Tag 20

Die Kunst des Navigierens

Weisheit Sprüche 2,12–22
Neues Testament Matthäus 14,1–21
Altes Testament 1. Mose 40,1–41,40

Einführung

Unser letztes Auto hatte viele Kratzer und Schrammen. Es ist gut möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass ich für die meisten davon verantwortlich war. Zurückzuführen sind sie auf die enge und damit schwierig zu navigierende Einfahrt unseres Gemeindeparkplatzes.

Weisheit wurde mal als „Steuerkunst“ definiert. Auf deinem Lebensweg wirst du durch viele enge Situationen navigieren müssen, die viel Weisheit erfordern, damit du dich und andere möglichst nicht verletzt.

Weisheit

Sprüche 2,12–22

12 und dich davor bewahren, Böses zu tun.
  Dann bist du gewappnet gegen Menschen,
  die mit ihren Worten andere täuschen
13 und selbst krumme Wege gehen.
  Solche Leute haben sich vom Guten abgewandt;
14 sie führen ständig Böses im Schilde
  und haben auch noch Spaß daran,
  das Recht zu verdrehen!
15 Alles, was sie sagen und tun, ist verlogen und verkommen.

16 Besonnenheit schützt dich auch vor der Frau
  eines anderen Mannes, vor der Verführerin,
  die dich mit ihren schmeichelnden Worten umgarnt.
17 Dem Mann, den sie in ihrer Jugend geheiratet hat,
  ist sie untreu – und damit bricht sie den Bund,
  den sie vor Gott geschlossen hat.
18 Ihr Haus steht direkt am Abgrund des Todes:
  Wer sich ihm nähert, begibt sich in tödliche Gefahr.
19 Niemand, der sich mit ihr einlässt, kommt mit dem Leben davon.

20 Suche stattdessen nach guten Vorbildern,
  die dir zeigen, wie man ein rechtschaffenes Leben führt.
21 Wer aufrichtig ist und Gott gehorcht,
  darf lange auf dieser Welt wohnen;
22 wer aber Böses tut und Gott die Treue bricht,
  wird mit einem Mal herausgerissen.

Kommentar

Vermeide „falsches Abbiegen“

Ehebruch (2,16-8) ist ein Beispiel für falsches Abbiegen. Die Weisheit „bewahrt dich davor, etwas Falsches zu tun“ (2,12; GNB). Sie bewahrt dich davor, vom Weg abzukommen und lenkt deine Schritte, dass du nicht auf „finstere Pfade“ gelangst (2,13). Das Böse oder Falsche mag verlockend aussehen, aber der Schein trügt, und beides führt letztlich in die Irre (2,14).

Die Ehe ist ein „Bund... vor Gott geschlossen“ (2,17; Hfa). „Bund“ beschreibt Israels Verhältnis zu Gott – der Alte Bund; und unser Verhältnis zu Ihm unter dem Neuen Bund. Ein Bund ist eine bindende Vereinbarung, die nicht gebrochen werden soll.

Beide Beteiligten an einer außerehelichen Beziehung sind gleichermaßen schuldig. Im hier beschriebenen Fall ist es die Frau, die „ihren Mann verlassen [hat]“ (2,17) und so „den Bund, den sie vor Gott geschlossen hat, [bricht]“ (2,17; Hfa). Der Mann, der mit ihr Ehebruch begangen hat, erlag der Versuchung und ließ sich von „ihren Worten verführen“ (2,16), auf einen Weg, der „ins Totenreich“ (2,18) führt.

„Darum halte dich an die guten Menschen“, so der Verfasser der Sprüche. Sie helfen uns, unsere Schritte „auf [den] Weg der Gerechten“ zu lenken (2,20). „

Gebet

Herr, bitte schenke mir Weisheit. Hilf mir, mein Leben auf gerade Wege zu lenken, die zum Leben führen.

Neues Testament

Matthäus 14,1–21

Der Mord an Johannes dem Täufer

14 1 ; Zu der Zeit hörte auch Herodes, der Herrscher über Galiläa, von Jesus und seinen Taten. 2 Da sagte er zu seinen Dienern: »Das muss Johannes der Täufer sein. Er ist von den Toten auferstanden! Deshalb kann er solche Wunder tun.«

3 Herodes hatte Johannes nämlich verhaften, fesseln und ins Gefängnis werfen lassen. Der Grund dafür war, dass der König die Frau seines eigenen Bruders Philippus geheiratet hatte; sie hieß Herodias. 4 Daraufhin hatte Johannes ihm vorgehalten: »Es ist nicht richtig, dass du die Frau deines Bruders geheiratet hast!« 5 Herodes hätte Johannes am liebsten umbringen lassen; aber er wagte es nicht, weil er sich vor den vielen Menschen fürchtete, die in Johannes einen Propheten sahen.

6 Als nun Herodes Geburtstag feierte, tanzte die Tochter von Herodias vor den Gästen. Herodes war so begeistert, 7 dass er ihr mit einem Schwur versprach: »Bitte mich, um was du willst; ich will es dir geben!« 8 Von ihrer Mutter angestiftet, bat sie den König: »Dann lass mir sofort den Kopf von Johannes dem Täufer auf einem Teller herbringen.« 9 Der König war bestürzt. Aber weil er sein Versprechen gegeben hatte – noch dazu vor allen Gästen –, willigte er ein und befahl, 10 Johannes im Gefängnis zu enthaupten. 11 Man brachte den Kopf auf einem Teller, überreichte ihn dem Mädchen, und die gab ihn ihrer Mutter. 12 Die Jünger von Johannes holten seinen Leichnam und bestatteten ihn. Danach gingen sie zu Jesus und berichteten ihm, was geschehen war.

13 Als Jesus das hörte, fuhr er mit einem Boot in eine entlegene Gegend. Er wollte allein sein. Aber die Leute aus den umliegenden Orten merkten, wohin er gehen wollte, und folgten ihm in Scharen auf dem Landweg.

Fünftausend werden satt

14 ; Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken.

15 Gegen Abend kamen die Jünger zu ihm und sagten: »Es ist spät geworden, und die Gegend hier ist einsam. Schick die Leute weg, damit sie in die Dörfer gehen und dort etwas zu essen kaufen können!«

16 Aber Jesus antwortete: »Das ist nicht nötig. Gebt ihr ihnen zu essen!«

17 »Wir haben doch nur fünf Brote und zwei Fische hier«, wandten seine Jünger ein.

18 »Dann bringt sie mir her!«, sagte Jesus. 19 Er forderte die Leute auf, sich ins Gras zu setzen, nahm die fünf Brote und die beiden Fische, sah zum Himmel auf und dankte Gott. Dann teilte er das Brot, reichte es seinen Jüngern, und die Jünger gaben es an die Menge weiter. 20 Alle aßen und wurden satt. Als man anschließend die Reste einsammelte, da waren es noch zwölf Körbe voll. 21 Etwa fünftausend Männer hatten zu essen bekommen, außerdem noch viele Frauen und Kinder.

Kommentar

Entscheid dich für den guten Weg

In schweren Zeiten kommt man leicht vom Weg ab. Wenn es aber gelingt, auf dem rechten Weg zu bleiben, macht das uns oft mitfühlender und weiser.

Im Buch der Sprüche geht es heute um die Entscheidung zwischen dem Weg der Weisheit und dem Weg des Bösen. Am Leben von Jesus und Herodes lesen wir, wie beiden Wege in der Praxis aussehen.

1. Der Weg des Bösen
Herodes Antipas (21 v.Chr. – 39 n.Chr.) war der Mann, der Jesus unmittelbar vor Seinem Tod abwies, als Er von Pilatus vor ihn gebracht worden war (s. Lukas 23,8-12).

Herodes hatte das getan, wovor der Verfasser der Sprüche warnt: er hatte Ehebruch mit Herodias, der Frau seines Bruders begangen. Als er damit konfrontiert wurde, „hatte [er] ... Johannes festnehmen und gefesselt ins Gefängnis werfen lassen“ (14,3; GNB).

In Herodes‘ Leben drehte sich alles nur um ihn. Er entledigte sich der einen Frau und nahm sich eine andere. Ihm ging es immer nur ums eigene Vergnügen. Das Leid, das er anderen – nicht zuletzt seinem Bruder, Philip – durch sein Handeln zufügte, kümmerte ihn nicht. Pass auf, wenn dir dein Vergnügen wichtiger wird als die Bedürfnisse deiner Mitmenschen.

Auch Menschenfurcht kann zu Problemen führen. Herodes „fürchtete sich aber vor dem Volk“ (14,5; NGÜ), sollte er Johannes den Täufer töten lassen. Gleichzeitig fürchtete er die Ablehnung seiner Gäste, und deshalb „befahl er, den Wunsch des Mädchens zu erfüllen“ (14,8-10; NGÜ). Gib acht, dass dir dein Ansehen nicht wichtiger ist, als das Richtige zu tun.

Weil Johannes der Täufer „Herodes immer wieder ins Gewissen geredet“ hatte (14,4), wollte er ihn töten. Boshaftigkeit schien in der Familie zu liegen, denn Herodes‘ Nichte, die Tochter von Herodias sann darauf, Johannes köpfen zu lassen (14,6-10). Sie waren so hartherzig, dass ihnen nicht einmal der Anblick seines Kopfes auf dem Präsentierteller, Unwohlsein bereitete (14,11).

2. Der Weg des Guten
Die Nachricht vom Tod Seines Cousins erschütterte Jesus sichtlich, und Er zog Sich „in eine entfernte Gegend [zurück], denn er wollte allein sein“ (14,13) – allein mit Gott.

Obwohl Seine Pläne durchkreuzt wurden, wurde Er nicht ärgerlich (wie es mir so oft passiert). Gut zu planen ist das Eine, sich von Gott unterbrechen zu lassen, das Andere. Aus Mitleid ließ Er Sich nicht nur auf ihr Bitten ein, sondern handelte auch – „und heilte die Kranken“ (14,14). Und selbst später, ergriff Er nicht die erstbeste Gelegenheit und schlich Sich davon, sondern gab der Menge zu Essen – bzw. zeigte Seine Jünger, wie sie die vielen Menschen auf wundersame Weise alle satt bekämen (14,16.19-20). Er brachte sie auf den richtigen Weg.

Wir sehen, wie Jesus in Seiner großen Weisheit durch die Untiefen dieses Tages navigiert. Er hatte denkbar schlecht begonnen. Doch am Ende des Tages waren viel geheilt worden und auf wundersame Weise „[hatten] etwa fünftausend Menschen zu essen bekommen, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet!“ (14,21; GNB). An das, was damals geschah, erinnert man sich noch heute; und es hat seither das Leben von Millionen von Menschen berührt.

Gebet

Herr, mögen mich schwierige Situationen nicht vom guten Weg abbringen, sondern zu mehr Mitgefühl und Weisheit führen.

Altes Testament

1. Mose 40,1–41,40

Josef deutet Träume

40 1 Einige Zeit später hatten zwei Beamte des ägyptischen Königs ihren Herrn verärgert: der oberste Mundschenk und der oberste Bäcker. 2 Der Pharao war zornig auf sie. 3 Er warf sie in das Gefängnis, das dem Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache unterstellt war und in dem auch Josef festgehalten wurde. 4 Der Oberbefehlshaber beauftragte Josef damit, die neuen Gefangenen zu versorgen.

Nach einiger Zeit 5 hatten beide in derselben Nacht einen besonderen Traum.

6 Als Josef am nächsten Morgen zu ihnen kam, fielen ihm ihre niedergeschlagenen Gesichter auf. 7 »Was ist los mit euch? Warum seid ihr so bedrückt?«, fragte er.

8 »Wir haben beide einen seltsamen Traum gehabt, aber hier gibt es niemanden, der uns die Träume deuten kann!«, klagten sie.

»Es ist Gottes Sache, Träume zu deuten«, entgegnete Josef. »Erzählt mir doch einmal, was ihr geträumt habt!«

9 Der Mundschenk begann: »Ich sah einen Weinstock 10 mit drei Ranken. Als er Knospen trieb, waren sofort die Blüten da – und dann auch schon die reifen Trauben. 11 In meiner Hand hielt ich den Becher des Pharaos. Ich nahm die Trauben, presste ihren Saft in den Becher und gab dem König zu trinken.«

12 Josef erklärte ihm, was das zu bedeuten hatte. »Die drei Ranken sind drei Tage«, sagte er. 13 »In drei Tagen wird der Pharao dich aus dem Gefängnis herausholen und wieder in dein Amt einsetzen. Dann wirst du ihm wie früher als oberster Mundschenk dienen. 14 Aber denk an mich, wenn es dir wieder gut geht! Erzähl dem Pharao von mir und bitte ihn, mich hier herauszuholen! 15 Ich wurde aus dem Land der Hebräer entführt, und auch hier in Ägypten habe ich nichts Verbotenes getan. Ich sitze unschuldig im Gefängnis!«

16 Als der oberste Bäcker merkte, dass der Traum des Mundschenks eine gute Bedeutung hatte, fasste er Mut. »In meinem Traum trug ich drei Brotkörbe auf dem Kopf«, erzählte er. 17 »Im obersten Korb lag viel feines Gebäck für den Pharao, aber Vögel kamen und fraßen alles auf.«

18 »Die drei Körbe bedeuten drei Tage«, erklärte Josef. 19 »In drei Tagen wird der Pharao dich aus dem Gefängnis herausholen und an einem Baum erhängen. Die Vögel werden dein Fleisch fressen!«

20 Drei Tage später hatte der Pharao Geburtstag. Er gab ein großes Fest für seine Hofbeamten und ließ den obersten Mundschenk und den obersten Bäcker aus dem Gefängnis holen. 21 Vor allen Gästen setzte er den Mundschenk wieder in sein Amt ein, 22 aber den Bäcker ließ er aufhängen – genau wie Josef ihre Träume gedeutet hatte.

23 Doch der Mundschenk dachte nicht mehr an Josef, er vergaß ihn einfach.

Der Pharao weiß nicht weiter

41 1 Zwei Jahre waren inzwischen vergangen. Eines Nachts hatte der Pharao einen Traum: Er stand am Nilufer, 2 als sieben schöne, wohlgenährte Kühe aus dem Wasser stiegen und im Ufergras weideten. 3 Danach kamen sieben magere und unansehnliche Kühe aus dem Fluss und stellten sich neben die anderen. 4 Plötzlich stürzten sich die mageren auf die dicken Kühe und verschlangen sie. Der Pharao wachte auf,

5 schlief aber sofort wieder ein und hatte einen zweiten Traum: Sieben volle, reife Ähren wuchsen an einem Halm. 6 Danach wuchsen sieben kümmerliche Ähren, die vom heißen Wüstenwind verdorrt waren. 7 Die dürren fielen über die vollen her und fraßen sie auf. Der Pharao erwachte und merkte, dass es nur ein Traum gewesen war.

8 Aber auch am nächsten Morgen ließen die Träume ihn nicht los. Beunruhigt rief er alle Wahrsager und Gelehrten Ägyptens zu sich. Er erzählte ihnen, was er geträumt hatte, aber keiner konnte es deuten.

9 Da meldete sich der Mundschenk beim König: »Heute muss ich mich an ein Unrecht erinnern, das ich begangen habe. 10 Vor einiger Zeit warst du, Pharao, zornig auf den obersten Bäcker und mich. Darum hast du uns ins Gefängnis geworfen. 11 Dort hatte jeder von uns einen seltsamen Traum. 12 Wir erzählten ihn einem jungen Hebräer, der mit uns im Gefängnis saß, einem Sklaven von Potifar, dem Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache. Er konnte unsere Träume für jeden richtig deuten. 13 Was er vorausgesagt hatte, traf ein: Ich wurde wieder in mein Amt eingesetzt, und der oberste Bäcker wurde erhängt.«

Josef kann helfen

14 Sofort ließ der Pharao Josef aus dem Gefängnis holen. Josef rasierte sich, zog neue Kleider an und trat vor den Pharao.

15 »Ich habe etwas geträumt«, begann der König, »und keiner kann mir sagen, was es bedeutet. Aber ich habe erfahren, dass du Träume auslegen kannst, sofort nachdem du sie gehört hast.«

16 »Ich selbst kann das nicht«, erwiderte Josef, »aber Gott wird dir sicher eine gute Antwort geben!«

17 Der Pharao begann: »In meinem Traum stand ich am Nilufer. 18 Da stiegen sieben schöne, wohlgenährte Kühe aus dem Fluss. Sie weideten im Ufergras. 19 Nach ihnen kamen sieben hässliche Kühe aus dem Nil. Sie waren dürr und abgemagert – noch nie habe ich in Ägypten so erbärmliche Kühe gesehen! 20 Die mageren fraßen die sieben dicken Kühe auf, 21 aber es half ihnen nichts. Sie blieben genauso dünn wie vorher! Ich wachte auf,

22 dann schlief ich wieder ein und träumte, dass an einem Halm sieben volle, reife Ähren wuchsen. 23 Danach wuchsen sieben kümmerliche heran, vom heißen Wüstenwind verdorrt. 24 Sie verschlangen die sieben vollen Ähren. Ich erzählte alles meinen Wahrsagern, aber keiner wusste eine Deutung.«

25 »Beide Träume bedeuten dasselbe«, erklärte Josef. »Gott sagt dir, was er vorhat: 26 Sowohl die sieben dicken Kühe als auch die sieben vollen Ähren bedeuten sieben Jahre, in denen es eine überreiche Ernte gibt. 27 Die sieben mageren Kühe und die sieben verdorrten Ähren, die du dann gesehen hast, bedeuten sieben Jahre Missernte und Hunger.

28 Gott lässt dich wissen, was er tun will: 29 In den nächsten sieben Jahren wird es in ganz Ägypten mehr als genug zu essen geben. 30-31 Aber danach kommen sieben Jahre Hungersnot. Dann ist der Überfluss schnell vergessen, der Hunger wird das Land auszehren. Nichts wird mehr darauf hindeuten, dass es einmal gute Zeiten bei euch gab – so schlimm wird das Elend sein. 32 Dass du sogar zwei Träume hattest, zeigt dir: Gott hat dies fest beschlossen! Schon bald wird er es wahr werden lassen.

33 Darum empfehle ich dir, einen klugen Mann zu suchen und ihm die Aufsicht über das ganze Land zu übertragen. 34 Setz noch weitere Verwalter ein, die in den fruchtbaren Jahren ein Fünftel der Ernte als Steuern erheben. 35 Den Ertrag sollen sie in den Städten in Kornspeichern sammeln, damit er dir zur Verfügung steht. 36 So haben wir genug Vorrat für die sieben dürren Jahre und müssen nicht verhungern.«

Josef wird der Stellvertreter des Pharaos

37 Josefs Vorschlag gefiel dem Pharao und seinen Hofbeamten. 38 »Wir finden für diese Aufgabe keinen besseren Mann als Josef«, sagte der König, »denn in ihm wohnt Gottes Geist!« 39 Er wandte sich an Josef: »Gott hat dir dies gezeigt, darum bist du weiser als alle anderen und für die Aufgabe am besten geeignet. 40 Meine Hofbeamten und das ganze Volk sollen auf dein Wort hören, nur ich selbst stehe noch über dir.

Kommentar

Gut durch die Herausforderungen des Lebens steuern

Bist du schon einmal zurückgewiesen ungerecht behandelt oder von einem Freund im Stich gelassen worden?

„Großer Glaube ist das Ergebnis großer Kämpfe. Große Zeugnisse sind das Ergebnis großer Prüfungen. Große Erfolge können nur aus großen Prüfungen resultieren“, sagte Smith Wigglesworth. Das sehen wir im Leben Josefs wunderbar veranschaulicht.

Im Alter von dreißig Jahren (41,46) übertrug Pharao Josef die Verantwortung über Ägypten. Pharao hatte nach einem weisen und erfahrenen Mann gesucht und erkannt, dass es keinen Besseren für die Aufgabe gab als Josef (41,33.39).

Zunächst machte Josef aber sehr harte Zeiten durch. Alles Teil der Vorbereitung. Von seinen Brüdern verkauft, ungerecht behandelt und ins Gefängnis geworfen. Und das sollte noch nicht alles sein.

Gott schenkte Josef die Deutung der Träume seiner Mitgefangenen, des Mundschenks und des Bäckers. Er bekam eine klare Auslegung. Der Bäcker wurde hingerichtet, aber der oberste Mundschenk wurde freigelassen und kam auf seinen alten Posten. Alles, um was Josef ihn gebeten hatte, war, „Denk an mich, wenn es dir wieder gut geht! Erzähl dem Pharao von mir und bitte ihn, mich hier herauszuholen“ (40,14).

Der oberste Mundschenk vergaß ihn jedoch vollkommen (40,23). Das muss furchtbar enttäuschend für Josef gewesen sein. Es ist nie einfach, wenn man von seinen Freunden im Stich gelassen wird. In Josefs Fall bedeutete es, dass er zwei weitere Jahre im Kerker vor sich hin schmachtete (41,1).

Das Gefängnisdasein muss für einen Mann mit Josefs Fähigkeiten ein unglaublich frustrierender Ort gewesen sein. Er war in seinen Zwanzigern und stand voll im Saft. Und er wusste nicht, ob er jemals wieder freikommen würde. Ich bin kein besonders geduldiger Mensch. Ich glaube, ich wäre verrückt geworden vor Verzweiflung.

Tatsächlich aber bereitete Gott Josef auf etwas Großes vor. Wahrscheinlich fühlte es sich damals nicht danach an. Indem Josef seine Mitgefangenen mit Essen versorgte, bereitete Gott ihn darauf vor, das ganze Land von einem Palast aus zu speisen.

Als Pharao dann Träume hatte, die er nicht verstand, sagte der Mundschenk, „heute ist mir mein Versäumnis wieder eingefallen“ (41,9). Josef wurde gerufen, um Pharaos Träume auszulegen.

Er begann mit den Worten, „Es steht nicht in meiner Macht, das zu tun, Majestät … nur Gott kann es.“ (41,16). Wir sehen, wie viel klüger Josef inzwischen ist. Die Selbstsicherheit und Prahlerei seiner Jugend sind einem festen Gottvertrauen gewichen. Er handelt hier mit einer außergewöhnlichen Mischung aus Demut und Selbstvertrauen (Eigenschaften, die selten zusammen vorkommen). Demut und Selbstvertrauen sind es, die wir in den Herausforderungen des Lebens brauchen: „Nicht ich, sondern Gott“ (41,16; EÜ).

Josef deutet Pharaos Träume (41,25-32) und erklärt ihm, wie er handeln muss (41,33-36). Selbst Pharao erkennt die große Weisheit, die aus Josef spricht. Er fragt seine Hofleute, „Finden wir einen Mann wie diesen hier, einen, in dem der Geist Gottes wohnt?“ (41,38; EÜ). Weil er erkannte, dass „keiner so verständig und weise“ wie Josef war, übertrug Pharao ihm die Verantwortung für sein ganzes Reich (41,39-40).

In deinem Leid, deinen Prüfungen und Nöten bereitet Gott dich vor. Josef hatte an Weisheit zugenommen. Und so hatte er einen Plan, wie er das ägyptische Volk durch den wirtschaftlichen Abschwung und die Turbulenzen lenken wollte. Viele von uns haben momentan alle möglichen wirtschaftlichen Probleme. Gottes Weisheit wird nicht immer die Situation verändern, aber sie wird dir helfen, durch die anstehenden Turbulenzen zu navigieren.

Gebet

Herr, ich danke Dir, wie Du auch die schwierigen Zeiten in meinem Leben nutzt. Bitte hilf mir, an Weisheit zu gewinnen und im Vertrauen auf Dich durch die Untiefen des Lebens zu navigieren.

Pippa fügt hinzu

1.Mose 40

Ich bin wirklich beeindruckt von Josef. Mal abgesehen davon, dass er als Kind ein aufgeblasener kleiner Junge war – weil sein Vater ihn nach Strich und Faden verwöhnt hatte – macht Josef alles richtig. Gut, ein bisschen mehr Taktgefühl mit dem Bäcker wäre nicht verkehrt gewesen.

Aber trotz allen Unrechts, das ihm zugefügt worden war, war da nicht ein Hauch von Bitterkeit oder Zweifeln an Gott. Er begegnet Pharao mit Respekt und stellt doch klar, dass Gott es ist und nicht er, Josef, der Träume auslegt. Die Aufschneiderei aus Kindertagen ist wie wegegeblasen; alle Ehre geht an Gott. Er verhandelt nicht einmal seine Freilassung. Kein Wunder, dass Pharao beeindruckt ist. Josef steht demütig und selbstsicher vor ihm, bereit, sich von Gott gebrauchen zu lassen.

Vers des Tages

1. Mose 41,16

Es steht nicht in meiner Macht, das zu tun, … nur Gott kann es.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuelle Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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