Tag 177

Drei Dinge, die Gott dir schenken möchte

Weisheit Psalm 78,9–16
Neues Testament Apostelgeschichte 17,1–21
Altes Testament 1. Könige 16,8–18,15

Einführung

Corrie ten Boom und ihre Schwester Betsie, zwei niederländische Christinnen, waren mittleren Alters, als der 2. Weltkrieg ausbrach und Holland von den Deutschen besetzt wurde. Sie beschlossen, Juden zu verstecken und ihnen zur Flucht zu verhelfen. Sie konnten viele retten, wurden aber schließlich selbst verhaftet und ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. Betsie starb dort, doch Corrie überlebte auf wundersame Art und Weise, um Zeugnis davon zu geben, wie Gott rettet, heilt und vergibt.

Wenn sie gefragt wurde, wie man sich auf Verfolgung vorbereiten kann, erzählte sie gern folgende Geschichte aus ihrer Kindheit:

„Als kleines Mädchen sagte ich zu meinem Vater, „Papa, ich glaube, ich werde nie stark genug sein, um für Jesus zu sterben.“ Mein Vater erwiderte, „Sag mal, wenn du mit der Bahn nach Amsterdam fährst, wann gebe ich dir dann das Geld für den Fahrschein? Drei Wochen vorher?“ „Nein, Papa, du gibst mir das Geld kurz vor dem Einsteigen.“ „Genau,“ sagte mein Vater, „und so ist das auch mit der Kraft Gottes. Unser Vater im Himmel weiß genau, wann du die Kraft brauchst, um für Jesus Christus zu sterben. Er wird dir alles Nötige zur rechten Zeit schenken.““

Weisheit

Psalm 78,9–16

9 Die Ephraimiter verfügten über gut ausgerüstete Bogenschützen.
  Trotzdem flohen sie, als es zur Schlacht kam.
10 Sie hatten den Bund gebrochen, den Gott mit ihnen geschlossen hatte,
  und weigerten sich, nach seinem Gesetz zu leben.
11 Sie vergaßen seine großen Taten –
  alle Wunder, die er sie mit eigenen Augen hatte sehen lassen.
12 Ja, schon ihre Vorfahren hatten seine Wunder erlebt,
  damals in Ägypten im Gebiet von Zoan.
13 Er teilte das Meer und ließ sie hindurchziehen,
  das Wasser türmte er auf wie einen Wall.
14 Am Tag führte er sie mit einer Wolke
  und in der Nacht mit hellem Feuerschein.
15 In der Wüste spaltete er Felsen
  und gab ihnen Wasser aus der Tiefe in Hülle und Fülle.
16 Ganze Bäche brachen aus den Felsspalten hervor
  und stürzten herab wie ein Wasserfall.

Kommentar

Seine ständige Führung

Gott wird dir alle nötige Führung angedeihen lassen. Während der Psalmist fortfährt, die Geschichte des Gottesvolkes nachzuerzählen, erinnert er sich, „Tagsüber führte er sie in Gestalt einer Wolke und nachts mit einer Feuersäule“ (78,14). Mit anderen Worten: er führte sie ununterbrochen.

Du, in dem der Heilige Geist Wohnung genommen hat, solltest nicht weniger erwarten. Du wirst „durch den Geist Gottes geleitet“ (Römer 8,14; SLA). Der Heilige Geist wird dir alle Führung geben, die du benötigst.

Gott wird auch deinen geistlichen Durst stillen: „Er spaltete die Felsen in der Wüste und gab ihnen Wasser im Überfluss zu trinken. Er ließ aus dem Fels Bäche hervorbrechen, sodass sie herabstürzten wie Flüsse“ (78,15-16). Jesus verspricht, dass durch den Heiligen Geist Ströme lebendigen Wassers durch dich hindurch fließen werden (Johannes 7,38).

Gebet

Herr, ich brauche wirklich Deinen Heiligen Geist und Deine Führung. Bitte erfülle mich heute mit Deinem Heiligen Geist, damit Ströme lebendigen Wassers in mir fließen mögen.

Neues Testament

Apostelgeschichte 17,1–21

Paulus und Silas in Thessalonich

1 Paulus und Silas reisten über Amphipolis und Apollonia nach Thessalonich. In dieser Stadt gab es eine Synagoge. 2 Wie gewohnt ging Paulus zunächst dorthin und sprach an drei Sabbaten zu den Leuten. Er las ihnen aus der Heiligen Schrift vor 3 und erklärte ihnen die jeweiligen Stellen. So zeigte er ihnen, dass der versprochene Retter leiden und sterben und danach von den Toten auferstehen musste. »Und dieser versprochene Retter«, so betonte er, »ist der Jesus, von dem ich euch berichtet habe.« 4 Einige Juden ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an. Dazu kamen noch viele Griechen, die an den Gott Israels glaubten, sowie nicht wenige einflussreiche Frauen der Stadt.

5 Dies weckte Neid und Eifersucht bei den Juden. Mit Hilfe gewalttätiger Männer, die sie von der Straße holten, zettelten sie einen Tumult an und brachten die ganze Stadt in Aufruhr. Dann zogen sie vor das Haus von Jason, in dem Paulus und Silas zu Gast waren, drangen dort ein und wollten die beiden vor die aufgebrachte Menge zerren. 6 Paulus und Silas waren aber nicht im Haus, und deshalb schleppte man Jason und einige andere Christen vor die führenden Männer der Stadt. »Diese Kerle, die in der ganzen Welt Unruhe stiften«, schrien sie, »sind jetzt auch hierhergekommen 7 und haben sich bei Jason einquartiert. Sie verstoßen gegen die Gesetze des Kaisers und behaupten, ein anderer sei König, nämlich Jesus.« 8 Die Volksmenge und die führenden Männer waren außer sich. 9 Erst nachdem Jason und die anderen Christen eine Kaution bezahlt hatten, ließ man sie wieder frei.

Neue Schwierigkeiten in Beröa

10 Noch in derselben Nacht sorgte die Gemeinde in Thessalonich dafür, dass Paulus und Silas nach Beröa abreisen konnten. Auch dort gingen die beiden gleich wieder in die Synagoge. 11 Die Juden in Beröa waren eher bereit, Gottes Botschaft anzunehmen, als die in Thessalonich. Sie hörten sich aufmerksam an, was Paulus und Silas lehrten, und forschten täglich nach, ob dies mit der Heiligen Schrift übereinstimmte. 12 Daraufhin begannen viele von ihnen zu glauben, außer den Juden auch zahlreiche angesehene griechische Frauen und Männer.

13 Als die Juden in Thessalonich erfuhren, dass Paulus auch in Beröa Gottes Botschaft verkündete, kamen sie dorthin und wiegelten auch hier die Leute auf. 14 Doch die Christen in Beröa schickten Paulus sofort aus der Stadt und begleiteten ihn auf dem Weg zur Küste. Silas und Timotheus blieben zurück. 15 Die Brüder, die Paulus begleiteten, brachten ihn bis nach Athen, dann kehrten sie nach Beröa zurück. Paulus ließ durch sie ausrichten, dass Silas und Timotheus so schnell wie möglich nachkommen sollten.

Paulus in Athen

16 Während Paulus in Athen auf Silas und Timotheus wartete, wurde er zornig über die vielen Götterstatuen in der Stadt. 17 Daraufhin sprach er in der Synagoge zu den Juden und den Griechen, die an den Gott Israels glaubten. Außerdem predigte er an jedem Tag auf dem Marktplatz zu den Menschen, die gerade vorbeikamen. 18 Bei einer solchen Gelegenheit kam es zu einem Streitgespräch mit einigen Philosophen, und zwar mit Epikureern und Stoikern. Einige von ihnen meinten: »Dieser Mann ist doch ein Schwätzer!«, andere sagten: »Er scheint von irgendwelchen fremden Göttern zu erzählen.« Denn Paulus hatte von Jesus und seiner Auferstehung gesprochen. 19 Weil die Philosophen mehr über die neue Lehre erfahren wollten, nahmen sie den Apostel mit zu einer Sitzung des Stadtrats von Athen. 20 »Was wir von dir hören, ist alles neu und fremd für uns«, erklärten sie Paulus. »Wir möchten gern Genaueres darüber wissen.« 21 Denn sowohl die Athener als auch die Fremden in dieser Stadt beschäftigten sich am liebsten damit, Neuigkeiten zu erfahren und weiterzuerzählen.

Kommentar

Die gute Nachricht

In einer Welt, die nach guten Nachrichten lechzt, schenkt Gott dir eine richtig gute Nachricht. Das Wort „Gospel“ (dt. Evangelium) bedeutet „gute Nachricht“. Die gute Nachricht handelt „von Jesus und von der Auferstehung“ (17,18). Alles, was du brauchst, ist Jesus. Alles dreht sich um Ihn.

Jedes Mal, wenn du dein Zeugnis gibst oder sonst in irgendeiner Art über deinen Glauben sprichst, frage dich, „Ist das wirklich eine gute Nachricht?“ Jedes Mal, wenn wir predigen, sollten wir eine gute Botschaft haben; sonst ist es nicht das Evangelium. Was du vom Glauben erzählst, soll immer gute Nachricht sein, schließlich sprichst du von Jesus, Seinem Tod und Seiner Auferstehung.

Gott wird dir in jeder Situation die richtigen Worte schenken. Deine Worte haben Kraft und können Leben verändern. Die gute Nachricht von Jesus ist für alle Generationen, Kulturen und Situationen relevant, damit Veränderung geschehen kann. Die Bedürfnisse der Menschen haben sich nicht geändert. Die Botschaft des Evangeliums ist immer dieselbe.

1. Erkläre die gute Nachricht
Als Paulus in die Synagoge in Thessalonich ging, „legte [er] den Leuten dort an drei Sabbaten die Schrift aus. Ausführlich erläuterte er die Prophezeiungen über das Leiden des Christus und über seine Auferstehung von den Toten und sagte: „Dieser Jesus, von dem ich euch erzähle, ist der Christus““ (17,2-3). Einige Zuhörer ließen sich von seinen sorgfältigen Erklärungen „überzeugen“ (17,4).

Nur weil deine Botschaft von Gott ist, bist du nicht sicher vor ungerechtfertigter Kritik. Paulus‘ Erfolge riefen Neid hervor (17,5). Interessanterweise hatte man damals bereits die Wahrnehmung, dass diese Botschaft weltweit Auswirkungen zeige: „Paulus und Silas haben die ganze [damals bekannte] Welt aufgewiegelt, und jetzt bringen sie auch unsere Stadt in Aufruhr“ (17,6b).

2. Studiere die gute Nachricht
Gott schenkte Paulus und Silas die rechten Worte für die Bewohner Beröas. Sie waren offen und „hörten die Botschaft Gottes mit Interesse an“ (17,11). Wieder trug die Botschaft Früchte und viele „fanden zum Glauben“ (17,12). Ich empfehle, dir jeden Tag eine feste Zeit fürs Bibellesen einzuplanen.

Wieder rief der Erfolg von Paulus und Silas Widerstand hervor. Einige „hetzen die Leute auf“ (17,13). Wundere dich nicht, wenn dir heute Hetzer und Agitatoren begegnen.

3. Komm ins Gespräch über die gute Nachricht
Paulus zog weiter nach Athen. Die Athener „verbrachten ihre Zeit vor allem damit, die neuesten Ideen zu hören und darüber zu reden“ (17,21). Sie interessierten sich mehr für alles Neue; ob es wahr war, war sekundär.

Und wieder schenkt Gott Paulus die passenden Worte für seine Botschaft an die Athener. „So redete er mit den Juden und den griechischen Gottesfürchtigen in der Synagoge und diskutierte jeden Tag auf dem Markt mit denen, die er dort antraf“ (17,17; NeÜ). Zwei vollkommen unterschiedliche Zuhörerschaften.

In der Synagoge war es, als predigte er in einer Gemeinde. Im Gespräch mit den Leuten am Markt war es eher, wie man sich am Arbeitsplatz unterhält. Im Kern aber war Paulus‘ Botschaft dieselbe – er verkündete „ihnen nämlich die Gute Nachricht von Jesus und der Auferstehung“ (17,18; GNB).

Gebet

Herr, bitte schenke mir die richtigen Worte für all meine Gespräche heute. Und auch die Botschaft. Ich bitte um Leben verändernde Worte in meinen alltäglichen Gesprächen. Möge Dein Geist mich dabei leiten.

Altes Testament

1. Könige 16,8–18,15

König Ela von Israel

8 Ela, Baschas Sohn, wurde König von Israel im 26. Regierungsjahr König Asas von Juda. Er regierte zwei Jahre in Tirza.

9 Dann zettelte Simri, einer seiner Untergebenen, dem die Hälfte aller Streitwagen unterstand, eine Verschwörung gegen ihn an. König Ela war gerade in Tirza bei seinem Palastverwalter Arza eingeladen und hatte sich dort betrunken. 10 Da drang Simri in das Haus ein, erschlug Ela und ließ sich zum neuen König ausrufen. Dies geschah im 27. Regierungsjahr König Asas von Juda.

11 Kaum hatte Simri die Herrschaft an sich gerissen, brachte er alle männlichen Nachkommen von Bascha um. Keiner kam mit dem Leben davon. Sogar noch entferntere Verwandte und Freunde des früheren Königs ließ Simri ermorden. 12 So traf ein, was der HERR durch den Propheten Jehu schon Bascha vorausgesagt hatte. 13 Denn Bascha und sein Sohn Ela hatten die Israeliten zum Götzendienst verführt. Sie verehrten tote Götzen und forderten dadurch den Zorn des HERRN heraus.

14 Alles Weitere über Elas Leben steht in der Chronik der Könige von Israel.

König Simri von Israel

15 Simri wurde König von Israel im 27. Regierungsjahr König Asas von Juda. Er war aber nur eine Woche lang König. Das israelitische Heer belagerte währenddessen immer noch die Philisterstadt Gibbeton. 16 Als im Feldlager bekannt wurde, dass Simri eine Verschwörung angezettelt und den König umgebracht hatte, da riefen die Soldaten noch am selben Tag ihren Heerführer Omri zum neuen König aus. 17 Danach zog das ganze Heer unter Omris Führung von Gibbeton gegen die Stadt Tirza, belagerte sie und nahm sie ein. 18 Als Simri merkte, dass alles verloren war, zog er sich in die Zitadelle des Palasts zurück, zündete den Palast an und starb im Feuer. 19 So wurde er bestraft für seine schweren Sünden. Denn wie Jerobeam hatte er getan, was dem HERRN missfiel, und ganz Israel zum Götzendienst verführt.

20 Alles Weitere über Simri und seine Verschwörung steht in der Chronik der Könige von Israel.

König Omri von Israel

21 Nach Simris Tod gab es eine Spaltung im Volk: Der eine Teil wollte Tibni, den Sohn von Ginat, zum König machen. Der andere Teil stand hinter Omri. 22 Die Anhänger von Omri waren Tibnis Anhängern aber überlegen, und als Tibni starb, wurde Omri König über das ganze Volk.

23 Omri wurde König von Israel im 31. Regierungsjahr König Asas von Juda. Er regierte insgesamt zwölf Jahre. Die ersten sechs Jahre residierte er in Tirza. 24 Dann kaufte er von Schemer für 70 Kilogramm Silber den Berg Samaria. Er baute dort eine Stadt und machte sie zu seinem neuen Regierungssitz. In Erinnerung an Schemer, den früheren Besitzer des Berges, nannte er die Stadt Samaria.

25 Auch Omri tat, was dem HERRN missfiel; er trieb es schlimmer als alle seine Vorgänger. 26 Er beging genau dieselben Sünden wie Jerobeam, der Sohn von Nebat, und verehrte wie dieser tote Götzen. Dadurch wurde das ganze Volk zum Götzendienst verführt und erregte den Zorn des HERRN.

27 Alles Weitere über Omris Leben und seine militärischen Erfolge steht in der Chronik der Könige von Israel. 28 Als Omri starb, wurde er in Samaria begraben. Sein Sohn Ahab wurde sein Nachfolger.

König Ahab von Israel

29 Ahab, Omris Sohn, wurde König von Israel im 38. Regierungsjahr König Asas von Juda. Er regierte 22 Jahre in Samaria. 30 Auch Ahab tat, was dem HERRN missfiel, noch schlimmer als alle seine Vorgänger. 31 Nicht genug, dass er wie Jerobeam, dem Sohn von Nebat, am Götzendienst festhielt; er ging noch weiter und heiratete Isebel, die Tochter König Etbaals von Sidon. Er verehrte ihren Götzen Baal und betete ihn an. 32 Ja, er baute ihm in Samaria sogar einen Tempel mit einem Altar. 33 Außerdem ließ er einen Pfahl aufstellen, welcher der Göttin Aschera geweiht war. Mit allem, was er tat, schürte er den Zorn des HERRN, des Gottes Israels, so sehr wie kein anderer israelitischer König vor ihm.

34 Während Ahabs Regierungszeit baute Hiël aus Bethel die Stadt Jericho wieder auf. Als das Fundament gelegt wurde, starb sein ältester Sohn Abiram, und als er die Stadttore einsetzte, verlor er Segub, seinen jüngsten Sohn. So traf ein, was der HERR damals durch Josua, den Sohn von Nun, angedroht hatte.

Der Prophet Elia versteckt sich am Bach Krit

17 1 Der Prophet Elia aus Tischbe in Gilead sagte eines Tages zu König Ahab: »Ich schwöre bei dem HERRN, dem Gott Israels, dem ich diene: Es wird in den nächsten Jahren weder Regen noch Tau geben, bis ich es sage!«

2 Danach befahl der HERR Elia: 3 »Du musst fort von hier! Geh nach Osten, überquere den Jordan und versteck dich am Bach Krit! 4 Ich habe den Raben befohlen, dich dort mit Nahrung zu versorgen, und trinken kannst du aus dem Bach.«

5 Elia gehorchte dem HERRN und versteckte sich am Bach Krit, der von Osten her in den Jordan fließt. 6 Morgens und abends brachten die Raben ihm Brot und Fleisch, und seinen Durst stillte er am Bach.

Elia bei der Witwe in Zarpat

7 Nach einiger Zeit vertrocknete der Bach, denn es hatte schon lange nicht mehr geregnet. 8 Da sagte der HERR zu Elia: 9 »Geh nach Phönizien in die Stadt Zarpat und bleib dort! Ich habe einer Witwe den Auftrag gegeben, dich zu versorgen.« 10 Sogleich machte Elia sich auf den Weg. Am Stadtrand von Zarpat traf er eine Witwe, die gerade Holz sammelte. Er bat sie um einen Becher Wasser. 11 Als sie davoneilte und das Wasser holen wollte, rief er ihr nach: »Bring mir bitte auch ein Stück Brot mit!«

12 Da blieb die Frau stehen und sagte: »Ich habe keinen Krümel Brot mehr, sondern nur noch eine Handvoll Mehl im Topf und ein paar Tropfen Öl im Krug. Das schwöre ich bei dem HERRN, deinem Gott. Gerade habe ich einige Holzscheite gesammelt. Ich will nun nach Hause gehen und die letzte Mahlzeit für mich und meinen Sohn zubereiten. Danach werden wir wohl verhungern.«

13 Elia tröstete sie: »Hab keine Angst, so weit wird es nicht kommen! Geh nur und tu, was du dir vorgenommen hast! Aber back zuerst für mich ein kleines Fladenbrot und bring es mir heraus! Nachher kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten. 14 Denn der HERR, der Gott Israels, verspricht dir: Das Mehl in deinem Topf soll nicht ausgehen und das Öl in deinem Krug nicht weniger werden, bis ich, der HERR, es wieder regnen lasse.«

15 Die Frau ging nach Hause und tat, was Elia ihr gesagt hatte, und tatsächlich hatten Elia, die Frau und ihr Sohn Tag für Tag genug zu essen. 16 Mehl und Öl gingen nicht aus, genau wie der HERR es durch Elia angekündigt hatte.

17 Eines Tages wurde der Sohn der Witwe krank. Es ging ihm zusehends schlechter, und schließlich starb er. 18 Da schrie die Mutter Elia an: »Was hast du eigentlich bei mir zu suchen, du Bote Gottes? Ich weiß genau, du bist nur hierhergekommen, um Gott an alles Böse zu erinnern, was ich getan habe! Und zur Strafe ist mein Sohn jetzt tot!«

19 »Gib mir den Jungen!«, erwiderte Elia nur, nahm das tote Kind vom Schoß der Mutter und trug es hinauf in die Dachkammer, wo er wohnte. Er legte den Jungen auf sein Bett 20 und begann zu beten: »Ach, HERR, mein Gott, warum tust du der Witwe, bei der ich zu Gast bin, so etwas an? Warum lässt du ihren Sohn sterben?« 21 Dann legte er sich dreimal auf das tote Kind und flehte dabei zum HERRN: »HERR, mein Gott, ich bitte dich, erwecke diesen Jungen wieder zum Leben!«

22 Der HERR erhörte Elias Gebet, und das Kind wurde lebendig. 23 Elia brachte ihn wieder hinunter, gab ihn seiner Mutter zurück und sagte: »Sieh doch, dein Sohn lebt!«

24 Da antwortete die Frau Elia: »Jetzt bin ich ganz sicher, dass du ein Bote Gottes bist. Alles, was du im Auftrag des HERRN sagst, ist wahr.«

Elia kehrt nach Israel zurück

18 1 Wochen und Monate vergingen. Nach mehr als zwei Jahren sagte der HERR zu Elia: »Geh jetzt und zeig dich Ahab! Ich will es wieder regnen lassen.« 2 Elia machte sich auf den Weg nach Samaria, wo die Menschen schwer unter der Hungersnot litten.

3 König Ahab ließ unterdessen seinen Palastverwalter Obadja zu sich rufen, einen Mann, der große Ehrfurcht vor dem HERRN hatte. 4 Als damals Königin Isebel alle Propheten des HERRN beseitigen wollte, hatte er hundert von ihnen in zwei Höhlen versteckt, je fünfzig in einer, und sie mit Wasser und Brot versorgt. 5 Ahab befahl nun Obadja: »Geh durch das Land zu allen Quellen und Bächen! Vielleicht gibt es dort noch etwas Gras, mit dem wir zumindest einige unserer Pferde und Maultiere durchbringen können.« 6 Ahab und Obadja sprachen sich ab, wer welche Teile des Landes durchstreifen sollte, und brachen dann auf.

7 Obadja war noch nicht lange unterwegs, als ihm Elia entgegenkam. Obadja erkannte den Propheten sofort, warf sich vor ihm zu Boden und fragte: »Bist du es wirklich, Elia, mein Herr?«

8 »Ja, ich bin es«, antwortete Elia. »Geh sofort zurück und melde deinem Herrn, dass ich wieder da bin!«

9 Obadja stöhnte: »Was habe ich verbrochen, dass du mir einen solchen Auftrag gibst? Ahab bringt mich um, wenn ich ihm das sage! 10 Bei dem HERRN, deinem Gott, schwöre ich: Er hat dich überall suchen lassen. In alle Länder und Königreiche schickte er seine Leute. Erhielten sie zur Antwort: ›Elia ist nicht bei uns!‹, dann musste das Volk jeweils schwören, dich wirklich nicht gefunden zu haben. 11 Und nun soll ich einfach zum König gehen und ihm sagen: ›Elia ist da‹? 12 Was ist, wenn der Geist des HERRN dich in der Zwischenzeit entrückt, und ich weiß nicht wohin? Ahab wird mich umbringen, wenn ich ihm sage, dass ich dich gesehen habe, er dich dann aber nicht findet. Dabei habe ich doch von Jugend an nur den HERRN als meinen Gott verehrt! 13 Hat dir niemand berichtet, was ich riskiert habe, als Isebel alle Propheten des HERRN umbringen ließ? In zwei Höhlen habe ich je fünfzig Propheten versteckt und sie mit Brot und Wasser versorgt. 14 Und nun soll ich zu Ahab gehen und ihm melden: ›Elia ist wieder da‹? Bestimmt bringt er mich um!«

15 Da entgegnete Elia: »Ich schwöre dir bei dem HERRN, dem allmächtigen Gott, dem ich diene, dass ich mich noch heute dem König zeige.«

Kommentar

Materielle Bedürfnisse

Jesus lehrte uns zu beten, „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Matthäus 6,11; Lukas 11,3). Bitte Gott, dass Er Sich um deine alltäglichen Bedürfnisse kümmert. Er wird dir nicht unbedingt alles geben, was du dir wünschst, aber bitte, dass Er dir alles gibt, was du brauchst.

In einer Gesellschaft, die weiter sündigte und sich in immer mehr Fraktionen teilte (16,8-34), erweckte Gott einen Propheten, der mit Autorität und Vollmacht sprach.

Im Neuen Testament heißt es über Elija, er „war ein Mensch wie wir“ (Jakobus 5,17a). „Doch als er darum betete, dass kein Regen fallen sollte, regnete es dreieinhalb Jahre lang nicht auf der Erde! Dann betete er um Regen, und es regnete vom Himmel. Das Gras wurde grün, und die Erde brachte wieder Früchte hervor“ (Jakobus 5,17b-18).

Elijas Gebete brachten ihn in Schwierigkeiten. Aber Gott kümmerte Sich um all seine materiellen Bedürfnisse. Anfangs „brachten die Raben ihm morgens und abends Brot und Fleisch und er trank aus dem Bach“ (17,6). Manchmal ist Gott sehr kreativ in Seiner Art, uns zu versorgen. Deine Aufgabe ist Gehorsam und Vertrauen, dass Er all deine Bedürfnisse stillen wird.

Als der Bach vertrocknete (17,7), sagte der Herr zu ihm, „Steh auf und geh nach Zarpat in der Nähe von Sidon und bleib dort. Ich habe dort einer Witwe den Auftrag gegeben, dich zu versorgen“ (17,9). Wenn sich eine Tür schließt (der Bach versiegte), dann gewöhnlich weil Gott jeden Moment eine neue Tür in deinem Leben öffnen wird. Gott schickte Elija an einen neuen Ort, damit Er durch ihn, die Bitte um Versorgung einer anderen Person erfüllen konnte.

Die Witwe wird auf die Probe gestellt. Elija bittet sie um Essen. Sie antwortet ihm, dass sie und ihr Sohn gerade die letzten Vorräte aufbrauchten, bevor sie verhungern würden. Elija verspricht ihr, dass Sich Gott um all ihre Bedürfnisse kümmern werde, wenn sie mit dem großzügig sei, was sie habe. Er sagt, „Das Mehl im Topf wird nicht aufgebraucht werden und das Öl im Krug nicht zur Neige gehen, bis zu dem Tag, an dem der Herr dem Land Regen schickt“ (17,14).

Die Witwe tat, worum Elija sie gebeten hatte. Und es geschah, wie Elija gesagt hatte (17,15-16). Die Frau bewies großen Glauben. Sie war bereit, alles zu geben, was sie hatte. Und Gott kümmerte Sich um all ihre Bedürfnisse. Wenn du Gott gehorsam bist und großzügig gibst, wirst du entdecken, dass es nicht möglich ist, Gott in Seiner Großzügigkeit zu übertreffen. Gott wird Erstaunliches für und durch dich tun.

Das bedeutet nicht, dass das Leben einfach ist. Trotz ihres Glaubens standen der Witwe weitere Kämpfe bevor. Ihr Sohn erkrankte „und schließlich hörte er auf zu atmen“ (17,17). Elija legte großen Glauben an den Tag, als er Gott um das Leben des toten Jungen anflehte (17,20). „Der Herr erhörte Elias Gebet, und das Leben kehrte in das Kind zurück, und es wurde wieder lebendig“ (17,22).

Wie unglaublich schön für Elija, dass er den Jungen in den Wohnraum des Hauses tragen und ihn seiner Mutter mit den Worten „Sieh, dein Sohn lebt!“ in den Arm legen konnte (17,23).

Gebet

Herr, ich danke Dir für Deine erstaunliche Liebe, Kraft und Fürsorge. Du schenkst genug Essen, um die ganze Welt zu ernähren. Bitte vergib uns, wenn wir es nicht schaffen aufzuteilen, was Du geschenkt hast. Schenke uns Deine Wegweisung, Deine Worte und Deinen Mut, damit wir alles Nötige tun, um diese furchtbare Ungerechtigkeit in unserer Generation gut zu machen. Dein Geist möge uns darin leiten, dass wir die Welt verändern.

Pippa fügt hinzu

1. Könige 17,14

„Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: `Das Mehl im Topf wird nicht aufgebraucht werden und das Öl im Krug nicht zur Neige gehen, bis zu dem Tag, an dem der Herr dem Land Regen schickt!´“

Ich liebe diese Geschichte von der namenlosen Witwe, die das Essen mit dem großen Propheten teilte. Gott machte aus dem Gewöhnlichen etwas Außergewöhnliches.

Vers des Tages

Apostelgeschichte 17,11 (Hfa)

Sie … forschten täglich nach, ob dies mit der Heiligen Schrift übereinstimmte.
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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