob ein großes Unglück
  über das Land kommt und alles zerstört.

3 Wenn die Wolken voll Wasser sind,
  wird es auch regnen,
und wohin ein Baum fällt,
  dort bleibt er liegen.
4 Wer immer nur auf das passende Wetter wartet,
  wird nie säen;
und wer ängstlich auf jede Wolke schaut,
  wird nie ernten.

5 Du weißt nicht, aus welcher Richtung der Wind kommen wird;
  du siehst nicht, wie ein Kind im Mutterleib Gestalt annimmt.
  Ebenso wenig kannst du die Taten Gottes ergründen, der alles bewirkt.

6 Säe am Morgen deine Saat aus,
  leg aber auch am Abend die Hände nicht in den Schoß!
Denn du weißt nicht, ob das eine oder das andere gedeiht –
  oder vielleicht sogar beides zusammen!

Genieß deine Jugend!

7 Wie schön ist es, am Leben zu sein
  und das Licht der Sonne zu sehen!
8 Freu dich über jedes neue Jahr, das du erleben darfst!
  Auch wenn noch viele vor dir liegen –
denk daran, dass die Dunkelheit danach lange dauert!
  Alles, was dann kommt, ist vergeblich!

9 Du junger Mensch, genieße deine Jugend
  und freu dich in der Blüte deines Lebens!
Tu, was dein Herz dir sagt
  und was deinen Augen gefällt!
Aber sei dir bewusst,
  dass Gott dich für alles zur Rechenschaft ziehen wird!
10 Lass dich nicht von Kummer und Sorgen beherrschen
  und halte allen Schmerz von dir fern!
  Denn Jugend und Frische sind vergänglich.

12 1 Denk schon als junger Mensch an deinen Schöpfer,
  bevor die beschwerlichen Tage kommen
und die Jahre näher rücken,
  in denen du keine Freude mehr am Leben hast.
2 Dann wird selbst das Licht immer dunkler für dich:
  Sonne, Mond und Sterne verfinstern sich,
und nach einem Regenschauer
  ziehen die Wolken von neuem auf.
3 Deine Hände, mit denen du dich schützen konntest, zittern;
  deine starken Beine werden schwach und krumm.
Die Zähne fallen dir aus, du kannst kaum noch kauen,
  und deine Augen werden trübe.
4 Deine Ohren können den Lärm auf der Straße
  nicht mehr wahrnehmen,
und deine Stimme wird immer leiser.
  Schon frühmorgens beim Zwitschern
der Vögel wachst du auf,
  obwohl du ihren Gesang kaum noch hören kannst.
5 Du fürchtest dich vor jeder Steigung
  und hast Angst, wenn du unterwegs bist.
Dein Haar wird weiß,
  mühsam schleppst du dich durch den Tag,
und deine Lebenslust schwindet.
  Dann trägt man dich in deine ewige Wohnung,
  und deine Freunde laufen trauernd durch die Straßen.

6 Ja, denk an deinen Schöpfer,
  ehe das Leben zu Ende geht –
so wie eine silberne Schnur zerreißt
  oder eine goldene Schale zerspringt,
so wie ein Krug bei der Quelle zerbricht
  oder das Schöpfrad in den Brunnen fällt und zerschellt.
7 Dann kehrt der Leib zur Erde zurück,
  aus der er genommen wurde;
und der Lebensgeist geht wieder zu Gott,
  der ihn gegeben hat.

8 Ja, alles ist vergänglich und vergeblich,
  sagte der Prediger, alles ist vergebliche Mühe!

Ein Nachwort

9 Der Prediger war nicht nur ein weiser Mensch, er gab seine Erkenntnisse auch an das Volk weiter. Über viele Lebensweisheiten dachte er nach, prüfte ihren Inhalt und brachte sie in eine schöne Form. 10 Er bemühte sich, ansprechende Worte zu finden, dabei aber aufrichtig zu sein und die Wahrheit zu schreiben.

11 Ja, die Worte der Weisen sind wie ein Stock, mit dem der Bauer sein Vieh antreibt. Ihre gesammelten Sprüche gleichen eingeschlagenen Nägeln: Sie verleihen dem Menschen einen festen Halt. Gott, der eine große Hirte der Menschen, hat sie uns gegeben. 12 Im Übrigen, mein Sohn, lass dich warnen!

Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben, und das viele Lernen macht den ganzen Körper müde.

13 Zu guter Letzt lasst uns hören,
  welche Schlussfolgerung sich aus all dem ergibt:
Begegne Gott mit Ehrfurcht und halte seine Gebote!
  Das gilt für jeden Menschen.
14 Denn Gott wird Gericht halten über alles,
  was wir tun – sei es gut oder böse –,
  auch wenn es jetzt noch verborgen ist.

Kommentar

Gute Saat ausstreuen

Salomo weiß um die Macht der Einflussnahme. Dieser Einfluss kann zum Wohle der Menschen oder zu ihrem Nachteil eingesetzt werden.

Ein weiser Mensch kann eine ganze Stadt retten (9,13-18a), „aber ein einziger Sünder kann viel Gutes zerstören“ (18b). Hitler, Stalin und Pol Pot sind krasse Beispiele dafür. Ein einziger kann seinen Einfluss für böse Zwecke nutzen und dadurch immensen Schaden anrichten.

Man muss keinen so großen Einfluss haben wie diese Diktatoren, um Böses zu bewirken. „Tote Fliegen bringen duftende Salben zum Stinken, und schon eine kleine Dummheit zerstört die Weisheit und das Ansehen eines Menschen“ (10,1; Hfa). Wenn selbst eine tote Fliege etwas negativ beeinflusst, wie viel mehr kann dann selbst ein noch so unbedeutender Mensch guten oder schlechten Einfluss nehmen. Wir könnten alle diese Fliege in der duftenden Salbe sein!

Der Verfasser hat viel zum Thema zu sagen, wie man guten Einfluss nimmt:

1. Achte auf deine Worte
Salomo erinnert uns: „Die Worte aus dem Mund eines Weisen sind anmutig“ (12a; SLA). Bleib gelassen, wenn jemandem der Kragen platzt (10,4).

Verbreite keine Gerüchte und sprich nicht schlecht über deine Vorgesetzten. Sei vorsichtig bei dem, was du sagst und denkst. Schimpfe auch „nicht einmal in Gedanken“ über Leute und verfluche niemanden – „nicht einmal dann, wenn du dich allein in deinem Schlafzimmer aufhältst. Die Vögel am Himmel könnten deine Worte weitertragen, fliegende Boten könnten verraten, was du gesagt hast“ (10,20).

2. Geh Risiken ein
Um das Meiste aus deinem Einfluss zum Wohle anderer zu machen, musst du Risiken eingehen. „Wirf dein Brot hin aufs Wasser…Verteil dein Vermögen auf sieben oder sogar acht, denn du weißt nicht, welches Unglück über die Erde hereinbrechen wird“ (11,1-2). Eugene Peterson übersetzt diese Verse in der The Message Bible folgendermaßen, „Sei großzügig: Investiere in Gesten der Barmherzigkeit. Barmherzigkeit erzielt hohe Gewinne. Horte deinen Besitz nicht an, sondern verteile ihn. Sei ein Segen für andere.“ Oder: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Zu lieben, ist mit dem Risiko verbunden, dass die Liebe nicht erwidert wird. Aber Risiken müssen eingegangen werden, denn das größte Risiko im Leben ist, nichts zu riskieren.

Wenn wir zu vorsichtig sind, werden wir nie etwas erreichen. „Wer immer nach dem Wind sieht, wird nie säen und wer immer auf die Wolken achtet, wird nichts ernten“ (11,4). Dieses Prinzip lässt sich auf Gemeindepflanzungen anwenden. Sie erfordern Risiko und Entschlossenheit. Wir dürfen uns nicht von scheinbar unüberwindbaren Hürden einschüchtern lassen. „Wind“ und „Wolken“ sollen uns nicht stoppen.

3. Setz nicht alles auf ein Pferd
Um deinen Einfluss optimal zu nutzen, musst du möglicherweise mit verschiedene Möglichkeiten jonglieren: „Säe morgens deine Saat aus, und leg auch abends deine Hände nicht in den Schoß! Denn du kannst nicht wissen, welches von beiden gedeiht, oder ob sogar beides gelingt“ (11,6).

Setze nicht alles auf ein Pferd. Presche an allen Fronten vor, und mache das Beste aus jeder Gelegenheit. Deshalb versuchen wir als Gemeinde, Samenkörner in allen Richtungen auszusäen – in Lobpreis, Gebet, Leitung, Jüngerschaft, theologischer Ausbildung, Gesellschaftswandel, Evangelisation, Kampf gegen Unrecht, Arbeit in Gefängnissen und mit Randgruppen.

4. Ergreife die Gelegenheiten, die sich dir bieten
Das Leben ist kurz, und deine Möglichkeiten sind begrenzt: „Genieße froh jeden Tag, der dir gegeben ist! Auch wenn du noch viele vor dir hast … Freu dich, junger Mensch! Sei glücklich, solange du noch jung bist!“ (11,8a.9; Hfa).

Das Buch endet mit dem Fazit, dass der Sinn des Lebens letzten Endes in unserer Gottesbeziehung liegt. Achte Gott, und halte Seine Gebote. „Das ist alles, worauf es für den Menschen ankommt“ (12,13b; GNB).

Gebet

Herr, bitte hilf mir, Dich zu ehren und Deine Gebote zu halten. Hilf mir, meinen Einfluss zum Guten einzusetzen und nicht zum Bösen. Hilf mir, das Beste aus den Gelegenheiten zu machen, die Du schenkst.

Pippa fügt hinzu

Prediger 12,12

„Es werden stets neue Bücher geschrieben - dein Körper wird müde, wenn du zu viel in ihnen forschst.“

Was für eine prophetische Aussage! Ahnte Salomo schon, wie viele Bücher einst über jedes erdenkliche Thema geschrieben werden würden? Es gibt so viele wunderbare und inspirierende Bücher, aber noch mehr, die es nicht sind. Vor vielen Jahren erbarmte ich mich einem unserer Kindern und half bei einer Lese-Hausaufgabe. Der Kommentar, „Ich mag keine Bücher. Sie sind voller Wörter“!

Vers des Tages

Prediger 11,10

Lass dich nicht von Kummer und Sorgen beherrschen und halte allen Schmerz von dir fern!
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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