Tag 133

Wie mit verzweifelten Zeiten fertig werden?

Weisheit Psalm 60,1–6
Neues Testament Johannes 7,45–8,11
Altes Testament Richter 16,1–17,13

Einführung

„Ich gehe mal davon aus, dass Alpha nur selten, wie bei uns, begleitet von Gewehrfeuer und Bombenalarm stattfindet. Für uns aber ist die Botschaft klar: sie handelt von Hoffnung, Licht und einer Zukunft, denn sie handelt von Jesus.“

Soweit Andrew White, Pastor der St. Georgs Gemeinde in Bagdad, in seinem Brief über Alpha in Bagdad. Die Lage der Gemeinde war verzweifelt. Die Kirche war mehr als einmal das Ziel von Bombenangriffen. Viele Gemeindemitglieder waren umgekommen, einige Gemeindeleiter entführt worden. Für manche, die auch beruflich an Jesus gebunden waren, bedeutet das fast den sicheren Tod. Und doch spricht Andrew White in solch verzweifelten Zeiten davon, dass Jesus Hoffnung, Licht und Zukunft bringt.

David spricht in seinem Psalm von „harten Proben (60,5; GNB). Manchmal in unserem Leben scheint wirklich alles zu misslingen. Vielleicht geht es dir gerade so – ein gesundheitliches Problem, ein Verlust, die Pandemie, eine kaputte Beziehung, Schwierigkeiten bei der Arbeit, in der Familie, finanzielle Probleme oder eine Mischung aus alledem. Aber selbst in verzweifelten Zeiten kannst du die drei Tugenden – Glaube, Liebe und Hoffnung – finden.

Weisheit

Psalm 60,1–6

Besiegt, aber nicht mutlos

1 Ein Lied von David zur Belehrung,
 nach der Melodie: »Die Lilie als Zeugnis«.
2 Es stammt aus der Zeit,
 als David mit den Aramäern von Mesopotamien
 und mit den Aramäern von Zoba im Krieg lag.
 Damals fügte Joab auf dem Rückweg
 den Edomitern im Salztal eine Niederlage zu,
 bei der 12.000 von ihnen fielen.
3 Gott, du hast uns aufgegeben:
 Unsere Truppen wurden zersprengt und aufgerieben.
 Wir haben deinen Zorn zu spüren bekommen,
 doch nun richte uns wieder auf!
4 Du hast das Land erschüttert und zerrissen;
 heile seine Risse, damit es nicht zerbricht!
5 Du hast dein Volk hart geschlagen,
 wie betrunken torkeln wir umher.
6 All denen aber, die Ehrfurcht vor dir haben,
 hast du ein Warnzeichen gegeben. So konnten sie fliehen
 und den Pfeilen ihrer Verfolger entkommen.

Kommentar

Hoffen trotz offensichtlicher Niederlage

Manchmal sieht es nach einer Niederlage für Gottes Volk aus. Während einige Teile der Erde, wie z.B. Asien, eine große Erweckung erleben, ist dagegen z.B. in Westeuropa die Zahl der Gottesdienstbesucher schon lange rückläufig. Kirchen werden geschlossen. Der christliche Glaube verliert an Bedeutung.

Das Gottesvolk erlebt immer wieder verzweifelte Momente. Der Psalm ist die Klage einer Nation nach einer Niederlage. Das Volk Gottes fühlte sich von Gott verlassen. David sagt, „Du warst streng mit uns“ (60,5a).

Er vergleicht die Verzweiflung und Unsicherheit mit einem Erdbeben (60,4). Wir verwenden heute dasselbe Bild, um Erschütterungen in allen möglichen Lebensbereichen, nicht nur im wörtlichen Sinne, zu beschreiben und nehmen Worte wie „erschüttert“ und „zerbrochen“, um Unsicherheiten in Wirtschaft, Firmen, Ehe und Gemeinschaften zu bezeichnen.

Aber es gibt Hoffnung. David schreibt, „Doch für die, die dich ehren, hast du ein Zeichen gegeben, zu dem sie sich vor den Feinden flüchten konnten“ (60,6). Der Herr hat einen Ort geschaffen, an dem Sein Volk Zuflucht unter Seinem Schutz findet. Mit poetischen Worten beschreibt er die Zuversicht, die wir auch in verzweifelten Zeiten in Gott haben können.

Gebet

Danke, Herr, dass ich auch in verzweifelten Zeiten bei Dir Zuflucht und Schutz finde.

Neues Testament

Johannes 7,45–8,11

Nikodemus spricht für Jesus

45 So kehrte die Tempelwache zu den obersten Priestern und den Pharisäern zurück, ohne Jesus festgenommen zu haben. »Weshalb bringt ihr ihn nicht mit?«, stellten sie die Soldaten zur Rede.
46 Die Soldaten verteidigten sich: »Noch nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mann!«

47 Da wurden die Pharisäer ärgerlich: »Habt ihr euch also auch von ihm beschwatzen lassen? 48 Gibt es etwa unter uns Pharisäern oder Mitgliedern des Hohen Rates auch nur einen Einzigen, der diesem Menschen glaubt? 49 Nur dieses verfluchte Volk läuft ihm nach, das keine Ahnung vom Gesetz hat.«

50 Doch Nikodemus, der auch zu den Pharisäern gehörte und Jesus früher einmal aufgesucht hatte, widersprach ihnen: 51 »Seit wann verurteilt denn unser Gesetz einen Menschen, ehe man ihn verhört und ihm seine Schuld nachgewiesen hat?«

52 Da fragten ihn die anderen Pharisäer: »Bist du etwa auch aus Galiläa? Du brauchst nur in der Heiligen Schrift nachzulesen. Dann weißt du: Kein Prophet kommt aus Galiläa!«

53 Danach gingen sie alle nach Hause.

Jesus vergibt der Ehebrecherin

8 1 Jesus verließ die Stadt und ging zum Ölberg.

2 Aber schon früh am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Viele Menschen drängten sich um ihn. Er setzte sich und lehrte sie. 3 Da schleppten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau heran, die beim Ehebruch überrascht worden war. Sie stellten sie in die Mitte, wo sie von allen gesehen werden konnte, 4 und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt. 5 Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu?« 6 Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

7 Als sie nicht lockerließen, richtete er sich auf und sagte: »Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« 8 Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde.

9 Als die Ankläger das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon – die älteren zuerst. Schließlich war Jesus mit der Frau allein. Sie stand immer noch an der gleichen Stelle. 10 Da richtete er sich erneut auf und fragte sie: »Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt?«

11 »Nein, Herr«, antwortete sie. »Ich verurteile dich auch nicht«, entgegnete ihr Jesus. »Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr!«

Kommentar

Liebe statt Verurteilung

Ist außerehelicher Geschlechtsverkehr in Ordnung? Oder ist es Sünde? Wenn ja, wie behandeln wir dann Menschen, die sich dieser Sünde schuldig gemacht haben?

Diskussionen über Sexualethik füllen die Medien unserer Zeit. Was Jesus dazu zu sagen hatte, ist heute noch so aktuell wie vor 2.000 Jahren. Was Jesus sagte, sind die großartigsten Aussagen, die jemals gemacht worden sind. Worte, die man eben von Gott erwarten darf! Die Männer der Tempelwache verkündeten, „Noch nie haben wir einen Menschen so sprechen hören“ (7,46). (Ist es nicht schade, dass viele religiöse Führer Jesus nicht erkannten? 7,49).

Wie verzweifelt muss diese Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, gewesen sein? Verzweiflung kann durch eine Niederlage ausgelöst werden. Oder auch durch moralisches Versagen. Sie hatte wohl beides erlebt und war erfüllt von Scham und musste mit ihrem Tod rechnen.

Die sie verurteilten, versuchten Jesus eine Falle zu stellen. Wieder gibt Jesus eine der weltweit brillantesten und am häufigsten zitierten Antworten: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“ (8,7; LUT).

Jesus entschuldigte weder ihren Ehebruch, noch betrachtete Er ihn als unverzeihliche Sünde. Er zeigte, wie leicht es ist, andere für etwas zu verurteilen, dessen wir uns im Herzen selbst schuldig machen (8,7-9). Das kann sich auf viele Bereiche unseres Lebens beziehen. Bevor wir andere kritisieren, lohnt es sich, erst einmal uns selbst zu prüfen, ob wir diesbezüglich „ohne Sünde“ sind.

Wenn wir andere anklagen und verurteilen, projizieren wir auf sie, was wir an uns selbst ablehnen.

„Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.“ Hinsichtlich sexual-ethischer Fragen enthüllt ein Blick in unser eigenes Herz oft, dass wir von viel Glas umgeben sind.

Alle Ankläger der Ehebrecherin wurde durch Jesu Worte überführt; „schließlich war Jesus allein mit der Frau“ (8,7-9). Er fragt sie, „Hat dich keiner von ihnen verurteilt?“ (8,10). Als sie, „Niemand, Herr“ antwortete, erwiderte Jesus, „Dann verurteile ich dich auch nicht…Geh und sündige nicht mehr“ (8,11).

Schuldgefühle sind etwas Furchtbares. Geächtet zu werden, ist ein schrecklicher Zustand. Wie erstaunlich müssen da Jesu Worte für sie geklungen haben: „Dann verurteile ich dich auch nicht“. Weil Jesus der Einzige ohne Sünde war, wäre Er der Einzige gewesen, ´Steine zu werfen´; aber Er tat es nicht.

Seine Worte sind unglaublich ausgewogen, eine einzigartige Mischung aus Weisheit, Gnade, Mitgefühl und Barmherzigkeit. Jesus hätte nicht deutlicher sagen können, dass Ehebruch Sünde ist. Trotzdem verurteilt Er sie in keiner Weise. Das ist die Botschaft des Neuen Testaments: „für die, die zu Christus Jesus gehören, [gibt es] keine Verurteilung mehr“ (Römer 8,1). Weil Jesus am Kreuz für uns gestorben ist, ist dir und mir vollkommen vergeben, egal wie tief wir gefallen sind.

Aber das ist kein Grund, weiterhin zu sündigen. Jesus heißt ihre Sünde nicht gut. Sondern Er sagt zu ihr, „Geh und sündige nicht mehr“ (8,11). Wenn wir unsere eigene Schuld erkennen und darüber verzagen, dann wird uns Jesus nicht verurteilen, sondern sagen, „Geh und sündige nicht mehr.“

Jesu Worte sind wie immer motiviert von Liebe und Mitgefühl. Folge Seinem Vorbild.

Leicht verfällt man in eines der beiden Extreme. Entweder verurteilen wir die Menschen für ihre Sünde, oder wir dulden sie. Liebe tut weder das eine noch das andere, weil Sünde Menschen verletzt. Wenn wir wie Jesus lieben wollen, dürfen wir Sünde weder gutheißen, noch die Menschen ihretwegen verurteilen, sondern die Menschen (uns eingeschlossen) liebevoll zu einem Leben ohne Sünde auffordern.

Das griechische Wort für „vergeben“ bedeutet auch „freisetzen“. Jesus kam, um dich in der Kraft des Heiligen Geistes freizusetzen. Du bist befreit zu lieben, wie Gott liebt. Vergebung steht im Zentrum jeder Beziehung; sie ist die Essenz der Liebe.

Gebet

Danke, Herr, dass es für die, die zu Christus Jesus gehören, keine Verurteilung mehr gibt. Danke, dass Du gestorben bist, damit ich von meiner Schuld reingewaschen, dass mir vergeben ist und ich freigesprochen werde. Bitte hilf mir, die Menschen so zu lieben wie Du es tust.

Altes Testament

Richter 16,1–17,13

Simson befreit sich aus Gaza

1 Einmal kam Simson nach Gaza. Dort sah er eine Prostituierte und ging zu ihr ins Haus. 2 Schnell sprach es sich unter den Bewohnern der Stadt herum: »Simson ist hier!« Die Philister umstellten das Haus und legten sich die Nacht über am Stadttor auf die Lauer. Sie beschlossen: »Solange es dunkel ist, unternehmen wir nichts. Erst im Morgengrauen bringen wir ihn um!«

3 Simson lag bis Mitternacht im Bett. Dann stand er auf und ging zum Stadttor. Er packte die Torflügel, riss sie mit Pfosten und Querbalken heraus, nahm sie auf die Schultern und trug sie auf den Gipfel des Berges, der in Richtung Hebron liegt.

Die Philister stellen Simson eine Falle

4 Einige Zeit später verliebte sich Simson in eine Frau namens Delila, die im Sorek-Tal wohnte. 5 Einige Fürsten der Philister kamen zu ihr und forderten sie auf: »Du weißt, dass Simson dich liebt. Nutz das doch aus und frag ihn, woher seine große Kraft stammt, damit wir ihn überwältigen können. Finde heraus, womit man ihn fesseln kann! Jeder von uns gibt dir dafür 1100 Silberstücke.«

6 Delila fragte Simson: »Willst du mir nicht anvertrauen, warum du so stark bist? Gibt es Fesseln, die du nicht zerreißen kannst?«

7 Er antwortete: »Wenn man mich mit sieben frischen Sehnen bindet, die noch nicht trocken sind, dann werde ich so schwach wie jeder andere Mensch.«

8 Die Fürsten besorgten sieben solcher Sehnen, und Delila fesselte Simson damit, 9 während einige Philister im Nebenzimmer lauerten. Dann rief sie: »Simson! Die Philister kommen!« Da zerriss er die Sehnen, als wären sie angesengte Bindfäden. Das Geheimnis seiner Kraft hatte er nicht verraten.

10 Delila warf ihm vor: »Du hast mich getäuscht und belogen! Sag mir, wie man dich wirklich fesseln kann!«

11 Er antwortete: »Wenn man mich mit neuen Seilen bindet, die noch nie gebraucht worden sind, habe ich so wenig Kraft wie jeder andere.«

12 Delila nahm solche Seile und fesselte Simson damit. Wieder lauerte man ihm nebenan auf. Aber als sie rief: »Simson! Die Philister kommen!«, riss er die Seile von seinen Armen wie Fäden.

13 »Immer täuschst du mich«, klagte Delila, »ständig belügst du mich! Verrate mir endlich, womit man dich binden kann!« Simson erwiderte: »Du musst meine sieben Haarflechten im Webstuhl einweben!« 14 Als er schlief, wob Delila sein Haar hinein und befestigte es mit dem Pflock. Dann rief sie: »Simson! Die Philister!« Er sprang auf und riss das Gewebe samt dem Pflock heraus.

15 Erneut machte Delila ihm Vorwürfe: »Wie kannst du noch behaupten, dass du mich liebst? In Wahrheit gehört dein Herz mir gar nicht! Dreimal hast du mich belogen und mir immer noch nicht verraten, warum du so stark bist.« 16 Tag für Tag redete sie auf ihn ein. Sie drängte ihn so sehr, dass er es zuletzt nicht mehr ertragen konnte

17 und sein Geheimnis preisgab: »Ich bin von Mutterleib an Gott geweiht, niemals hat man mir die Haare geschnitten. Ohne sie würde ich meine Kraft verlieren und schwach werden wie jeder andere.«

18 Delila wusste, dass er ihr jetzt die Wahrheit gesagt hatte. Sie benachrichtigte die Fürsten der Philister: »Kommt! Er hat mir alles anvertraut!« Da kamen sie und brachten die versprochenen Silberstücke mit. 19 Delila ließ Simson in ihrem Schoß einschlafen. Dann winkte sie einen Mann herbei und schnitt Simsons sieben Haarflechten ab. Während sie es tat, verlor er seine Kraft.

20 »Simson«, rief sie dann, »die Philister sind da!« Er wachte auf und meinte, er könnte sich wieder befreien und losreißen. Er wusste nicht, dass der HERR sich von ihm abgewandt hatte.

21 Die Philister packten Simson und stachen ihm die Augen aus. Dann brachten sie ihn nach Gaza, fesselten ihn mit Ketten aus Bronze und warfen ihn ins Gefängnis. Dort musste er die Kornmühle drehen. 22 Allmählich begann sein Haar wieder zu wachsen.

Simsons letzte Rache

23 Die Fürsten der Philister versammelten sich zu einem großen Fest. Sie brachten ihrem Gott Dagon viele Schlachtopfer dar und feierten ihren Sieg. Dabei sangen sie: »Unserm Dagon sei’s gedankt: Simson ist in unsrer Hand!«

24-25 Als sie richtig in Stimmung waren, riefen sie: »Holt Simson! Er soll uns etwas vorführen!« So wurde Simson aus dem Gefängnis herbeigebracht, und sie trieben ihren Spott mit ihm. Sie priesen ihren Gott und stimmten von neuem ihr Lied an: »Unserm Dagon sei’s gedankt: Simson ist in unsrer Hand! Wie viel Mann hat er vernichtet! Was alles hat er angerichtet!« Dann stellten sie Simson zwischen die Säulen des Gebäudes.

26 Er bat den Jungen, der ihn an der Hand führte: »Lass mich einmal kurz los! Ich möchte nach den Säulen tasten, die das Dach tragen, und mich etwas an sie lehnen.« 27 Das Gebäude war voller Menschen. Auch die Fürsten der Philister waren alle gekommen. Allein vom Dach aus hatten etwa dreitausend Leute zugesehen, wie Simson verspottet wurde. 28 Simson betete: »HERR, mein Gott, erinnere dich an mich! Bitte gib mir noch dies eine Mal so viel Kraft wie früher! Ich will mich wenigstens dafür rächen, dass sie mir die Augen ausgestochen haben.« 29 Dann fasste Simson die beiden mittleren Säulen, auf denen das Dach ruhte, eine mit der rechten Hand, eine mit der linken, und stemmte sich dagegen. 30 »Sollen die Philister mit mir sterben!«, schrie er und stieß die Säulen mit aller Kraft um. Das Gebäude brach über den Philistern und ihren Fürsten zusammen. Dabei riss Simson mehr Menschen mit in den Tod, als er in seinem ganzen Leben getötet hatte.

31 Simsons Brüder und seine übrigen Angehörigen kamen, hoben seinen Leichnam auf und brachten ihn zum Grab seines Vaters Manoach. Dort, zwischen Zora und Eschtaol, begruben sie ihn. Zwanzig Jahre lang hatte Simson das Volk Israel

Michas Götzendienst

17 1 Im Gebirge Ephraim lebte ein Mann namens Micha. 2 Eines Tages sagte er zu seiner Mutter: »Dir sind doch 1100 Silberstücke gestohlen worden. Ich habe gehört, wie du damals den Dieb verflucht hast. Nun, das Geld ist bei mir. Ich selbst habe es genommen!« Da rief seine Mutter: »Der HERR möge den Fluch in Segen verwandeln!«

3 Micha gab ihr das Gestohlene zurück, und sie erklärte: »Das Silber soll dem HERRN gehören! Ich werde dir davon ein Gottesbild herstellen lassen, aus Holz geschnitzt und mit Silber überzogen. So wirst du doch noch etwas von dem Silber haben.«

4 Sie brachte 200 der Silberstücke zum Goldschmied und ließ eine Götzenstatue aus Holz mit einem silbernen Guss anfertigen. Micha stellte die Statue bei sich auf, 5 denn er besaß ein eigenes Heiligtum. Er ließ noch andere Götterfiguren und ein Priestergewand anfertigen und ernannte einen seiner Söhne zum Priester. 6 Damals gab es keinen König in Israel, und jeder tat, was er für richtig hielt.

7 Zu jener Zeit lebte ein junger Mann aus dem Stamm Levi in Bethlehem, das im Stammesgebiet von Juda liegt. 8 Er verließ die Stadt, um sich an irgendeinem anderen Ort niederzulassen. Auf seiner Reise durchs Gebirge Ephraim kam er an Michas Haus vorbei.

9 »Woher kommst du?«, fragte Micha ihn. Der junge Mann antwortete: »Ich bin ein Levit aus Bethlehem in Juda. Ich möchte mich woanders niederlassen.«

10 »Bleib hier bei mir!«, forderte Micha ihn auf. »Du kannst mein Ratgeber und Priester werden. Ich gebe dir dafür zehn Silberstücke im Jahr und so viel Kleidung und Nahrung, wie du brauchst.« 11 Der Levit willigte ein und blieb. Micha nahm ihn auf wie einen seiner Söhne, 12 er weihte ihn zum Priester und dachte: 13 »Jetzt wird der HERR mir sicher Gutes tun, denn ich habe einen Leviten als Priester!«

Kommentar

Im Chaos am Glauben festhalten

Das waren verzweifelte Zeiten. Wie ein Refrain zieht sich die Aussage, „Damals hatte Israel noch keinen König, deshalb tat jeder, was er für richtig hielt“ (17,6) durch das Buch der Richter. Chaotische Zeiten.

In diesen verzweifelten Zeiten richtete Gott Richter wie Simson auf. „Simson war 20 Jahre lang Richter in Israel gewesen“ (16,31) und zählt zu den Glaubenshelden (Hebräer 11,32).

Gesalbt mit dem Heiligen Geist gebrauchte Gott ihn mächtig. Aber seine Schwäche ließ ihn in Unzucht (er verkehrte mit einer Prostituierten; 16,1-3) und Betrug (16,4-10) abgleiten. Sein ständiger Ungehorsam brachte Gott an Seine Grenzen, und dann hatte „der Herr ihn verlassen“ (16,20).

Gott verlieh Simson außergewöhnliche Kraft. Diese war jedoch unmittelbar abhängig von seinem Gehorsam. Gott hatte ihm geboten, sein Haar nicht zu schneiden. Solange er Gottes Gebot hielt, besaß er diese übernatürliche Stärke.

Egal wie großartig ein Mann oder eine Frau Gottes ist, dürfen wir nie vergessen, dass die Kraft von Gott allein kommt. Jesus sagte, „ohne mich könnt ihr nichts ausrichten“ (Johannes 15,5; GNB). Verlass dich niemals auf frühere Siege, sondern lieber auf Gott, der sie dir geschenkt hat.

Nachdem er hartnäckig in Versuchung geführt worden war, brach Simson schließlich ein und verriet Delila das Geheimnis seiner Stärke – obwohl ihm da schon hätte klar sein müssen, dass sie ihr Wissen gegen ihn verwenden würde. Sie schnitt sein Haar ab, und vorbei war es mit seiner Stärke.

Nicht nur die Zeit als solche war chaotisch, auch Simsons Leben erreichte einen verzweifelten Höhepunkt. Er war gefangen, blind und seine Schergen wollten „ihren Spaß mit ihm haben“ (16,21-25).

Mitten in seiner Verzweiflung betete Simson zu Gott: „Allmächtiger Herr, erinnere dich an mich. O Gott, gib mir noch ein einziges Mal Kraft, damit ich, o Gott, mich an den Philistern für den Verlust meiner Augen rächen kann“ (16,28). Und Gott erhörte seine Bitte. Es ist doch erstaunlich, dass Gott Simsons Gebet trotz all seines Versagens erhörte. Wie deine Lage auch aussieht, was auch immer du getan hast: es ist nie zu spät, zu Gott zurückzukehren.

Gebet

Herr, danke, dass ich in Deiner Gegenwart Zuflucht finde; dass Du mein verzweifeltes Rufen immer hörst. Herr, ich bitte Dich, hilf …

Pippa fügt hinzu

Richter 16,1–17,13

Simson war ein außergewöhnlicher Anführer. So wie Hulk aber mit einem schlechten Geschmack bei Frauen.

Er verliebte sich in Delila, eine herzlosen Frau. Sie hatte keine Skrupel den Mann zu verraten, der sie liebte. Warum verriet er ihr nur sein Geheimnis, nachdem sie ihn schon dreimal verraten hatte? Er muss doch gewusst haben, dass ihr nicht zu trauen war. Er war körperlich so stark, aber wenn es um Frauen ging, war er schwach. Er ist nicht der erste Anführer, dem eine Frau zum Verhängnis wurde.

Vers des Tages

Johannes 8,7

Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!
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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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